Der Roman Lempi das heißt Liebe auf einer grauen Decke

Lempi, die Ewig-Abwesende

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Das Gefühl der Unschärfe, wenn man etwas flüchtig aus den Augenwinkeln sieht; wenn etwas stets am Rande des eigenen Sichtfeldes bewegt und man den Kopf nie schnell genug in die richtige Richtung dreht. Dieses frustrierende Gefühl von vergeblicher Anstrengung kennen besonders auch Brillenträger, wenn die Augen nicht das machen, was man sich wünscht. Man sieht die Formen und Größe, erahnt Farben und doch fehlt ein letztes bisschen, ein My Verschiebung der Wahrnehmung um das Bild klar zu sehen. 
Genau dieses Gefühl der Unschärfe fängt Mina Rytisalo in ihrem Debüt “Lempi, das heißt Liebe” auf genauso zarte wie grausame Weise ein. Man begibt sich mit der ersten Seite auf die Suche nach Lempi, der wunderschönen Bauersfrau und findet doch nur Annäherungen an sie.

Roman Anne Tyler Launen der Zeit neben einer Schale Kirschen auf einem Sofatischchen

Anne Tyler: Launen der Zeit

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Ein neuer Roman von Anne Tyler! Ich habe “Der leuchtend blaue Faden” mit großer Freude gelesen. Denn Anne Tyler beweist mit jeder Figur, mit jedem Dialog einen unglaublichen Feinsinn für familiäre Bindungen und menschliche Beziehungen. Nun ist mit “Launen der Zeit” ein neuer, weitaus dünnerer, fokussierter Roman erschienen. 
Im Gegensatz zu “Der leuchtend blaue Faden” erstreckt sich die Handlung nicht über mehrere Familienmitglieder und Generationen. Hier steht allein Willa Drake und ihr Leben im Fokus. 

Michel Faber – Das Buch der seltsamen neuen Dinge

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Als ich “Das Buch der seltsamen neuen Dinge”  von Michel Faber das erste Mal aufschlug, hatte ich so gar keine Ahnung, was mich erwartet. Der Klappentext verwirrte mich mehr, als das er mir einen Überblick verschaffte – aber er machte mich auch neugierig. Kein & Aber hat mich schon mehrfach positiv mit Büchern überrascht, die ich als eher experimentell bezeichnen würde. So viel schon mal vorweg: Auch dieses Mal war das wieder der Fall.

Robert Seethaler – Der Trafikant

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Aus unterschiedlichsten Richtungen wurde mir immer wieder “Der Trafikant” von Robert Seethaler empfohlen. Besonders Männer aus meinem Bekanntenkreis betonten immer wieder wie außerordentlich gut dieser Roman sei und dass man ihn unbedingt lesen solle. Anscheinend sind sie da nicht die einzigen, denn ich halte heute die neunte Auflage davon in der Hand.
Wie viele Bücher des Kein & Aber Verlags hat auch dieser Roman des österreichischen Schriftstellers einen hübschen Farbschnitt in blau, was ich sehr mag. Und irgendwie prägt die Farbe die Lesestimmung. Vielleicht hat aber auch der Verlag ein besonderes Gespür dafür, welche Farbe gut zum Inhalt der Bücher passt.

Emily Ruskovich – Idaho | Einer rätselhaften Familientragödie auf der Spur

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Idaho. Das Romandebüt von Emily Ruskovich gibt mit ihrem Ein-Wort-Titel ein klares Statement, um was es im Grunde geht: Um ein mystisches, wildes Land, abseits der Zivilisation. Es geht um die Menschen, die hier leben und ihre Nähe zur Natur. 
Das ist die Verheißung hinter diesem einfachen Wort, das nach Ureinwohnern und Pferdewagen, nach Wäldern und Holzhütten klingt.

Zugleich stellt dieser Titel einen vor ein Rätsel. Er gibt einem keinerlei Hinweise auf die Geschichte dahinter. Geht es um Liebe? Um Familie oder Freundschaft? Um eine Stadt oder gar um eine ganze Gesellschaft?

Nickolas Butler – Die Herzen der Männer

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Nickolas Butler hat mit “Die Herzen der Männer” einen Roman geschrieben, der drei Generationen von Männern begleitet die heranwachsen, älter werden, Familien gründen und diese wieder zerstören. Die Einblicke in die Männerherzen, die vom Titel versprochen werden, zeigen sich dem Leser dabei auf weit zärtlichere Art, als ich erwartet hatte.

Celeste Ng Kleine Feuer überall neben Kuchen und Tee

Celeste Ng – Kleine Feuer überall

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Im vergangenen Jahr sorgte der Debütroman von Celeste Ng für wahre Begeisterungsstürme unter einigen meiner liebsten Blogger. In “Was ich euch nicht erzählte” geht es um ein verschwundenes Mädchen und wie das Verschwinden die Familie an ihre Grenzen treibt. Jetzt ist bereits ihr zweiter Roman erschienen – mit einem Thema, das mir etwas weniger emotional triggernd erschien. Deshalb wagte ich mich dieses Mal direkt an die Lektüre und habe mein bisheriges Jahreshighlight gefunden.