[Rezension] Matthias Keidtel – Ein Mann wie Holm

[lightgrey_box]Holm ist Ende 30, lebt bei seiner Tante, die eine Vorliebe für Eierlikör hat, und war noch nie mit einer Frau zusammen. Vielleicht ist das nicht normal, aber ein Mann wie Holm braucht auch keine Abenteuer. Schließlich ist es aufregend genug, auf der Suche nach Toilettenpapier die Abteilung für Intimpflege eines Supermarktes zu durchforsten. Aber dann lernt Holm eine Frau kennen – und das ist schon für normale Menschen ein Ereignis, das zu Komplikationen führen kann. Ist es Liebe? Und wenn ja, woran erkennt man das?[/lightgrey_box]

Ein Mann wie Holm

Aufmerksam geworden bin ich auf das Buch aufgrund des Titels. Das Cover ist nämlich eines, das ich normalerweise einfach ignoriert hätte. Es wirkt leer und relativ lieblos gestaltet, um nicht zu sagen, dass es „zusammengeklatscht“ wirkt. Beim Betrachten habe ich jedes Mal aufs Neue das Gefühl, man wäre von der Veröffentlichung so überrascht worden, dass man es in wenigen Minuten gestaltet hat. Schade, wo doch das Cover bei vielen Lesern den ersten Eindruck maßgeblich mitbestimmt.
Dafür hat mir der Titel gefallen. „Ein Mann wie Holm“, ich finde das klingt vielversprechend, ohne eine Richtung anzudeuten.

Holm ist mit seinen 37 Jahren überraschenderweise aus der elterlichen Wohnung geflogen und wohnt jetzt bei seiner Tante Hede auf dem Sofa. Dort richtet er sich seinen Alltag ein und startet das Projekt „Einleben“. Denn Holm ist ein Gewohnheitstier. Er mag es, wenn es z.B. jeden Tag zur gleichen Zeit Abendbrot gibt. Als er einen Job findet, ist die Problematik der Verschiebung dieser Mahlzeit einer seiner Hauptgedankengänge. den auch das trifft auf Holm zu: Er ist ein Denker, oder besser gesagt ein Zerdenker. Als Holm das erste Mal einen Supermarkt betritt (Mit 37, man muss es noch einmal betonen) kommt er vor lauter Denken fast nicht zum Einkaufen. Er fragt sich, was die Frauen von ihm denken, ob er sich mit den wenigen anwesenden Männern verbrüdern muss und welche Dinge er kaufen muss, um keine Rückschlüsse auf seine Gewohnheiten zuzulassen. Letzteres nimmt besonders beim Kauf von Toilettenpapier wahnwitzige Züge an. Daraus ergeben sich zahlreiche witzige Situationen und es könnten sogar noch mehr sein, doch leider werden viele durch ein paar schnelle Sätze aufgelöst. Und irgendwie wirkten viele Dinge doch sehr an den Haaren herbeigezogen.

Und dann ist da noch die Sache mit Holm und den Frauen. Hier ist mir das Buch leider sehr schnell auf die Nerven gefallen. Holm wirkt gnadenlos realitätsfern und völlig unfähig, soziale Situationen zu deuten und in ihnen zu interagieren. Das erste Mal ist das noch lustig, dann hatte ich es schnell über und habe es nicht mehr nachvollziehen können. Besonders, da „Frau/Freundin“ nur eine Art Projekt von seiner Seite ist. Es geht direkt darum, die Frau für den Rest des Lebens zu finden und sie in den festgelegten Alltag zu integrieren.

Fazit: Ein witziges Buch, das mich immer mal wieder schmunzeln ließ. Insgesamt war es aber doch enttäuschend. Die Grundidee finde ich klasse, die Umsetzung ist aber leider recht schwach. Nach dem Titel und der Beschreibung hatte ich einfach etwas mehr erwartet.

kleines Herz gefülltkleines Herz gefülltkleines Herz leerkleines Herz leerkleines Herz leer

Matthias Keidtel – Ein Mann wie Holm
Verlag: DotBooks
ca. 379 Seiten, EBook, 4,99€

Leseprobe

Eure Maike

Das EBook wurde mir von DotBooks und BloggDeinBuch zur Verfügung gestellt – Vielen Dank

Vorherige Beiträge Nächste Beiträge

Vielleicht gefällt dir auch

2 Kommentare

  • Antworten DieLeserin 23. April 2014 um 13:19

    Hallo Maike!
    Ui, nur 2 Herzen? Ich hab das Buch noch nicht gelesen, es aber bei Skoobe auf die Merkliste gelegt, weil ich es von der Idee her sehr witzig-interessant finde und einfach neugierig bin.
    Vielen Dank für deine Rezension! Denn so stelle ich meine Erwartungen gleich mal auf Sparflamme – und wer weiß, vielleicht gefällt es ja dennoch?
    Dir eine schöne Lesewoche, liebe Grüße, Iris

    • Antworten Maike 23. April 2014 um 15:49

      Der Titel hat mich auch begeistert und begeistert mich auch immer noch. Und Geschmäcker sind bekanntermaßen verschieden (wie man auch gerne mal an Mareike und mir sieht…) von daher, lass dich nicht abhalten! Es gibt übrigens auch einen zweiten Band, eventuell muss ich den der Vollständigkeit halber auch noch lesen. Dafür qualifiziert er sich mit 2 Herzen nämlich schon :-) Liebe Grüße, Maike

    Kommentar verfassen

    %d Bloggern gefällt das: