Nachttischhüter – Diese Bücher blieben lange ungelesen

Die Bücher, die wir euch heute vorstellen, lagen eindeutig zu lange neben den Leseplätzen. Immer wieder kamen Bücher dazwischen, die man ganz dringend zuerst lesen musste. Manchmal passten die Bücher auch nicht zur momentanen Lesestimmung. Oder aber man hatte so viel Stress, dass einem absolut nicht der Sinn nach einem 500-Seiten-Wälzer war.
Also rutschten sie ganz langsam nach hinten, diese unglücklichen Bücher. Doch in Vorbereitung auf die Kehrwoche haben wir in den letzten Wochen versucht, diese Bücher ganz bewusst nicht mehr zu übersehen. Hier sind die Titel, die wir jetzt endlich gelesen haben oder es in den kommenden Tagen dringend vorhaben.

Mareike


MAGARETE STOKOWSKI | Untenrum frei
Dieses Buch war für uns beide ziemlich wichtig. In Vorbereitung auf die Buchmesse wollten wir es unbedingt ganz dringend lesen. Haben wir auch direkt. Doch dann blieb es irgendwie liegen – keine Besprechung, keine weitere Erwähnung. Eigentlich müsste ich es nochmal lesen, damit ich fundiert eine Besprechung schreiben könnte. Es löste aber so viel Respekt in mir aus, so viel Begeisterung, dass ich seit Monaten gehemmt bin – und dieses Buch wieder als ungelesen einstufe.

 

 

JOHN WRAY | Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
Das Buch handelt von Zeitreisen, hat einen skurrilen Humor und ist randvoll mit seltsamen Figuren. Und das wäre mir beinahe entgangen, denn das Cover hat mich irgendwie abgeschreckt – naja, ganz ehrlich: Noch viel mehr schreckte mich aber die Dicke von über 700 Seiten ab. Gut, dass ich in meinem Winterurlaub bewusst zu den dicken Büchern gegriffen habe. Denn im Urlaub kann man ruhig mal eine Nacht durchlesen. Dann ist es plötzlich gar nicht mehr so schlimm, dass dieses Buch drei Generationen und fast über ein Jahrhundert gespannte Handlungen miteinander verknüpft – weil man sich völlig drin vertiefen kann.

DOROTHY BAKER | Zwei Schwestern
Ein Roman, der bei vielen meiner Lieblingsblogger auf völlige Begeisterung gestoßen ist. Außerdem handelt es sich hierbei um ein Buch, das zu den wiederentdeckten Klassikern gehört. Dabei habe ich schon einige fantastische Bücher entdeckt. Cocktails zum Beispiel. Und so ist auch das Buch von Dorothy Baker ein echter Volltreffer gewesen: Es geht um Zwillingsschwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten, einen plötzlich auftauchenden Verlobten und einen Vater, der verdächtig nach dem guten Hemingway klingt. Alle genehmigen sich den ganzen Tag harte Drinks und bewegen sich auf einen großen Abgrund zu. Herrlich! Warum ich das Buch fast 1 1/2 Jahre ungelesen gelassen habe? Keine Ahnung!

ERICA SWYLER | Das Geheimnis der Schwimmerin

Die Geschichte über eine Familie von Schaustellerfrauen, die alle am selben Tag – aber mit je einer Generation Abstand – ertrinken. Das Geheimnis über diese außergewöhnlichen Frauen mit enormem Talent zum Luftanhalten – sodass sie als Meerjungfrauen auftraten – bedroht nun die nächste Generation, die sich dem vermeintlichen Fluch aber stellen wollen. Ein Buch, das so sehr nach leichter Unterhaltung klang, dass ich lange Angst vor einer Enttäuschung hatte. Deshalb lag das Buch seit dem Sommer bei mir rum. Irgendwie habe ich es nicht ernst genommen. Als ich es nun in meinem Weihnachtsurlaub erstmals richtig zur Hand nahm, habe ich es nicht mehr beiseite legen können. Tolle Unterhaltung, die ich viel zu lange links liegen gelassen hatte.

 

Maike


MICHAELA KARL | Ich blätterte gerade in der Vogue, da sprach mich der Führer an
Fangen wir doch der Ehrlichkeit halber mit meinem aktuellen Nachttischhüter an. Auf das Buch über Unity Mitford hatte ich mich wirklich gefreut und als es bei mir ankam, landete es extra ganz oben auf meinem Stapel. Ich wollte nur noch ganz kurz mein aktuelles Buch beenden… Tja, und nun liegt die gute Unity seit September unangerührt auf meinem Schreibtisch.

 

 

SELJA AHAVA | Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm
Eigentlich hat das Buch alles, was mich zu einem spontanen Lesenachmittag verleitet: tolles Cover, interessanter Titel und nicht zu viele Seiten. Zusätzlich war ich schon ziemlich lange um das Buch herumgeschlichen. Alles Gründe, um das Buch spontan aus dem SuB zu ziehen und loszulesen. Ich hab es trotzdem nicht gemacht. Von Oktober bis Dezember stand es nur dekorativ (Cover gut sichtbar nach vorne) im Regal. Über die Weihnachtstage habe ich es endlich gelesen.

