Billionen Boy von David Walliams

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Vier Bücher von Davis Walliams mit BIllionen Boy im Vordergrund

Wie wird man zum Billionen Boy? Man stelle sich vor, dass man mit einer genialen Erfindung über Nacht unermesslich reich wird. Eben wusste man noch nicht, wie man die nächste Miete zahlen soll und dann hat man diese eine Idee, die alles verändert. 
Genau das ist Joe Spuds Vater passiert. 
Er entwickelte das PopoFrisch-Toilettenpapier (eine Seite trocken und eine feucht!) und verdient so täglich Millionen. In ihrem riesigen Palast haben sie alles: Rennbahnen, eine Wasserrutsche direkt aus dem Kinderzimmer, ein gewaltiges 3D-Kino und insgesamt alles, was man sich nur für Geld kaufen kann.

Joe Spud darf den ganzen Tag das essen, was er mag und entsprechend sieht er aus: Er ist ein ziemlich dicker Junge. Und an seiner Elite-Privatschule für extrem reiche Kinder leider ein absoluter Außenseiter. Niemand will etwas mit dem neureichen Popojungen etwas zu tun haben. Stattdessen mobben und hänseln ihn die anderen Kinder.

Deshalb wagt Joe einen Neuanfang an einer ganz normalen staatlichen Schule und verrät niemanden wer er oder sein Vater sind. Doch schnell gerät er auch hier ins Visier der Schulrowdies. Vielleicht lassen sich die Kerle durch ein paar Pfundnoten ablenken?

Mobbing, Außenseiter und Goldgräberinnen

David Walliams erzählt von einem Jungen, der auf den ersten Blick den Traum vieler Kinder lebt. Er hat alles, was man sich nur wünschen kann. Und doch macht ihn genau das unglücklich, denn es macht ihn einsam. In diesem Buch geht es darum, dass Freundschaft, Familie und sich umeinander kümmern viel wertvoller sind als Reichtum und Konsum. 
Jedoch schafft es Walliams es, diese Geschichte mit so viel Humor und Verrücktheit anzufüllen, dass sie nie rührig oder kitschig wird.

Es geht um die Gefahren, die plötzlicher Reichtum mit sich bringt: Vater und Sohn sind schnell von all den Dingen um sich herum überfordert. Dem Vater fällt es schwer, seinem Sohn seine Gefühle ohne Geld zu zeigen und gleichzeitig sieht er nicht, dass die junge Frau, die er hofiert, nur auf sein Geld aus ist. 
Mit so einem Vorbild ist es auch für Joe zunächst schwer, Freundschaften ohne den Einsatz von Geld zu schließen, doch sein aufrichtiger Wunsch nach Freundschaft, Nähe und Liebe lohnen sich. 
Dieses Buch enthält einige überraschende, ja teilweise sehr traurige Wendungen, die sich aber mit den verrückten Listen, seltsamen Figuren und urkomischen Beschreibungen sehr gut die Waage halten.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass David Walliams einfach den Dreh raus hat. Dieses Buch ist eines seiner besten! Unerwartet, rasant und mit deutlich weniger Grusel-/Ekelfaktor als viele seiner anderen Bücher (“Rattenburger” und “Zombiezahnarzt” sind ebenfalls zwei seiner Erfolgstitel, die wir bisher vermieden haben). Wie das Goldkind sagte: “Seine Bücher sind so viel spannender und lustiger als andere. Das ist nicht Blabla, sondern immer ganz anders.”
Und da hat sie recht! Auch wenn ich die Zielgruppe etwas älter als klassisches Vorlese-/Einschulalter einordnen würde, hatte sie eindeutig ihren Spaß. Aber das trifft auf uns alle zu. David Walliams Bücher werden IMMER als Familie gelesen und alle haben hieran ihren Spaß.

Fazit

Billionen Boy: Ein neuer Band aus der Feder eines der besten Kinderbuchautoren unserer Zeit. David Walliams hat mit Joe Spud einen liebenswerten, tollpatschig nahbaren Protagonisten geschaffen, der einem ans Herz wächst.
Das Buch hält bis zum Ende Überraschungen bereit,  mit denen wir nicht gerechnet haben. Sie geben dem Buch noch einmal eine besondere Tiefe und eine neue Richtung. Am liebsten würden wir uns eine Fortsetzung wünschen.

Eure Mareike


David Walliams – Billionen Boy
Aus dem Englischen von Dorothee Haentjes-Holländer
Verlag: Rowohlt
Gebunden mit Schutzumschlag, 288 Seiten mit schwarz-weiß-Illustrationen

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