[Rezension] Beatriz Williams – Im Herzen des Sturms

[lightgrey_box]Liebe, Verrat und ein Geheimnis, das wie ein Sturm alles aufwühlt …
New York, 1931. Lily Dane begleitet ihre selbstbewusste beste Freundin Budgie Byrne zu einem Football-Spiel, bei dem sich die junge High Society trifft. Dabei lernt Lily den gutaussehenden, jüdischen Nick Greenwald kennen, in den sie sich sofort verliebt. Er erwidert ihre Gefühle, und gegen den Widerstand ihrer Familien versprechen sie sich die Liebe …
„>Rhode Island, 1938. Wie jedes Jahr verbringt Lily den Sommer im Strandhaus ihrer Familie im Örtchen Seaview. Doch ein Sturm kündigt sich an: Auch Budgie kehrt nach Jahren dorthin zurück – gemeinsam mit ihrem Ehemann Nick Greenwald …
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Im Herzen des Sturms von Beatriz WilliamsDas Buch spielt – wie es der Klappentext schon andeutet – in einem Zeitraum von 7 Jahren, zwischen 1931 und 1938. Die jeweilige Ausgangssituation der beiden Erzählstränge könnte kaum unterschiedlicher sein. 1931 lernt man die schüchterne Lily kennen, die sich gerade in den attraktiven jüdischen Sportler Nick verliebt. Sie begleitet ihre beste Freundin Budgie, eine Herzen brechende Femme Fatal, die nichts anbrennen lässt und leicht herablassend über Juden spricht.
7 Jahre später ist Budgie mit Nick verheiratet und Lily hat mit beiden seit Jahren nicht gesprochen – dafür kümmert sie sich auffallend intensiv um ihre 6-jährige Schwester.
Die Unterschiede zwischen den beiden Zeitebenen machen die Spannung dieses Romans aus. Direkt nach den ersten Kapiteln weiß man, dass in diesen sieben Jahren eine Menge Dramatisches passiert sein muss und der Erzählstil in seiner eher leichten und unaufgeregten Art drängt zugleich unbarmherzig auf die Auflösung – den großen Knall zu. Man spürt regelrecht, wie sich über dem sommerlichen Ferienort Seaview eine Katastrophe zusammenbraut. Es gibt dafür keine äußeren Anzeichen, keine düsteren Wolken oder unruhige Tiere. Nein, die Welt dreht sich scheinbar normal weiter, doch  die Anspannung in den Figuren, die jahrelang verdrängten Geheimnisse und Erpressungen drängen unaufhaltsam an die Oberfläche. Ich habe bereits nach einigen Kapiteln gespürt, dass dieses Buch mit einem großen Knall enden würde, doch das Ende hat mich dann doch überrascht und etwas verwirrt zurückgelassen.
Abgesehen davon haben mir die Figuren und vor allem die Zeit und das Handlungsumfeld ziemlich gut gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft. Die Handlung ist überraschend und enthält kaum Klischees oder erwartbare Figuren, was mir beim Lesen sehr viel Freude gemacht hat. Leider driftet die Erzählung für meinen Geschmack zu oft in sexuelle Darstellungen und insgesamt sind die Figuren ziemlich häufig gedanklich bei dem Thema Sex. Das ist vermutlich Geschmackssache, aber m.M.n. bringt es hier die Handlung kein Stück voran und es leidet durchaus die Glaubhaftigkeit der Geschichte darunter. Dadurch konnte ich das historische, glamourös angehauchte Setting nicht genießen.

Fazit: Im Herzen des Sturms ist ein tolles Buch über Liebe, Missverständnisse und den Glanz der 30er Jahre. Leider kommt die Katastrophe und deren historisches Umfeld viel zu kurz und Sex und Gedanken über Sex nehmen eindeutig zu viel Platz ein.
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Beatriz Williams – Im Herzen des Sturms
Verlag: blanvalet
Leseprobe

Eure Mareike
Rezensionsexemplar, vielen Dank an den blanvalet Verlag.

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