Schnelldurchlauf: 4 Bücher kurz vorgestellt

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In den letzten Wochen haben sich wieder einige Titel bei mir angesammelt, die ich euch bereits in den sozialen Kanälen gezeigt habe, aber noch nicht näher beschrieben habe. Deshalb gibt es jetzt einen Schnelldurchlauf zu vier Titeln, die mich mal mehr, mal weniger überzeugen konnten. 

Sibylle Luithlen – Wir müssen reden:

Feline ist jung Mutter geworden, lebt mit ihrem Mann und der kleinen Tochter in einer schönen Wohnung und arbeitet als Lehrerin. Auf den ersten Blick scheint alles perfekt. Doch dann teilt ihr ihr Mann mit, dass er sich verliebt hat und Feline beginnt sich zu fragen, was sie vom Leben will. Sie reist beruflich für einen Kurs nach Süddeutschland – seit langer Zeit ist sie nur für sich, wird als junge Frau ohne die Rolle der Mutter oder Ehefrau gesehen und beginnt durchzuatmen. 
Im Fokus steht die Gedanken- und Gefühlswelt von Feline, die mit ihren etwas seltsamen Selbstgesprächen und ihrer zögerlichen Art mich regelmäßig das Buch haben beiseite legen lassen. Der Stil ist eindringlich und flüssig, sodass dies meine Abneigung gegen die Protagonistin etwas ausgleichen konnte. Doch insgesamt bin ich nicht ganz warm mit dieser Geschichte geworden. Feline verguckt sich in einen etwas zwielichtigen Typen, ihr Ehemann scheint es sich auch eher leicht zu machen und die kleine Tochter läuft in dem gesamten Roman unter ferner liefen. 

Maja Lunde – Die Geschichte des Wasser

Die Geschichte der Bienen war im vergangenen Jahr ein riesiger Erfolg. Das Buch hat einen Nerv getroffen und auf spannende und zugleich eindringliche Weise von der Beziehung zwischen Mensch und Honigbiene erzählt. Dass ihr neuer Roman an den Erfolg des vorangegangenen Werks anknüpfen soll, ist spätestens bei Titel und Covergestaltung offenkundig. Doch man hätte diesem Buch ruhig ein wenig mehr Zeit geben sollen, etwas eigenständiges zu werden. Das Erzählkonzept ist dem Bienenbuch entnommen und die postapokalyptische Zukunft ebenfalls. Leider sind die Figuren so hölzern, besonders der flüchtige Vater David ist unmöglich zu seiner Tochter, dass ich regelmäßig wütend wurde. Gleichzeitig fragt man sich, wohin diese Geschichte eigentlich führen soll. Das habe ich etwa die Hälfte des Buches über getan, dann habe ich es entnervt abgebrochen. 
Hoffentlich presst man jetzt nicht noch ein drittes Buch mit halbgarem Konzept in den Markt, sondern gibt der nächsten Geschichte Zeit zu reifen.

Florian Wacker – Stromland: 

Der tropische Regenwald ist ein Ort voller Mythen und Gefahren. Glücksritter im 18. Jahrhundert oder im 20. versuchen sich an der fremden Welt, die so intensiv von der Natur beeinflusst wird, wie kaum woanders. Die Sätze ziehen sich wie ein dichter Blätterteppich über die Seiten und kontinurierlich wird im rauen Ton eine Zigarette nach der nächsten geraucht und geflucht. Der dichte, ausschweifende Erzählstil hat mich viel Kraft gekostet und nachdem ich das Buch von Woche zu Woche hinter die andere, weniger fordernde Lektüre schob, habe ich es nun abgebrochen. Stromland ist nicht meine Welt.

Jo Baker – Ein Ire in Paris: 

Warten auf Godot ist vermutlich jedem ein Begriff. Der Schriftsteller Samuel Beckett hat mich aber bisher nicht so gereizt, dass ich mich näher mit ihm beschäftigt hätte. Doch da ich Jo Baker als Autorin mit kulturwissenschaftlichen Background sehr schätze, habe ich ihr neustes Buch mit großer Vorfreude erwartet. Meinen Eindruck ihres Debüts “Im Hause Longbourn” könnt ihr hier nochmal nachlesen. Ihr Stil, besonders ihre elegante Art, den historischen Alltag mit all seinen Facetten authentisch wiederzugeben, haben mich wieder fesseln können. Gleichzeitig war es enorm spannend, etwas über diesen irischen Autor und seine Entscheidung, im besetzten Frankreich des Zweiten Weltkriegs zu bleiben, statt in seine sichere Heimat zurückzukehren. Die Grundthemen seines eigenen Lebens werden geschickt und logisch mit seinem literarischen Werk verknüpft und haben mir auch ohne Vorwissen Beckett und sein Werk nährgebracht. Ich werde jetzt auf jeden Fall seine Bücher nicht mehr länger ignorieren. 

Ich hoffe, dass ihr so einen kleinen Eindruck von den Titeln gewinnen konntet. Wie sieht es aus? Habt ihr vielleicht den ein oder anderen Titel von diesen vieren bereits selbst gelesen? Wie ist eure Meinung zu den Büchern? 

Eure Mareike

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