[Lieblingsbücher]: Ray Bradbury – Fahrenheit 451

Im Rahmen der “Lieblingsbücher-Challenge” liest jede von uns noch einmal  12 ihrer Lieblingsbücher und präsentiert sie hier.

Darum gehts: „In dem Staat, den Bradbury in eine nahe Zukunft projiziert, ist die Feuerwehr nicht mehr mit Wasserspritzen ausgerüstet, sondern mit Flammenwerfern, die genau diesen Hitzegrad erzeugen, um die letzten Zeugnisse individualistischen Denkens – die Bücher – zu vernichten. Da beginnt ein Feuerwehrmann, sich Fragen zu stellen… Die beängstigende Geschichte von einer Welt, in der das Bücherlesen mit Gefängnis und Tod bestraft wird. Ein Plädoyer für das freie Denken.“

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451 Grad Fahrenheit oder 232 Grad Celsius ist die Temperatur, bei der Bücherpapier zu brennen beginnt. In Bradburys Welt werden alle Bücher (bzw. generell das Geschriebene Wort) als gefährlich angesehen und verbrannt. Die Menschen wollen ihre Zeit lieber vor riesigen Fernsehwänden verbringen und sich mit seichter Unterhaltung berieseln lassen. Guy Montag, Hauptfigur der Geschichte, ist als Feuerwehrmann für die Vernichtung der verbliebenen Bücher zuständig. Er geht seinem Job jahrelang gewissenhaft nach, ohne jemals etwas bewusst zu hinterfragen. Dann lernt er eines Abends die junge Clarisse kennen, die Fragen stellt und die Montag klar macht, wie unzufrieden er eigentlich ist. Danach nimmt sein Leben eine Wendung, mit der er selbst nie gerechnet hätte

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Wie die meisten kenne auch ich Bilder von Bücherverbrennungen. Immer wenn ich so etwas sehe, läuft es mir eiskalt den Rücken herunter. Bradbury geht mit seiner Idee weiter als alles bisher Geschehene: Wissen und Kulturgeschichte werden systematisch vernichtet, die Menschheit begibt sich freiwillig in ihre eigene Verdummung. Ganz nach dem Motto „Zerstöre alles, was du nicht verstehst“ forderten die Bürger vom Staat, dass Niveau des Wissens immer weiter zu senken. Das Vorgehen des Staates wurde über die Zeit immer drastischer, die Verbrennung von Büchern ist der Höhepunkt dieses Vorgehens. Für mich eine grauenhafte Vorstellung. Könnt ihr euch vorstellen, für den Besitz von Büchern und das Bedürfnis nach Bildung und Wissen bestraft zu werden?

Ich persönlich habe in Fahrenheit 451 auch meine persönliche Horrorgestalt gefunden: den mechanischen Hund, der zu jeder Feuerwehr gehört. Mittels eines Metallstachels kann dieser Menschen betäuben oder töten, dank eines nahezu perfekten Geruchssinn kann er sie auch über enorme Entfernungen aufspüren. Und wenn er einmal auf ein Opfer angesetzt wurde, gibt er erst nach Erfüllung seiner Aufgabe auf. Ich hatte tatsächlich nach dem Lesen Alpträume von diesem Hund. So etwas war mir bis dahin noch nie und ist mir auch noch nicht wieder passiert.

Fazit: In Fahrenheit 451 präsentiert sich dem Leser eine erdrückende Version der menschlichen Zukunft. Daher ist das Buch ziemlich schwere Kost, das bis heute zum Nachdenken, vorrangig über den eigenen Medien-Konsum, anregt. Gerade wenn man sie die aktuelle Fernsehlandschaft und leider auch die Bestsellerlisten ansieht, erscheint Bradburys Welt um einiges realer und vor allen Dingen möglicher. Deshalb greife ich auch heute noch immer wieder gerne zu diesem Buch. Mittlerweile habe ich auch keine Alpträume mehr. Und am Ende zeigt Bradbury auch noch einen kleinen Ausweg auf…das macht doch Hoffnung.

Eure Maike

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