Joanna King – Vier Schwestern

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Vier Schwestern treffen sich zu einem gemeinsamen Urlaub in Italien. Ein großes Wiedersehen, dass sich innerhalb kürzester Zeit zu einem emotional aufgeladenen Chaos verwandelt. Joanna King erweckt mit ihrem Roman “Vier Schwestern” den Anschein, ein Urlaubsbuch zu sein, doch zwischen den Seiten steckt einiges mehr.

Unbeschwerte Tage an der malerischen Cinque Terre – das ist es, was sich die vier Schwestern Jess, Ngaio, Rose und die namenlose Ich-Erzählerin von ihrem Urlaub erhoffen. Aufgewachsen in Neuseeland hat das Leben sie über den Globus verteilt. Doch nach einem guten Start taucht Rose eines Abends nicht zum Essen auf. Sie geht nicht an ihr Handy, reagiert nicht auf SMS und hat sich bei niemandem abgemeldet. Auch ihr Ehemann Sam, der zuhause geblieben ist, weiß nichts von ihr. Es beginnt eine hektische Suche, die vor allem von der Ich-Erzählerin vorangetrieben wird. Sie und Rose haben die Teenagerzeit im elterlichen Zuhause gemeinsam verbracht, nachdem die älteren Schwestern bereits ausgezogen waren. Viele gute und noch mehr traurige Momente haben ein festes Band des Vertrauens zwischen den beiden geknüpft. Es verwirrt und erschüttert sie zugleich, dass Rose einfach ihne eine Nachricht an sie verschwunden ist, vor allem, nachdem sie den Nachmittag noch zusammen verbracht haben. Im Verlauf des Abends kommt es zu einigen Verwicklungen und eine Menge alter Wunden werden aufgerissen, die die schwesterliche Harmonie, um die alle so bemüht waren, bröckeln lassen.

Oh, ich hatte es schwer mit diesem Buch. Angefangen zu lesen habe ich am Pool in Gran Canaria. Da ich aber zu Beginn meines dortigen Urlaubs wahnsinnig müde und musste das Buch ziemlich häufig zur Seite legen. Und das, obwohl Mareike mir schon im Vorfeld geraten hatte, es unbedingt in einem Rutsch zu lesen. Aber nunja, ich habe gekämpft und zur Hälfte war ich dann im Flow. Vor allem mit der Erzählerin hatte ich so meine Probleme. Ich konnte sie als Person einfach nicht zu fassen kriegen, sie wirkte immer, als sei sie gar kein Teil des Geschehens. Und dennoch, die Dialoge erinnerten mich immer wieder, dass sie mittendrin ist und ein treibender Faktor für die Handlung. Sie erinnert sich für uns Leser auch an die schmerzhaften Episoden, wie die Trennung ihrer Eltern oder schwere Gespräche mit Rose oder ihrem Vater und erlaubt so nach und nach einen Blick auf die Gründe für die teils angespannten Beziehungen der Schwestern. Die Handlung spielt zu einem großen Teil an einem Abend und schon durch dieses Setting können nicht alle Geheimnisse der Vergangenheit gelüftet werden, Gerade das machte die Story aber für mich reizvoll. Jeder Charakter gibt etwas von sich preis, zeigt bei all seinen Stärken auch seine Schwächen und Fehler – und bleibt am Ende doch irgendwie undurchschaut.

Fazit

Kein einfacher Roman für zwischendurch, aber ein lesenswerter. Joanna King spielt mit ihren Figuren und zeigt so die schönen und schwierigen Seiten menschlicher Beziehungen und ihrer Verwicklungen.

Eure Maike


Joanna King – Vier Schwestern
Verlag: Mare
256 Seiten, gebunden, 20€

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1 Comments

  1. elizzy91 says:

    Hört sich doch sehr interessant an!

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