[Rezension]: Nadja Reinbach – Im Garten der verlorenen Träume

Inhalt: Es ist das Jahr 1937. Emilia Conti lebt mit ihrem Mann Ettore und den beiden Söhnen Cesare und Horatio in dem kleinen italienischen Dorf Azzano. Als gebürtige Römerin und Tochter von bekennenden Kommunisten wird sie von den dortigen Bewohnern nicht sonderlich willkommen geheißen und sehnt sich zurück in die Stadt. Emilia sehnt sich zurück nach Rom, da sie glaubt, dort erwarte ihre Familie ein besseres Leben. Sie schlägt ihrem Mann, einem Schuster, vor mit ihr und den Kindern nach Rom zu gehen und sich dort als Designer und Produzent von Handtaschen zu verdingen. Ettore willigt mehr oder weniger ein, unter der Bedingung, dass sie eine Geschäft findet, dass seine Entwürfe verkaufen will. Sie bricht daher überstürzt nach Rom auf, wo sie nach langem Suchen einen Ladenbesitzer findet, der sich als Förderer zur Verfügung stellt. Allerdings stellt er eine für Emilia schwer zu erfüllende Bedingung. Damit beginnt eine Verkettung von Ereignissen, die das Leben von Emilia und ihrer Familie für Jahrzehnte prägen wird.

Im Garten der verlorenen Träume

Cover: Das Cover des Buches würde ich als klassisch mediterrane Szene beschreiben. Das gelbliche Haus im Hintergrund und der Tisch mit den Stühlen in einem Hinterhof erinnern mich doch recht stark an meine Vorstellung von einer italienischen Szenerie. Das gefällt mir persönlich sehr gut, ich mag es, wenn das Cover einen Bezug zum Titel und auch zur Handlung hat. Da es ein E-Book ist, habe ich das Cover dort nur in schwarz-weiß gesehen, da wirkt es leider gar nicht.

Leseeindruck: Am Anfang habe ich mich mit dem Buch erschreckend schwer getan, dach den ersten drei Kapiteln dachte ich nur: „Hilfe, wo bin ich denn hier rein geraten?“. Das lag hauptsächlich daran, dass ich mich überhaupt nicht mit der Hauptfigur Emilia anfreunden konnte. Obwohl sie 28 Jahre alt, verheiratet und bereits zweifache Mutter war, kam sie mir erschreckend unreif vor. Ständig suchte sie nach Zeichen, die ihr Entscheidungen abnahmen und die Richtigkeit ihres Handelns bestätigen. Doch mit ihrer Ankunft in Rom taucht ihre Mutter Carla auf und dreht für mich das erste Mal die Geschichte. Carla entwickelt sich innerhalb weniger Seiten zu meinem Lieblings-Charakter. Ihre ganze Art, ihr Leben zu gestalten, hat mich unglaublich beeindruckt. Auch sie hat für einen Traum gekämpft, ihn aber schon fast aufgegeben. Doch als sie sich daran erinnert, beginnt sie erneut zu hoffen und zu kämpfen. In ihr habe ich, im Gegensatz zu Emilia, von Anfang an eine starke Frauenfigur gesehen.
Doch mit dem Fortschreiten der Geschichte konnte mich auch Emilia immer mehr überzeugen. Die Art, wie sie für ihren Traum nach einem besseren Leben nicht nur für sich, sondern auch für ihren Mann und vor allem ihre Söhne kämpft, wirkte sehr überzeugend. Und mit der Zeit wird sie immer mehr zu einem realistisch handelnden Charakter, der zum Großteil ohne Bestätigung durch irgendwelche mystischen Zeichen auskommt. Das liegt natürlich auch an der Zeit in der die Geschichte angesiedelt ist. Beginnend 1937 wird vom Schicksal der Familie im zweiten Weltkrieg berichtet, nach dem Sturz Mussolinis und dem Ende des Krieges bis hin in die Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs. Über die Dauer der Handlung deutlich, wie zäh Emilia ist, da sie sich trotz zahlreicher Rückschläge nicht unterkriegen lässt und ihren Traum nie vollkommen aufgibt. Mehrmals scheint alles zu scheitern, doch durch eine Fügung eröffnet sich ihr ein neuer Weg. Der Autorin ist es gelungen, diese Fügungen nie unrealistisch erscheinen zu lassen, alles wirkt in sich geschlossen und sehr schlüssig. Mir persönlich haben dort die kleinen historischen Details gefallen, an denen man sich beim Lesen gut orientieren konnte.
Das Buch ist eine eher leichte Lektüre, ich habe es in wenigen Tagen durchgelesen. Das lag auch daran, dass ich mich irgendwann einfach nicht mehr losreißen konnte und wissen musste, was als nächstes passiert. Dennoch war es für mich kein Buch, dass mich nach dem Auslesen noch lange weiter beschäftigte. Wer nach einem Buch sucht, dass sich zum abendlichen Lesen nach einem langen Tag eignet, dem empfehle ich „Im Garten der verlorenen Träume“ uneingeschränkt. Alle anderen sollten aber auf jeden Fall mal einen Blick in die Leseprobe werfen.

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Nadja Reinbach – Im Garten der verlorenen Träume
Verlag: DotBooks
Ca. 349 Seiten, EBook, 5,99 €
Leseprobe

Eure Maike

Das E-Book wurde mir von DotBooks und Blogg dein Buch zur Verfügung gestellt – Vielen Dank

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