[Rezension] Mardi McConnochie – Wenn das Meer die Liebe trägt

Inhalt: „Vor fünf Jahren haben Marina und der Seemann Stead drei magische Tage und Nächte miteinander verbracht – dann musste Stead zurück hinaus aufs Meer. 1943 ist er endlich wieder in Sydney, doch Marina ist spurlos verschwunden. Was Stead nicht weiß: Er ist Vater geworden, und Marina ist ihm mit dem Baby hinterhergefahren – nach London, Schanghai und Singapur, immer auf der Flucht vor dem Krieg, immer auf der Suche nach ihm, und immer war er gerade weitergereist. All die Jahre haben die beiden sich verpasst, doch sie geben die Hoffnung nicht auf, dass das Meer sie wieder zusammenführen wird …“

2013-10-28 11.29.27

Das sage ich:

Also erst einmal: Hat der Klappentexter das Buch überhaupt gelesen? Ich denke mal, nicht. Denn da hat sich ein dicker dicker Fehler eingeschlichen. Es stimmt, dass Marina den Seemann Stead kennen lernt und sie drei wundervolle Tage miteinander verbringen. Es ist für beide die erste richtige Liebe und ja, sie wird tatsächlich ihrer einzigen gemeinsamen Nacht schwanger. Doch dann ist alles irgendwie anders. Marina ist ein junges Klaviergenie und hat als erste Frau ein Stipendium an einer renommierten Musikschule in England, deshalb verlässt sie ihre Heimat in Australien. An Bord stellt sie fest, dass sie schwanger ist. In London angekommen bringt ihre ältere Schwester, eine sehr exzentrische Künstlerin, sie in eine Klinik für ledige Mütter – sprich: Das Kind wird hier anonym an kinderlose Paare gegeben. Marina ist also ein junges, verängstigtes Mädchen, die vor der Wahl steht: Als gefallenes Mädchen ihre Musikkarriere und ihr gesellschaftliches Ansehen aufzugeben oder sich für das vaterlose Kind zu entscheiden  – auf einem fremden Kontinent, ohne finanzielle Mittel, an der Schwelle zu einem Krieg.

Auf der anderen Seite haben wir Stead, einen heimatlosen Streuner, der irgendwann beschlossen hat, zur See zu gehen. In Sydney lernt er ein süßes Mädchen kennen, irgendwie die erste, die ihn als Person wahrnimmt und sich für ihn und seine Träume interessiert. Doch nachdem er wieder zur See fährt, vergisst er sie quasi wieder. Erst Jahre später, als er wieder mal nach Sydney kommt, erinnert er sich an sie. Er besucht ihre Mutter und erfährt, dass sie irgendwo in den Kriegswirren verschollen ist. Jetzt erinnert er sich an die Gefühle, die sie damals in ihm wach gerufen hat und beginnt ihren Weg nachzuverfolgen.

Das klingt bisher gar nicht so kitschig wie der Klappentext, oder? Ist es auch nicht.

Das Buch erzählt eine wundervolle Geschichte über zwei Menschen vor und während des zweiten Weltkriegs. Man folgt Stead auf seinen Nachforschungen zu Marinas Verbleiben und bekommt dann immer in einer Rückblende ihre Erlebnisse damals geschildert. Marina macht ziemlich viel durch und wächst an ihren Herausforderungen. Stead hingegeben verändert sich durch die Suche nach ihr. Er beginnt über sie, ihre gemeinsame Zeit, aber vor allem auch über sich selbst und seine Zukunft nachzudenken.

Cover: Ich finde das Coverbild einfach nur großartig. Es ist sehr untypisch für den deutschen Markt.Das küssende Pärchen über das ganze Cover, wenig Text und ohne Rahmen oder grafische Absetzungen, finde ich dynamisch und stimmungsvoll. An Frisur und Kleidung erkennt man den zeitlichen Bezug zu den 30er/40er Jahren und auch der genutzte Filter ist für mich stimmig. Kein Kitsch, sondern ein schlichter Kuss zweier junger Menschen.

Titel: Nur der Titel ist mal wieder mäh! Was soll denn das bitte heißen „Meer trägt Liebe“? In Verbindung mit dem inhaltlich mangelhaften Klappentext macht das natürlich Sinn: Sie (die Liebende) reist ihm übers Meer nach. Stimmt nur nicht. Nice try! Der Originaltitel lautet: The Yoyagers. Herrlich, denn er trifft es genau.

Fazit: Zwei sympathische Reisende auf der Suche nach sich selbst, nach einander und ein paar schönen Sommererinnerungen – eindringlich und spannend. Ich habe das Buch tatsächlich in wenigen Stunden durchgelesen und habe jede Seite genossen.

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Eure Mareike

Rezensionsexemplar – Vielen Dank

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