[Rezension] Robin Sloan – Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

Inhalt:

Als Clay Jannon seinen Job als Webdesigner verliert, meldet er sich auf eine Stellenanzeige hin bei Mr. Penumbra, der in San Francisco eine alte, verstaubte Buchhandlung betreibt, die rund um die Uhr geöffnet ist. Clay übernimmt die Nachtschicht, und bald ist ihm klar, dass hier irgendetwas nicht stimmt: Die Kunden kaufen nichts, sondern leihen die Bücher nur aus, drei Stockwerke hohe Regale beherbergen riesige Folianten, die keine Texte beinhalten, sondern nur ellenlange Reihen aus Buchstaben. Nach und nach findet Clay heraus, dass Mr. Penumbra und seine Kunden einem uralten Geheimnis auf der Spur sind. Mit der Unterstützung seiner Freundin Kat und seines ältesten Kumpels Neel, sowie der Weisheit von Mr. Penumbra, macht sich Clay daran, dieses Geheimnis zu lüften. Ein Geheimnis, das bis in die Anfangszeiten des Buchdrucks zurückreicht.

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Leseeindruck: „Was erhoffst du dir hier zu finden?“ So empfängt der Buchhändler Penumbra den jungen arbeitslosen Werbedesigner Clay. Dieser sucht eigentlich nur schlicht einen Job. Irgendwas, um in den unsicheren Zeiten seine Miete zu bezahlen. Mit Büchern hat er eigentlich nicht viel am Hut und doch bekommt er den Job in der Nachtschicht der sonderbaren Buchhandlung, deren Regale sehr viele Meter in die Höhe reichen. Diese Buchhandlung, die 24 Stunden am Tag geöffnet ist, die seltsamen Bücher mit Geheimcodes und die Geheimgesellschaft, die versucht die Bücher zu entschlüsseln, machen Clay bald neugierig. Gemeinsam mit seinen Freunden begibt er sich auf eine abenteuerliche Reise in die Geschichte des Geheimbundes des „Ungebrochenen Buchrücken“.

Wer jetzt erwartet, dass in Büchern geforscht, in alten Gewölben und Karten gestöbert wird, muss leider enttäuscht werden. Denn wir befinden uns im 21. Jahrhundert und was macht man, wenn man heute ein Problem lösen will? Richtig, man fragt Google! Google ist unser aller Gehirn, alles ist möglich mit Computern und man bekommt alles kostenlos, halbwegs legal oder so. Ich war mir zwischenzeitlich nicht ganz sicher, ob es sich bei diesem Buch nicht um einen perfiden Werbegag von Google handelt, so häufig und so positiv wird dieses Unternehmen in die Handlung eingebunden. In der Mitte des Buches hatte ich deshalb einen kleinen Durchhänger, doch der lustige Erzählstil hat mir da raushelfen können. Bisher habe ich vielleicht zwei-drei Mal laut lachen müssen bei einem Buch. Hier grinste, kicherte und lachte ich quasi durchgängig. Der Erzähler und seine Sprechweise ist einfach nur toll!

Leider kann das für mich zwei Punkte nicht ausbügeln: A) Die Figuren sind alle ein wenig sehr skurril. Teilweise liebenswert verrückt, aber größtenteils einfach nur seltsam. Besonders die hektische, von Technik quasi besessene Google-Freundin von Clay, deren „Beziehung“, wenn man es so nennen darf, recht konstruiert wirkt, konnten mich nicht überzeugen. B)Wenn wir schon bei konstruiert sind: Auch die Auflösung des Rätsels des Geheimbundes ist irgendwie ohne Pfiff. Es fehlt einfach das gewisse Etwas, der Aha-Wow-Moment. Etwas, was einen mit der vorangegangenen Suche voller Abkürzungen, Raubkopien und Diebstählen wenigstens etwas versöhnt.
Ja, am Ende kommt Google genauso wenig gut weg wie der Geheimbund in seinen schwarzen staubigen Kutten, doch ein Buch für Buchliebhaber, wie es auf dem Buchrücken angekündigt wird, ist es ganz sicher nicht! 

Fazit: Ein ungewöhnliches Buch mit skurrilen Figuren, einem Geheimbund und einer ungewöhnlichen Buchhandlung. Es ist ein lustiges, teilweise urkomisches Buch mit ein paar wirklich tollen Gedanken. Doch der Funke sprang bei mir nicht über. Dafür fehlte es der Handlung einfach am gewissen Etwas und den Figuren an Wärme.

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Weitere Meinungen: Fräulein Julia  und Literatwo

Robin Sloan – Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra
Verlag: Blessing
352 Seiten, Gebunden, 19,99 €
Leseprobe 

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1 Kommentar

  • Antworten Fräulein Julia 8. April 2014 um 08:29

    Hehe, ich hab beim lesen auch kurz gedacht: Ist das ein PR-Buch von Google oder wie?
    Man kann es schnell durchlesen, aber hängen bleibt wenig. Schade eigentlich.

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