Robert Seethaler – Der Trafikant

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Aus unterschiedlichsten Richtungen wurde mir immer wieder “Der Trafikant” von Robert Seethaler empfohlen. Besonders Männer aus meinem Bekanntenkreis betonten immer wieder wie außerordentlich gut dieser Roman sei und dass man ihn unbedingt lesen solle. Anscheinend sind sie da nicht die einzigen, denn ich halte heute die neunte Auflage davon in der Hand.
Wie viele Bücher des Kein & Aber Verlags hat auch dieser Roman des österreichischen Schriftstellers einen hübschen Farbschnitt in blau, was ich sehr mag. Und irgendwie prägt die Farbe die Lesestimmung. Vielleicht hat aber auch der Verlag ein besonderes Gespür dafür, welche Farbe gut zum Inhalt der Bücher passt.

Die verborgene Leidenschaft der Lily Bart neben einer Schmuckschale und Nagellack

Die verborgene Leidenschaft der Lily Bart

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Edith Wharton gilt als eine der bedeutendsten amerikanischen Schriftstellerinnen. Ihre Romane, allen voran “Zeit der Unschuld”, der zusätzliche Berühmtheit durch seine Verfilmung von Martin Scorsese erlangte, gelten als Klassiker der amerikanischen Literatur. Ihre bissigen Gesellschaftsromane offenbaren die veralteten Strukturen der New Yorker High Society. 

Doch ich bin ganz ehrlich: Dämmerschlaf fand ich stilistisch eher einschläfernd und weitere Romane von ihr habe ich nach einigen Kapiteln abgebrochen. Ganz anders verhielt es sich bei “Die verborgene Leidenschaft der Lily Bart”. Ich habe das 470-Seiten starke Werk in kurzer Zeit durchgelesen, habe mit Lily mitgelitten und fühlte mich an meine geliebte Jane Eyre-innert. Also ein vollkommen anderes Leseerlebnis als bei den vorangegangenen Büchern. Dies kann durchaus an der sehr guten und flüssigen Übersetzung von Heddi Feilhauer liegen, die dem etwas in die Jahre gekommenen Stil von Edith Wharton ein wenig Schwung verliehen hat. 

Dorothy Bakers Roman Ich mag mich irren, aber ich finde dich fabelhaft

Dorothy Baker – Ich mag mich irren, aber ich finde dich fabelhaft

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Als ich im vergangenen Jahr die Neuübersetzung von “Zwei Schwestern” von Dorothy Baker gelesen habe, war ich restlos begeistert. Ein so progressives und zugleich zeitloses Buch hatte ich lange nicht mehr gelesen. Es war ein Hauch von modernem Klassiker, der von jeder Seite strahlte. Die Geschichte über die rivalisierenden Zwillingsschwestern und die bevorstehende Hochzeit einer von ihnen war nicht nur spannend und abgründig, sondern auch voller Zerbrechlichkeit. Kurz: eines meiner Lieblingsbücher der letzten Jahre.

Sina Pousset Schwimmen Ullsteinfünf

Sina Pousset – Schwimmen

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Zu Beginn des Jahres hat der Ullstein Verlag ein neues kleines Label gelauncht: Ullstein fünf greift die Gründungsgeschichte des Verlags auf: Fünf Brüder gründeten damals einen neuen, modernen Verlag, in dem jeder der fünf seine Stärken einbrachte. Nun knüpft man über 100 Jahre später an diese Tradition an und bietet in diesem Imprint jungen, modernen Talenten abseits des Massengeschmacks ein Zuhause. Hier erscheinen pro Halbjahr ausgewählte Titel von Schriftstellerinnen und Schriftstellern, die noch unbekannt sind und sich über Genregrenzen hinweg bewegen. 

Französische Badass-Schriftstellerinnen | #littripFR17 – Eine Reise nach Frankreich

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Die Frankfurter Buchmesse hat in jedem Jahr ein Gastland, dessen literarische und kulturelle Vielfalt näher vorgestellt wird. Meist kündigen sich schon mit den Verlagsvorschauen zum Herbstprogramm einige Titel an, die aus dem jeweiligen Gastland kommen und auf der Buchmesse im Fokus stehen sollen. 
In diesem Jahr ist Frankreich zu Gast. Das ist uns beiden eine besondere Freude, denn Frankreich hat einige ganz besondere Autoren und Autorinnen hervorgebracht, die wir sehr lieben. Außerdem war es Paris, das der amerikanischen Boheme ein paradiesisches Exil bot, als Amerika die Prohibition für eine gute Idee hielt. Was wären Hemingway, die Fitzgeralds oder Joyce ohne den freien Künstlergeist (und die zahlreichen Cafés und Bars) Montmartres gewesen? 

Das Buch Schnee auf dem Kilimandscharo am Strand hochgehalten

Ernest Hemingway – Schnee auf dem Kilimandscharo

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Ernest Hemingway. Dieser Name hat einen Klang. Dort schwingt etwas mit, eine gewisse Ehrfurcht. Ein Autor, der etwas geschaffen hat, das überdauern wird. Maike und ich sind bekanntlich beide sehr fasziniert von ihm und den anderen Autoren der Lost Generation. Doch scheint es, dass gerade Hemingway in den vergangenen Jahren eine Wiederentdeckung erfährt. Viele Autoren nehmen sich seiner Person und seinem bewegten Leben an.

Andrew Miller – Nachts ist das Meer nur ein Geräusch

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Ein junger Mann verliebt sich in dem Moment, als er das Gefühl hat, dass er das Mädchen bereits verloren hat. Denn Maud stürzt schwer und fällt vom Segelboot, an dem sie gemeinsam mit Tim im Trockendock gearbeitet hat. Sieben Meter tief fällt sie auf den harten Betonboden. Doch sie überlebt und die beiden werden ein Paar. Als sie einige Jahre später ein kleines Mädchen bekommen, geht Maud direkt wieder arbeiten, denn Tim bleibt als Schriftsteller zuhause und übernimmt die häusliche Rolle.
Das Leben der Familie scheint zu funktionieren – es ist nicht perfekt, eher kühl und zweckmäßig, aber es funktioniert.