 

BETTINA STANGNETH | Böses Denken
Bei diesem Buch weiß ich immerhin, warum ich es nicht lese: Ich fürchte mich vor dem Inhalt und beweise damit, dass Bücher durchaus furchterregend sein können. Ich kann meine Angst nicht einmal genau begründen, aber das Buch liegt hier seit Ewigkeiten (letztes Frühjahrsprogramm?) rum. Eindeutig zu lange für meinen Geschmack! Von daher ist es das erste Buch, dem ich mich bei der morgigen Lesenacht widmen werde.
Diese Bücher lagen uns schon ein wenig auf der Seele. Es ist wirklich ein gutes Gefühl, über sie zu schreiben und sie sich wieder in Erinnerung zu rufen. Plötzlich erscheint einem der SuB gar nicht mehr so chaotisch und undurchdringbar.

 

Wie sieht es bei euch aus | Welche Lektüre schiebt ihr vor euch her oder habt sie lange Zeit vor euch hergeschoben?

 

Lesenacht | Nicht vergessen: Morgen findet die „Lange Nacht der aufgeschobenen Bücher“ #lndab statt. Ihr könnt euch unter dem Übersichtsartikel von Montag oder direkt bei der Facebook-Veranstaltung anmelden: https://www.facebook.com/events/237959676615320/
Wir freuen uns schon auf den Abend mit euch :)

Eure Mareike und Maike

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7 Kommentare

  • Antworten Die Vorleser 13. Januar 2017 um 18:47

    Oh ja, das kennt wohl jeder! Ich habe mir seit dem Sommer fest vorgenommen, Nacht und Tag von Virginia Woolf zu lesen. Doch irgendwie habe ich ein Mal ein Buch vorgezogen und so ist es nach und nach in Vergessenheit geraten. Gestern erst habe ich es dann gesehen und habe mir vorgenommen noch heute die erste Seite zu lesen!
    Auf der Suche nach der verlorenen Zeit hört sich übrigens richtig gut an, das muss ich unbedingt im Hinterkopf behalten :)

    Liebe Grüße
    Maxi von Die Vorleser ♥

  • Antworten Friedelchen 13. Januar 2017 um 20:39

    Zur Lesenacht werde ich leider nicht dazustoßen, da ich morgen endlich einmal kinderfrei habe und mit meinem Liebsten unterwegs bin. Aber die Nachttischhüter werde ich auf jeden Fall noch raussuchen. Das sind bestimmt so einige.

  • Antworten laberladen 13. Januar 2017 um 20:57

    Untenrum frei steht auf meiner Leseliste. Ich denke, das Buch kann man auch ein zweites Mal lesen ;-)

    LG Gabi

  • Antworten Nanni 14. Januar 2017 um 08:13

    Hallo,
    Mareikes Nachttisch Hüter klingen allesamt sehr interessant. Die werde ich mir mal näher anschauen.
    Auf meinem Nachttisch liegen in erster Linie Kinderbücher für das abendliche Leseritual. Das findet ganz kuschelig im großen Bett statt.
    Einzig ein Roman liegt dort, seit dem Hauskauf vor 2,5 Jahren. Welcher das ist, darf ich hier gar nicht erzählen. *hüstel* *ganz leise flüster* „Der große Gatsby“.
    Liebe Grüße
    Nanni

  • Antworten crumb [KeJas-BlogBuch] 15. Januar 2017 um 15:38

    Eure Lesenacht ist ja mal eine wunderbare Idee & wie gern hätte ich mitgelesen! Leider war ich jedoch unter der Decke verkrochen & nicht fit genug dafür! Freue mich auf eine nächste Aktion, liebe Grüße,
    Janna

  • Antworten Kinderbuch-Detektive 15. Januar 2017 um 20:48

    Hallo ihr Zwei,
    Bei mir kommt es ausgesprochen selten vor, dass ich Bücher lange liegen lasse. Anders sieht es mit den Buchbesprechungen aus. Besonders gute Bücher verdienen aus meiner Sicht eine ordentliche, möglichst einzigartige Rezension. Und so wächst bei mir nicht der Stapel ungelesener, sondern der Stapel unrezensierter Bücher. Neben den kleinen Buchperlen häufen sich darin die null-acht-fünfzehn-(Kinder)Bücher, die für mich außerordentlich schwierig zu besprechen sind. Über Bücher zu schreiben, die nicht wirklich empfehlenswert sind, aber von Kindern mit Begeisterung bändeweise verschlungen werden, gehört nicht zu meinen liebsten Beschäftigungen…
    Liebe Grüße
    Anna

  • Antworten monerl 18. Januar 2017 um 10:54

    „Der Tag, an dem ein Was durch London schwamm“ habe ich als Hörbuch gehört und war etwas enttäuscht. Hatte mir mehr davon versprochen. Aber zur -Ehre- des Buches muss ich sagen, dass das Hörbuch nicht besonders gut vorgelesen wurde. Hab auch ne Rezi dazu geschrieben, falls sie dich nach der Lektüre interessiert. ;-)
    Von deinem Stapel würde ich mir „Das Geheimnis der Schwimmerin“ aussuchen. Das klingt für mich sehr spannend! Hoffentlich kannst du das Buch bald erlösen und deinen Nachttisch erleichtern. Auf deine Meinung hierzu bin ich gespannt.

    Ich habe keinen Stapel mehr, ich betrachte meine RuBs als meinen Stapel. Ich muss daraus immer spontan ein Buch herrausziehen, ansonsten verlagert sich mein RuB neben mein Bett. :-)

    GlG vom monerl

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