[Lieblingsbücher-Challenge] Theodor Fontane – Mathilde Möhring

Im Rahmen der “Lieblingsbücher-Challenge” liest jede von uns noch einmal 12 ihrer Lieblingsbücher und präsentiert sie hier.

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Mathilde Möhring habe ich das erste Mal in der 12. Klasse gelesen, als Pflichtlektüre fürs Abitur im Leistungskurs Deutsch. Für mich war es eine echte Entdeckung, seitdem bezeichne ich Fontane als den mir liebsten der deutschen „Klassiker“.  Seitdem liegt mir meine Reclam-Ausgabe sehr am Herzen, auch wenn sie mittlerweile ziemlich geschunden aussieht. Aber aus Nostalgiegründen wird sie behalten und immer wieder hervorgekramt. Das gilt übrigens auch für den Rest meiner Abi-Lektüre…

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Ich erinnere mich wirklich an nichts mehr, was wir damals zu diesem Buch besprochen haben. Faszinierend, wenn man bedenkt wie lange man sich mit so einem Buch auseinander setzt. Und auch meine Randnotizen sind hier sehr spärlich, da ich immer eher zusammenhängend auf Blöcken Notizen gemacht habe.
Aber die Geschichte von Mathilde hat mich wahnsinnig fasziniert. Heute würde ich sogar sagen, dass hier meine Begeisterung für Geschichten über Frauen am Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts begann. Denn Mathilde versucht alles, um ihr Leben in eine neue Bahn zu lenken. Die kleinbürgerliche Tochter ist tief in ihrem Inneren unzufrieden mit ihrem Leben und als der Student Hugo Grossmann bei ihr und ihrer Mutter als Untermieter einzieht, legt sie sich eine Strategie zurecht. Diese geht auf, als Hugo ihr einen Heiratsantrag macht. Sie beginnt, auf sein Leben einzuwirken und schafft es so ihren ärmlichen Verhältnissen zu entfliehen. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer, denn Hugo stirbt an den Folgen einer Lungenentzündung. Mathilde findet sich wieder zurückgeworfen in ihre alte Lebenswelt, sie steht nicht besser da als vor ihrer Heirat.
Und an diesem Punkt liegt für mich einer der besten Handlungspunkte des Romans. Denn statt sich erneut zu verheiraten, nimmt sie dieses Mal ihr Leben selbst in die Hand und belegt Kurse, um Lehrerin zu werden. Auch wenn das ein totales Klischee ist, aber in der 12. Klasse hat mir persönlich unheimlich weiter geholfen. Ich wusste nämlich überhaupt nicht was ich will, ich wusste nur, dass sich etwas ändern muss. Da kommt einem so ein Buch gerade recht.

Im Anschluss habe ich direkt „Irrungen, Wirrungen“ gelesen. Und ich glaube, der Rest meines Abi-Kurses hat mich dezent für verrückt erklärt… die meisten fanden die Pflichtlektüre eher nervig. Immer, wenn ich nicht so recht weiß, was ich lesen will, krame ich meinen Fontane wieder raus. Zum Glück hat er ja eine ganze Menge geschrieben. Theodor Fontane ist meine persönliche Allzweckwaffe gegen den Lesefrust!

Habt ihr auch so einen Autor, den ihr immer wieder lesen könnt und der eure Leselust auch in Tiefphasen weckt?

Eure Maike

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