Ann Leary – Das Haus der Hildy Good

Posted on

“Das Haus der Hildy Good” von Ann Leary ist ein absolutes Strandbuch. Darum hab ich es auch in meinem Artikel in der ersten Ausgabe der “Generation Buch” zusammen mit anderen Strandbüchern vorgestellt. Es erfüllt einfach alles, was ich für ein Strandbuch brauche: es ist handlich, hat nicht zu viel Gewicht, dafür aber eine gute und abwechslungsreiche Story.

Hildy Good ist Immobilienmaklerin in einer amerikanischen Kleinstadt an der Ostküste. Sie versteht eine Menge von ihrem Job und weiß, wie sie auch die scheußlichsten Häuser an die gut betuchte Kundschaft bringen kann. Meist sind ein paar helfende Handgriffe der örtlichen Handwerker notwendig oder ein paar kleine Tricks bei der Präsentation, aber wenn Hildy ein Objekt verkauft, dann sind anschließend alle Parteien zufrieden. Denn Hildy hat auch ein weiteres Talent: Sie schafft es, hinter die Fassaden der Menschen zu blicken und binnen kürzester Zeit eine ganze Menge über ihr Gegenüber zu wissen. Ein nicht gerade sinnloses Talent für eine Immobilienmaklerin.
Doch es gibt auch noch die andere Hildy und die verbringt ihre Abende am liebsten alleine in Gesellschaft von Alkohol. Selbstverständlich hat sie alles unter Kontrolle und die auftretenden Filmrisse redet sie sich schön. Schließlich hat sie auf Drängen ihrer erwachsenen Töchter bereits einen Entzug hinter sich – und zwar erfolgreich. Aber nur, wenn sie trinkt, fühlt sie sich frei, lebendig und vergisst für einen Moment ihre zerbrochene Ehe und ihre Einsamkeit.
Dann kommt eines Tages Rebecca in die Stadt. Sie kauft ein riesiges Anwesen aus Hildys Portfolio, zieht dort samt Familie und Pferden ein und freundet sich schließlich mit ihrer Maklerin an. Zwischen den beiden Frauen herrscht ein immenses Vertrauen und so wissen sie von den kleinen hässlichen Geheimnissen der anderen. Sie fühlen sich wohl in der Gesellschaft der anderen und bewahren deren Geheimnisse.  Doch ausgerechnet Rebeccas größtes Geheimnis wird zur Zerreißprobe dieser Freundschaft.

Ihr merkt schon, in diesem Buch ist einiges los. In unheimlichen Tempo erzählt Ann Leary die Geschichte aus der Ich-Perspektive ihrer Protagonistin, die vor allem eines ist: menschlich. Hildy ist voller Makel und Macken und wir als Leser werden Zeuge, wie sie versucht, diese vor anderen geheim zu halten. Ein Zug, der sie mir unheimlich sympathisch gemacht hat.

Fazit

Buch einpacken und ab nach draußen. Ob am Strand, im Park oder auf dem Balkon, dieses Buch ist der perfekte Begleiter! Und ein herrlich erfrischendes Leseerlebnis ist doch in diesem Sommer genau das, was wir alle brauchen, oder?

Eure Maike


Ann Leary – Das Haus der Hildy Good
Verlag: Droemer Knaur
336 Seiten, Taschenbuch, 9,99 €

  • Share

0 Comments

Leave a comment

Your email address will not be published.

Bitte erklär dich damit einverstanden, dass deine Daten einzig für den Zweck des Kommentarschreibens in unserem System gespeichert werden.