Kurztipp | Barney Norris – Hier treffen sich fünf Flüsse

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Der Debütroman von Barney Norris liest sich wie ein buchgewordener Film. Das mag daran liegen, dass Norris vor “Hier treffen sich fünf Flüsse” sehr erfolgreiche Theaterstücke geschrieben hat. Fünf sehr unterschiedliche Menschen und ihre Schicksale kreuzen sich bei einem schicksalhaften Unfall in Salisbury. Jeder Person und ihrer Lebenswelt wird ein Teil des Buches gewidmet. Eine dealende, alte Floristin, ein Junge, der sich zum ersten Mal verliebt oder der frisch verwitwete alte Farmer: Die Figuren und ihre Lebenswelten könnten kaum unterschiedlicher sein und doch ist das Buch durchdrungen von einer soghaften Melancholie. Man will einfach wissen, was sie miteinander verbindet. Wer sie eigentlich sind und ob es ihnen schlussendlich gelingt, das Gefühl der stillen Einsamkeit abzulegen.

Yoko Ogawa – Zärtliche Klagen

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Ruriko packt eines Tages einfach ihre Koffer – spontan ruft sie die Wirtin eines kleinen Gasthofs an und bittet sie, ihr das Ferienhaus herzurichten. Sie würde kommen und einige Zeit bleiben. Dann steigt sie in den Zug und fährt in die Berge, in das Ferienhaus ihrer Kindheit. Damit entflieht sie einer gewalttätigen Ehe, einem häufig abwesenden Ehemann und dessen stets gedanklich präsenten Geliebten.

Simon Van Booy – Mit jedem Jahr

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Der neue Roman des britischen Autors Simon Van Booy “Mit jedem Jahr” ist im Original unter dem Titel “Father’s Day” (Vatertag) erschienen. Normalerweise werden Titeländerungen im Deutschen gern kritisiert. In diesem Fall finde ich beide Titel gut. Ja, gerade zusammen ergeben sie eine wundervolle Einleitung in den Roman. Denn zum einen spielt ein Großteil der Handlung auf den anstehenden Vatertag an. Die inzwischen erwachsene Tochter Harvey lebt in Paris und erwartet den ersten Besuch ihres Vaters Jason, der noch nie zuvor im Ausland gewesen ist. Sie hat einige Geschenke für ihn vorbereitet, denn in wenigen Tagen ist Vatertag. Sie hat ein Geheimnis entdeckt, das sie ihm schonend enthüllen und zugleich ihre Liebe und Dankbarkeit als Tochter ausdrücken möchte.
Zum anderen wird die schrittweise Annäherung der beiden in Rückblenden erzählt. Jason hatte Harvey nach dem tragischen Tod ihrer leiblichen Eltern adoptiert. Sie kam im Alter von etwa sechs Jahren zu ihm und ist zunächst gar nicht willkommen in seinem Leben.

Ali Smith – Wem erzähle ich das?

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Ein Buch, dass sich aus Vorlesungen entwickelt hat – klingt spannend. Mich hat es an meine eigene Studienzeit erinnert, in der vor allen Dingen die älteren Professoren von der Zeit erzählt haben, als ihre Assistenten in den ersten Reihen der Hörsäle saßen und jedes Wort ihrer “Chefs” mitschrieben und diese Skripte als Bücher herausgebracht wurden.

Christine Wunnicke – Katie

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Wann habt ihr das letzte Mal eine Geistergeschichte gelesen? Bei mir war das schon eine ganze Weile her. Die Geschichte von Katie, die Christine Wunnicke aufgeschrieben hat, musste ich aber unbedingt lesen. Schließlich ist sie genau so passiert.

Isabelle Autissier – Herz auf Eis

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Eine moderne Robinsonade über ein junges Paar, das auf einer Insel in der Antarktis landet und dort nach einem Sturm gestrandet ist. Diese Ausgangssituation nimmt Isabelle Autissier in ihrem Roman “Herz auf Eis”. Der Titel klingt etwas brutal. Doch der Leser dieses Romans sollte alles andere als zart besaitet sein. Es geht hart her im Eis am Ende der Welt.