Dunkles Cover con "Von Vögeln und Menschen" mit Federn darauf neben echten Federn.

Margriet De Moor – Von Vögeln und Menschen

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Den letzten Roman von Margriet De Moor habe ich verschlungen. Ich war regelrecht süchtig nach ihrem Schreibstil. Jedes Wort eine leise Anklage, ein stilles Meeresrauschen, das einen sanft, aber unaufhaltsam durch die Geschichte treibt. 
Das Buch von dem ich spreche ist “Schlaflose Nächte” und ich möchte es euch hier nochmals vehement ans Herz legen. Es ist ein wundervolles Buch, das lange nachhallt. 

Nun ist gerade ihr neuer Roman “Von Vögeln und Menschen” erschienen und ich konnte es kaum erwarten, endlich dieser poetischen Erzählerin folgen zu dürfen. 

Klaus Modick Keyserlings Geheimnis neben Hyazinthe und Teelicht

Klaus Modick – Keyserlings Geheimnis

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Eduard von Keyserling hat ein paar der schönsten Novellen des 20. Jahrhunderts geschrieben. Zart, blumig und mit einem Hauch von Vergänglichkeit erzählt er vom Adel in seiner baltischen Heimat. Ein Adel, der bereits zu seiner Lebzeit nur noch die Fassade von Bedeutung aufrecht erhielt. Die Beschreibungen seiner Schlösser und Landschaften brachten ihm den Ruf als Impressionist der Literatur ein. Und wenn mich jemand fragt, welches seiner Werke ich empfehlen würde, kann ich mich nur schwer entscheiden. 

Der Roman Lied der Weite von Kent Haruf neben einer Tulpenvase

Kent Haruf – Lied der Weite

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Es gibt immer wieder Schriftsteller, deren Werk in sich eine durchgängige Komponente hat: E. A. Poe und Kafka mit ihren Ich-Erzählern, die überraschende Ähnlichkeiten mit den Autoren aufweisen, Thomas Hardys fiktives Wessex, das in all seinen Romanen auftaucht, oder John Fante, dessen Hauptfigur Arturo Bandini in all seinen Romanen die Hauptrolle spielt.
Ein weiterer Autor, dessen gesamtes Werk einen gemeinsamen Nenner aufweist, ist Kent Haruf. All seine sechs Romane spielen in der fiktiven amerikanischen Kleinstadt Holt – und das macht den besonderen Reiz des Leseerlebnisses aus. 

Die verborgene Leidenschaft der Lily Bart neben einer Schmuckschale und Nagellack

Die verborgene Leidenschaft der Lily Bart

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Edith Wharton gilt als eine der bedeutendsten amerikanischen Schriftstellerinnen. Ihre Romane, allen voran “Zeit der Unschuld”, der zusätzliche Berühmtheit durch seine Verfilmung von Martin Scorsese erlangte, gelten als Klassiker der amerikanischen Literatur. Ihre bissigen Gesellschaftsromane offenbaren die veralteten Strukturen der New Yorker High Society. 

Doch ich bin ganz ehrlich: Dämmerschlaf fand ich stilistisch eher einschläfernd und weitere Romane von ihr habe ich nach einigen Kapiteln abgebrochen. Ganz anders verhielt es sich bei “Die verborgene Leidenschaft der Lily Bart”. Ich habe das 470-Seiten starke Werk in kurzer Zeit durchgelesen, habe mit Lily mitgelitten und fühlte mich an meine geliebte Jane Eyre-innert. Also ein vollkommen anderes Leseerlebnis als bei den vorangegangenen Büchern. Dies kann durchaus an der sehr guten und flüssigen Übersetzung von Heddi Feilhauer liegen, die dem etwas in die Jahre gekommenen Stil von Edith Wharton ein wenig Schwung verliehen hat. 

Lucy Fricke – Töchter

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Betty ist eine ruhelose Seele. Als Journalistin kann sie dieser Rastlosigkeit wunderbar nachkommen: Sie reist. Dank der Aufträge nie ganz ziellos und doch lässt sie sich gern treiben. Liebt es, unverbindlichen Sex zu haben, in jeder Stadt findet sich eine einsame Seele. Sie ist routiniert im Schließen von kurzen Freundschaften. Es gibt wenige Konstanten in ihrem Leben. Eine davon ist ihre beste Freundin seit Studiumszeiten. Martha, die seit Jahren erfolglos versuchte ein Kind zu bekommen. Sie und ihr Mann Holger versuchten mit einer verzweifelten Routine endlich eine Familie zu werben: Arzttermine, Hormone, Sex, Arzttermine, Schwangerschaft, Arzttermine, noch mehr Hormone, Fehlgeburt und dann wieder zum Arzt. 
Diese beiden sehr unterschiedlichen Frauen verbindet aber eine recht ähnliche Kindheit und ein ähnlich schwieriges Verhältnis zu ihren Vätern. Spannend eigentlich, wenn man bedenkt, dass die beiden Frauen inzwischen um die Vierzig sind. Weit entfernt vom Abnabelungsprozess. Und doch scheinen die Väter präsenter als je zuvor im Leben der beiden zu sein.

LIEBLINGSBUCH | Tom Fletcher – Der Weihnachtosaurus

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Es ist kurz vor Weihnachten und ihr habt vermutlich alle nicht mehr viel Zeit. Deshalb für Eilige erst einmal das Wichtigste: Tom Fletcher hat mit “Der Weihnachtosaurus” eines der schönsten Kinderbücher geschaffen, das ich je in den Händen gehalten habe. Kauft es, lest es, verschenkt es! Es ist ein Buch, mit dem ihr sehr viel geben könnt.

Cover von Swing Time

Zadie Smith – Swing Time

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Zadie Smith und ich hatten unsere erste literarische Begegnung bereits vor einigen Jahren. Aus England schwappte eine Welle der Begeisterung für die Bücher dieser Autorin via Internet zu mir. Also habe ich mir “London N-W” besorgt (selbstverständlich im Original, übersetzt wurde sie da noch nicht) – und habe nach ca. 30 Seiten genervt aufgegeben. Ich habe nicht einmal ansatzweise verstanden, was die Autorin auf diesen Seiten mit ihrem Text bezweckt hat, es hat einfach keinen Sinn für mich ergeben.