[Rezension] Anna Valenti – Sternentochter

[lightgrey_box]„Das war anders als alles, was sie kannte, anders als alles, was ihr über die Beziehung zu einem Mann je gesagt worden war. Und es war stärker als Worte es auszudrücken vermocht hätten. Sie lag ganz still da und spürte sich. Sie lebte. Jeder Atemzug war Leben, war Kraft, war – Glück!“
Deutschland, Ende des 19. Jahrhunderts: Die junge Caroline, Tochter des Straßenmeisters Caspari, ist einem angesehenen Mann versprochen. Aber sie findet ihn abstoßend und weiß, dass sie niemals Gefühle für ihn haben wird. Ihr Herz gehört einem anderen: dem neuen Postillion der Stadt. Gegen alle Widerstände entscheidet sie sich dafür, ihrem Herzen zu folgen. Doch von Seiten ihrer Familie kann sie nicht mit Verständnis rechnen.[/lightgrey_box]

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Caroline lebt in einem kleinen Dorf, ihr Leben ist sehr begrenzt, behütet und überschaubar. Sie genießt ihr ländliches Leben und ist ausgelassen und fröhlich – bis ihre Eltern ihr mitteilen, dass sie den Sohn der angesehensten Familie des Ortes heiraten soll. Zunächst ist sie damit einverstanden, sehr reizt sie der soziale Aufstieg und gegen den jungen Mann hat sie auch nichts. Doch dann verliebt sie sich Hals über Kopf in den jungen Postillion und bereut ihre naive Zusage zu der quasi geschäftsmäßigen Verlobung.
Es ist spannend Caroline dabei zu zuschauen, wie sie sich von einem naiven Kind immer mehr zu einer jungen Frau mit eigenen Ideen und Wünschen entwickelt. Sie ist nicht rebellisch und stellt sich auch nicht offen gegen ihre Eltern, doch nach und nach findet sie Mittel und Wege, um ihre Wünsche auszudrücken. Das finde ich persönlich recht authentisch und scheint mir typisch für die damalige Zeit gewesen zu sein. Eine junge Frau musste sich ihre Freiräume dezent und Stück für Stück erkämpfen. Das schafft die Autorin glaubhaft und sensibel darzustellen.
Zugegeben: Die Handlung ist recht schlicht, aber das Buch war dank seines sehr guten Schreibstils ein regelrechter Pagetuner. Ich habe wirklich mit ihr und ihrem schnuckeligen Liebsten mitgefiebert und als das Buch in einem fiesen Cliffhanger endet, quiekte ich entgeistert – mitten im Zug. So sehr hat mich die Geschichte gepackt. Nicht zuletzt, weil die Handlung teilweise in Kassel angesiedelt ist, was recht nah an meiner Heimat liegt. Das macht es noch reizvoller für mich.
Natürlich sind die Figuren an einigen Stellen überzogen und die Handlung ist – wie gesagt – etwas platt, aber ich hoffe sehr auf die folgenden drei Teile, denn da kann noch viel passieren.

Fazit: Wer noch eine leichte herzschmerzige Sommerlektüre mit Suchtgefahr sucht, ist hier genau richtig! Da bei der Tiefe der Charaktere eindeutig noch Luft nach oben ist, gibt es ein Herz Abzug:
kleines Herz gefülltkleines Herz gefülltkleines Herz gefülltkleines Herz gefülltkleines Herz leer

Eure Mareike

Anna Valenti – Sternentochter
Verlag: dotbooks
ca. 361 Seiten, 5,99 Euro
Leseprobe

 

 

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1 Kommentar

  • Antworten Christa 9. Juni 2015 um 09:35

    Schade das es den vierten Teil nicht als Buch gibt. Habe die ersten drei Teile gelesen und hätte gerne gewusst wies weitergeht.
    Das bleibt nun offen den ebook habe ich keins kann es mir nicht leisten.

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