Rob & Sophia Palmer – Zu Gast in Marokko

Das Buch „Zu Gast in Marokko“ ist offiziell ein Kochbuch. Wenn man es aber aufschlägt, stellt man sehr schnell fest, das es eigentlich viel mehr ist. Bildband, Reiseführer und ein Einstieg in die vielfältige marokkanische Küche trifft es wesentlich besser.

Das Ehepaar Rob und Sophia Palmer begeben sich in diesem Buch auf die Spuren Sophias marokkanischer Wurzeln. Gemeinsam bereisen sie dieses grandiose und für viele doch so fremde Land, um sich ihm von kulinarischer Seite zu nähern. Sie machen Station in verschiedenen Gegenden und Städten des Landes, treffen Menschen, sammeln Geschichten und Rezepte. Die Vielfalt dieses Landes wird auf jeder Seite sichtbar, auch dank der prachtvollen Fotografien.

Herzstück des Buches sind trotz allem die Rezepte. Die marokkanische Küche ist keine, die von Rezeptbüchern lebt, das Kochen lernt man nur durch das Sammeln von Erfahrung – natürlich besonders aufgrund der vielfältigen Gewürze, die den Gerichten den typischen Geschmack verleihen. Dennoch ist es in diesem Buch gelungen, die Rezepte so zu formulieren, dass sie auch in Küchen außerhalb Marokkos und bei Anfängern gelingen. Sogar ich Küchenmuffel habe bereits ein Rezept nachgekocht: ein Teil meines kleinen privaten Silvestermenüs war der Rote-Bete-Salat mit Feta und Walnüssen, wie er in Moulay Idris zubereitet wird. Und da sind wir schon bei der nächsten Besonderheit dieses Buches: Die Rezepte sind nicht nach Kategorien, sondern Regionen angeordnet. Das wirkt auf den ersten Blick etwas konfus und ist vielleicht nicht so ideal, wenn man auf die Schnelle ein marokkanisches Menü zubereiten möchte. Mir gefällt aber gerade dieser Aspekt so gut an diesem Buch, da er den Charakter eines Reiseführers noch mehr unterstreicht – während wir durch Marokko reisen, reisen wir auch durch die Landesküche. Es ist halt kein Buch, dass man einfach so nebenbei durchblättert. Um es wirklich genießen zu können braucht man Zeit und etwas Ruhe.

Wenn ihr euch die nehmt, dann erwartet euch ein wahres Feuerwerk an Farben und Gerüchen. Bilder und Geschichten sind perfekt aufeinander abgestimmt und machen mein Fernweh nur noch größer. Die Rezepte sind wunderbar bebildert, so dass man beim Lesen direkt Hunger bekommt. Wie wäre es zum Beispiel mit Blumenkohlsalat mit Safran-Korinthen-Dressing? Oder einer Fleischbällchen-Tajine mit Tomatensauce? Zum Nachtisch empfehle ich auf jeden Fall einen Apfel-Karamell-Turm. Den habe ich schon ausprobiert und bin absolut begeistert. Die Rezepte leben vor allen Dingen von der Vielfalt an Gewürzen. Lasst euch davon nicht abschrecken, sondern holt euch das Sommer-Urlaubs-Feeling und ein kleines Abenteuer einfach in die heimische Küche – es lohnt sich.

Fazit


Das perfekte Buch für die letzten kalten Wintertage und alle, die sich dieses besondere Urlaubsgefühl nach Hause holen wollen. Das schaffen nicht nur die Bilder und die Geschichten aus Marokko, sondern auch die Rezepte. Warum also nicht mal von Sofa und Küche aus in einen Kurzurlaub starten!

Eure Maike


Rob & Sophia Palmer – Zu Gast in Marokko
Verlag: Callwey
288 Seiten, gebunden, 39,99 €

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2 Kommentare

  • Antworten Die Vorleser 18. Februar 2017 um 17:00

    Liebe Maike,
    Kochbücher, die zugleich auch Lesebücher sind mag ich auch sehr gerne. Ich habe schon eine kleine Sammlung davon, zu der „Zu Gast in Marokko“ gut passt. Auch die Fotos sehen toll aus. Den Salat würde ich am liebsten gleich essen. Hast du ihn schon ausprobiert?
    Liebe Grüße von den Vorlesern

    • Antworten Maike 25. Februar 2017 um 12:18

      Den Salat auf dem Foto habe ich tatsächlich noch nicht probiert. Den im Text erwähnten Salat mit Rote Bete esse ich hingegen mittlerweile ständig – die Kombi mit dem Feta begeistert mich wahnsinnig.
      Liebe Grüße
      Maike

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