Isabel Beto – Das Leuchten der Welt

Als ich vor einigen Wochen krank im Bett lag, wollte ich vor allem eins: Weit, weit weg! Weniger räumlich als gedanklich gemeint. Ich wollte mich entführen lassen in eine fremde Welt. Gern unterhaltsam, actionreich und fesselnd. Ein bisschen Romantik? Warum eigentlich nicht. Schließlich ist ein unterhaltsames Buch das einzig Vernünftige bei einer Erkältung und mit einem wattigen Gefühl im Kopf kann man sich eh nur auf die eher lockeren Geschichten konzentrieren.

Ein Glück, dass zu diesem Zeitpunkt Isabel Betos neuster Roman ganz oben auf meinem Bücherstapel lag. „Das Leuchten der Welt“ erzählt die Geschichte der jungen Bell Bennett, die 1893 als ambitionierte Jungreporterin den gefährlichen Weg quer durch Amerika Richtung Weltausstellung antritt. Für ihre Zeit eine eigenwillige, ja leichtsinnige Entscheidung, völlig ohne (männliche) Begleitung auf die mehrtägige Reise machen zu wollen. Ihr Wunsch, möglichst schnell von New York nach Chicago zu kommen, um den Wechselstrom-Entdecker Nikola Tesla persönlich kennenzulernen und zu interviewen gerät zum ersten Mal ins Wanken, als ihr Zug nach wenigen Stationen von Räubern überfallen wird. Dadurch kommt es zu einem Nothalt mitten in der Prärie und die junge Dame stolpert von einer brenzligen Situation in die nächste.
Natürlich ist der ungewaschene, mürrische Cowboy, der sie in der Wüste aufsammelt, unter all dem Dreck überraschend attraktiv. In ihm steckt natürlich viel mehr als ein Hobo. Oh nein, hier erwartet einen ein klassisches düsteres Geheimnis und ratet mal wer sich direkt verliebt, als er sich einmal so richtig gründlich wäscht? Richtig! Doch dann taucht der Beinahe-Verlobte auf, dessen Auftrag es ist, den Präsidenten auf der Weltausstellung zu töten. Denn irgendwie ist der aufgeweckten Journalistin bisher seit Jahren entgangen, dass ihr Liebster ein Mafioso ist. Blöd. Oder auch gut. Zumindest für den Unterhaltungswert. Denn so kann er sich als herrlicher Mistkerl entpuppen und die LEICHT tollpatschige Heldin in arge Bedrängnis bringen.

Fazit


Leichte Unterhaltung voller munterer Zufälle und einer etwas nervigen (weil ohne Gespür für taktisches Vorgehen) Protagonistin und viel Action. Doch genau das konnte mich wirklich gut unterhalten und über viele Stunden fesseln. Ich habe richtig gemerkt, dass ich im Kopf sehr lang noch bei der Geschichte war und ich mich auf jede freie Minute mit diesem Roman gefreut habe – ja, sogar entgegengefiebert. Diese fast vierhundert Seiten hatte ich entsprechend schnell gelesen und fühlte mich danach direkt um einiges fitter.
Die perfekte Medizin für die nächste Herbsterkältung, wenn man sich einfach mal so richtig nett unterhalten lassen will. Nicht mehr und nicht weniger.

kleines Herz gefülltkleines Herz gefülltkleines Herz gefülltkleines Herz gefülltkleines Herz leer

Eure Mareike


Isabel Beto – Das Leuchten der Welt
Verlag: Dumont
Taschenbuch, 400 Seiten, 14,99€

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1 Kommentar

  • Antworten Buchiger Monatsrückblick – Oktober 2016 – JHedzWorlD – My Blog 2. November 2016 um 21:42

    […] mich wieder in meine Studiumszeit entführt und meine Neugierde auf gute Sachbücher angefeuert.„Das Leuchten der Welt“ und „Die zehntausend Dinge“ haben mich zwar beide unterhalten, doch sehr viel mehr leider […]

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