BUCHSCHÖNHEITEN | Ich werde über diese Merkwürdigkeit noch berichten

Als wir im Juni von Kirchner PR zur Spreepartie nach Berlin eingeladen wurden, waren wir besonders von einem Titel angetan: Ich werde über diese Merkwürdigkeit noch etwas drucken lassen. Tiermeldungen aus zwei Jahrhunderten. 
Das hatte den einfachen Grund, dass Lucia Jay von Seldeneck und Florian Weiß ihr Buchprojekt so ungemein leidenschaftlich und sympathisch vorgestellt haben.

Selbstgebaute Punktiermaschine von Florian Weiß
Florian Weiß zeigte uns zudem, wie er mit einer selbstgebauten Punktiermaschine all die filigranen Illustrationen erstellte. Aus einer umgebauten Tattowiermaschine hat er seine eigenen punktierenden Stift gebaut. Dadurch gelang es ihm, die zahlreichen großformatigen Illustrationen durchgängig mit der sehr zeitaufwändigen Zeichentechnik zu erstellen.
Als wir die beiden in Berlin kennenlernten, waren wir von ihren spannenden Geschichten und den aufwändigen und detailreichen Zeichnungen begeistert. Das Buch war zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertig, sodass wir nur Auszüge sehen konnten. Dann erreichte uns kürzlich das fertige Buch und wir haben es augenblicklich zum Highlight des Monats gekürt. 

Luxusausstattung und Leinenrücken

Das Buch ist überraschend groß. Etwas größer als eine DIN A4-Seite und etwas schmaler. Ein ungewöhnliches Format, das durch offenes Papier und einen Leinenrücken besonders wertig wirkt. Diese Ausstattung passt perfekt zu diesem Buch, das thematisch wohl auch als Kuriositätensammlung im 19. Jahrhundert erschienen sein könnte. 
Die Geschichten sind zumindest zum Teil aus eben jener Zeit. So versammelt das Buch spannende und amüsante Tiermeldungen aus den Anfängen der empirischen Tierforschung. Wie löste man das Rätsel des herbstlichen Vogelzugs? Und warum ist der Hitlerkäfer fast ausgestorben? 


Hier findet man die Antwort und auch gleich noch die Erklärung, wo die Tiere heimisch sind. Denn zusätzlich gibt es zu jedem Tier auch eine schöne – historisch anmutende Karte mit genauer Verortung. 
Man kann jeweils die rechte Seite aufklappen, um die doppelseitige Illustration bewundern zu können. Jedes Tier kann man so in sehr genau und mit allen Details betrachten. Besonders bei den Insekten ist das ungemein spannend. 
Doch wer meint, dass ihn hier ein streng wissenschaftliches Buch erwartet, täuscht sich. Die erste Begegnung mit dem Tier wird in Form von kleinen Kurzgeschichten ergänzt. Die jeweilige Zeitungsmeldung wird durch (fiktive) Tagebucheinträge, Interviews und Erlebnisberichte zum Leben erweckt.

Dieses Buch ist das perfekte Buch für alle, die kuriose Anekdoten, unnützes Wissen und detailverliebte Tierillustrationen lieben. An sich ein super Geschenk für den Hobbyornitologen und die chronisch Fernwehhabende. 30 Geschichten, liebevoll zusammengesucht und mit hochwertiger Ausstattung – ein Buch, das wir in der Form noch nie in den Händen gehalten haben. Eine außergewöhnliche Buchschönheit.

Eure Maike und Mareike


Lucia Jay von Seldeneck und Florian Weiß – Ich werde über diese Merkwürdigkeit noch etwas drucken lassen.
Tiermeldungen aus zwei Jahrhunderten

Verlag: Kunstanst!fter
Gebunden, 192 Seiten, 28 Euro 

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