Sophie Hannah – Der offene Sarg

Schon zum zweiten Mal nimmt sich die britische Autorin Sophie Hannah des belgischen Meisterdetektivs Hercule Poirot an. „Die Monogramm-Morde“ haben mich letztes Jahr hervorragend unterhalten, daher war es ganz klar, dass ich auch den neuen Fall lesen muss.

Dieses Mal verschlägt es den Detektiv auf das Landgut von Lady Athelinda Playford, einer Autorin von Kriminalromanen für Kinder. Er wurde, genau wie sein Freund Edward Catchpool (der auch als Erzähler fungiert) von der 70-jährigen Dame mit einem ominösen Brief eingeladen. Er ist neugierig und hat sich somit auf den Weg nach Irland gemacht. Dort findet er eine illustre Gesellschaft vor. Neben Lady Playford und ihrem Personal weilen auch ihre zwei Kinder nebst Partnern, ihre beiden Anwälte, ihr Sekretär und dessen Krankenpflegerin im Haus. Schon bald begreifen Poirot und Catchpool, dass sie nicht nur für ein einfaches Abendessen in geselliger Runde eingeladen wurden. Denn Lady Playford fürchtet um ihr Leben, will sie doch eine Änderung ihres Testaments bekannt geben. Nun, am nächsten Morgen gibt es tatsächlich eine Leiche. Dabei handelt es sich nicht um Lady Playford, dennoch nimmt Poirot mit der Hilfe seines Freundes die Ermittlungen auf. Sehr zum Unmut der irischen Polizei, die sich nicht in die Arbeit pfuschen lassen will. Außerdem ist der Fall für sie klar, schließlich hat eine Zeugin eine Anschuldigung vorgebracht. Doch Poirot ist ein Sturkopf wie eh und je. Er lässt es sich nicht nehmen, alle Anwesenden selbst zu befragen. Es beginnt ein fröhliches „Wer war es“, an dessen Ende hoffentlich hieb- und stichfest der Mörder oder die Mörderin feststeht. Also liest er die Puzzleteile auf und setzt sie nach und nach zusammen. Natürlich mit angemessener Höflichkeit!

poirot-der-offene-sargAuch mit diesem zweiten Fall gelingt es Sophie Hannah wieder, den Leser zu unterhalten. Für mich war es ein Urlaubsbuch. Ich hab es am Pool gelesen und hatte einen überaus vergnüglichen Nachmittag. Der Fall bietet vielleicht keine großen Überraschungen oder Wendepunkte, hält einen aber gut bei der Stange. Ich habe die ganze Zeit mitgerätselt, auf die eigentliche Lösung bin ich aber nicht gekommen. Dabei ist es natürlich ganz einfach und völlig logisch, wenn Poirot es vorträgt.
Und auch in diesem Buch hat mir wieder gefallen, dass Hannah nicht versucht, Christie zu kopieren, sondern sich ihre Figuren und Teile ihres Stils borgt und daraus etwas eigenes entwickelt. Die Geschichte wirkt nicht wie ein billiger Abklatsch, der sich bei den ursprünglichen Christie-Fällen einreihen möchte, sondern lässt den Detektiv in neuem Glanz erstrahlen. Da verzeihe ich es ihr auch, dass die Fälle mich nicht durchgehend fesseln und die Story ihre Längen hat. Am Ende fühlte ich mich gut unterhalten!

 

 

Fazit


Poirot schleicht wieder durch die Gänge. Und dieses Mal ermittelt er sogar auf Einladung. Ein Buch für unterhaltsame Stunden, das man einfach mal genießen kann.

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Eure Maike


Sophie Hannah – Der offene Sarg
Verlag: Atlantik
352 Seiten, Hardcover, 20 €

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