Die verborgene Leidenschaft der Lily Bart neben einer Schmuckschale und Nagellack

Die verborgene Leidenschaft der Lily Bart

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Edith Wharton gilt als eine der bedeutendsten amerikanischen Schriftstellerinnen. Ihre Romane, allen voran “Zeit der Unschuld”, der zusätzliche Berühmtheit durch seine Verfilmung von Martin Scorsese erlangte, gelten als Klassiker der amerikanischen Literatur. Ihre bissigen Gesellschaftsromane offenbaren die veralteten Strukturen der New Yorker High Society. 

Doch ich bin ganz ehrlich: Dämmerschlaf fand ich stilistisch eher einschläfernd und weitere Romane von ihr habe ich nach einigen Kapiteln abgebrochen. Ganz anders verhielt es sich bei “Die verborgene Leidenschaft der Lily Bart”. Ich habe das 470-Seiten starke Werk in kurzer Zeit durchgelesen, habe mit Lily mitgelitten und fühlte mich an meine geliebte Jane Eyre-innert. Also ein vollkommen anderes Leseerlebnis als bei den vorangegangenen Büchern. Dies kann durchaus an der sehr guten und flüssigen Übersetzung von Heddi Feilhauer liegen, die dem etwas in die Jahre gekommenen Stil von Edith Wharton ein wenig Schwung verliehen hat.