Best of Interior – Wohntrends 2018

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Stellen wir uns der Wahrheit: Ich bin süchtig nach schönen Interior-Büchern. Ich liebe es, einen Blick in fremde Wohnungen werfen zu dürfen und mich von außergewöhnlichen Kreativen inspirieren zu lassen. Jedes Einrichtungsbuch ist für sich genommen ein Spaziergang durch die Augen eines Fotografen. Und ich bin jedes Mal wieder überrascht und gespannt, welchen Winkel er oder sie wählt, welches Detail eingefangen wird oder oder wie viel Perfektion in den Kompositionen liegen. 
Doch mein Blick auf solche Details hat sich erst in den letzten Jahren entwickelt. Nicht zuletzt durch die außergewöhnliche Buchreihe von Callwey, die an den Best of Interior Award geknüpft ist. Es ist für mich zu einer liebgewonnenen Tradition geworden, dass ich euch jedes Jahr den neusten Band der Reihe vorstelle. Und wie mein Blick für solche Bücher geübter wurde, so hat sich auch die Buchreihe weiterentwickelt. Inzwischen stehen bei mir vier Bände, denn ich berichtete bereits 2013, 2015 und 2016 hier darüber. 

Aus dem Buch „Wohnideen aus dem wahren Leben“ wurde Stück für Stück etwas Größeres. Und ich bin froh, dass ich dieses Projekt über diesen langen Zeitraum als Leserin begleiten durfte. So hält man mit diesem Jahrbuch ein ausgezeichnet gelayoutetes und sehr durchdacht kuriertes Werk in den Händen, das für sich genommen schon ein Must-Have ist. Doch betrachtet man den Werdegang der vergangenen Jahre, lohnt sich die Anschaffung noch viel mehr. 

Gemütlich und zugleich so öffentlich wie nie zuvor

Gleich im Einleitungstext sagt Herausgeberin Tina Schneider-Rading etwas sehr zentrales: Wohnen ist sehr intim, unser Zuhause ist unsere Zuflucht vor der Außenwelt und unser Ruhepol. Aber zugleich wird Wohnen immer öffentlicher. Dank Social Media und Interior-Blogs oder aber Airbnb dringt die eigene Privatheit in den öffentlichen Raum. Die eigenen vier Wände werden herausgeputzt und präsentiert. Ein Spannungsfeld, das ich sehr liebe. So schwingt natürlich auch immer eine Spur Voyeurismus mit, wenn man einen Blick in die Wohnungen fremder (wenn auch sehr bekannter) Blogger wirft. Man holt sich dabei nicht nur Inspiration, sondern fühlt sich auch eingeladen in die Privatheit eines anderen Lebens. 

 

Wer gern einen Blick in die wohl stylischsten Zuhause werfen möchte, findet in „Best of Interior“ eine Menge guter Adressen. Wie in den Jahren zuvor hat eine Fachjury die besten Blogs und Wohnprojekte des Jahres gekürt. Hier ist eindeutig in den letzten Jahren viel passiert, so findet man in diesem Buch wenig „Bloggiges“, sondern eher sehr prestigeprächtige Projekte, die digital verlängert wurden. Es zeigt, wie sehr sich die Interior-Szene und ihr eigenes Selbstverständnis im Wandel befindet.

Wohnen ist Kunst. Das ist so das, was ich aus dem diesjährigen Buch mitgenommen habe. Es wird größer gedacht und die Wohnungen stärker als Einheit gesehen. Ein bestimmtes Wohnkonzept findet in allen Räumen statt. 
Ich muss zugeben, dass ich es manchmal etwas bedauert habe, dass die Privatheit immer stärker hinter die Professionalität der Blogger rutscht. 
Außerdem sind im letzten Jahr auch konkrete Trends (Pflanzen, Kupfer etc.) vorgestellt worden. Dadurch hatte das Buch noch einen Mehrwert über die Darstellung der Preisträger hinaus. Dies ist in diesem Jahr weggefallen – schade. 

Trotzdem hat dieses Buch gerade von den Bildern und der Gestaltung noch einmal ordentlich zugelegt und ich blättere sehr gern darin. 
Es fehlt an manchen Stellen die persönliche Note, das Gefühl, dass hier Menschen miteinander leben und gern Zeit verbringen. Ich hoffe, dass dies im kommenden Jahr wieder stärker in den Fokus rückt, sonst liefe man schnell Gefahr, nur noch ein etwas anderes Architekturbuch zu sein. 

Eure Mareike


Tina Schneider-Rading – Best of Interior. Wohntrends 2018
Verlag: Callwey
Gebunden, 208 Seiten, ca. 39,95 €

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