[Rezension] Emily Brontë – Sturmhöhe

Sturmhöhe (oder auch „Die Sturmhöhe“) ist ein von Emily Brontë verfasster Roman. Die Autorin veröffentlichte ihn 1847 unter dem Pseudonym Ellis Bell. Ich erinnere mich noch, dass ich im Buchladen diese Ausgabe fand und dachte: „Hey ein Klassiker, sollte ich wohl mal lesen“. Dann hab ich es mitgenommen, aber irgendwie nie gelesen. Das ist jetzt auch schon wieder fünf Jahre her…

SturmhöheDas Geschehen ist hauptsächlich um das Gutshaus Wuthering Heights, der „Sturmhöhe“, und das Herrenhaus Thrushcross Garage im Moor von Yorkshire angesiedelt. Die Erzählung beginnt mit dem Eintreffen Lockwoods, dem neuen Pächter von Thrushcross Garage. Dieser lernt während eines Begrüßungsbesuchs in Wuthering Heights den Besitzer des Hauses, Heathcliff, sowie andere Bewohner des Hauses kennen. Alle Personen wirken unerklärlich verbittert und unfreundlich auf ihn, was diesen sichtlich verstört. Kurz darauf erkrankt Lockwood und wird von seiner Wirtin Nelly Dean, die Augenzeugin der Geschehnisse war,  mit der Geschichte der Familien Earnshaw und Linton unterhalten.
Heathcliff wurde als Findelkind von der Familie Earnshaw aufgenommen und mit den beiden Kindern Hindley und Catherine aufgezogen. Während ihn mit Catherine Freundschaft und Zuneigung verband, reagierte Hindley eher mit Hass auf ihn. Nach dem Tod des alten Earnshaw wird Hindley neuer Herr in Wuthering Heights und degradiert Heathcliff zum Dienstboten. Jahre später heiratet Catherine trotz Zuneigung zu Heathcliff Edgar Linton, dessen Familie in Thrushcross Garage lebt. Heathcliff, der sich von allen verraten fühlt, schwört nicht eher zu ruhen, bis er an allen Beteiligten Rache genommen hat. In der Folge gelingt es ihm durch eine Reihe durchdachter und intelligenter Schachzüge sich an mehreren Generationen der Familien Earnshaw und Linton zu rächen, sie ins Unglück zu stürzen und zum Herrscher über beide Häuser zu werden.

Das Buch ist sehr düster und zählt für mich zu den klassischen Gothic Novels. Die Charaktere des Buches sind allesamt sehr ungestüm und düster gestaltet, die regelrecht ungezügelt ihre Emotionen ausleben. Keiner ist ein wirklicher Sympathieträger, ich empfand für die Charaktere eher Mitleid. Die Autorin überlässt es außerdem ihren Lesern über Charaktere und Handlung zu urteilen, indem sie die Ich-Erzähler sehr neutral zu Wort kommen lässt. Brontë gelingt es meisterhaft, Charakterstudien anzufertigen und das Böse im Menschen zu zeigen. Dabei setzt sie bewusst bis zum Extremen aufgebaute Handlungsstränge ein. Diese sind teilweise etwas verschachtelt, dennoch verliert man beim Lesen nie den Faden.
Im viktorianischen England, das von hohen moralischen Ansprüchen und einer strengen kulturellen Ordnung geprägt war, kam der Roman bei Veröffentlichung nicht gut an. Er verstörte die Leser durch die Gestaltung der Charaktere und die düstere Grundstimmung des Buches. Heute wird Sturmhöhe als ein Klassiker der Literatur bezeichnet, jedoch immer noch recht ambivalent als bedeutendes Meisterwerk oder Kuriosität der Literatur betrachtet.

Mein Fazit: Keine Ahnung, warum ich es so lange nicht gelesen habe. Die ersten 40 Seiten waren etwas anstrengend, aber dann beginnt die eigentliche Erzählung und es las sich quasi von selbst. Die Erzählung ist wirklich schön, sehr emotional und wirkt vor allen Dingen sehr menschlich. Sie zeigt auf ungeschönte Art und Weise menschliche Abgründe auf und wozu Menschen fähig sein können. Und trotzdem ist es eine Liebesgeschichte, gerade dadurch gefiel mir das Buch besonders gut. Emily Brontë ist eine meisterhafte Charakterstudie gelungen, dessen roter Faden auch heute noch nachvollziehbar ist. Für mich ist das Buch ein Klassiker, das auf jeden Fall Wiederlese-Potenzial hat.

Eure Maike

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1 Kommentar

  • Antworten Sturmhöhe • Emily Brontë | lesestunden 25. Mai 2015 um 12:13

    […] gute Rezension ist übrigens auf Maikes und Mareikes Blog zu […]

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