[Lieblingsbücher-Challenge] Kate Morton – Der verborgene Garten


Im Rahmen der “Lieblingsbücher-Challenge” liest jede von uns noch einmal 12 ihrer Lieblingsbücher und präsentiert sie hier.

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Als die junge Australierin Cassandra von ihrer Großmutter ein kleines Cottage an der Küste Cornwalls erbt, ahnt sie nichts von dem unheilvollen Versprechen, das zwei Freundinnen ein Jahrhundert zuvor an jenem Ort einlösten. Auf den Spuren der Vergangenheit entdeckt Cassandra ein Geheimnis, das seinen Anfang in den Gärten von Blackhurst Manor nahm und seit Generationen das Schicksal ihrer Familie bestimmt. 

Blackhurst Manor, Cornwall, Anfang des 20. Jahrhunderts: Nach dem Tod ihrer Eltern wächst Eliza bei ihrem Onkel auf Blackhurst Manor, dem Familienbesitz der Mountrachets, auf. Sie und ihre Cousine Rose werden schnell unzertrennlich. Um der Welt der Erwachsenen zu entfliehen, erkunden sie das geheimnisvolle Anwesen und entdecken einen verborgenen Garten mit einem Cottage – ein Ort, an den sich die fantasievolle Eliza immer wieder zurückziehen kann. Doch als die Mädchen erwachsen werden, zerbricht ihre einstige Freundschaft. Rose verliebt sich in Nathaniel, und als die beiden heiraten, zieht sich Eliza in das Cottage zurück, um sich ganz dem Schreiben von Geschichten zu widmen. So ahnt sie nicht, dass Rose zutiefst unglücklich ist, weil ihre Ehe kinderlos bleibt. In ihrer Verzweiflung bittet sie Eliza um Hilfe. Ein unheilvoller Plan wird in die Tat umgesetzt und bestimmt fortan das Schicksal der nachfolgenden Generationen …

 2014-02-23 18.13.30

Achja, wer musste spontan an „Der geheime Garten“ von Frances Hodgson Burnett denken? Richtig, die Parallelen sind auffällig und gewollt. Man spürt wirklich in jeder Zeile, dass Kate Morton Literaturwissenschaftlerin ist und ihr Handwerk versteht. Es sind zahlreiche Einflüsse bekannter Werke zu spüren. Besonders deutlich natürlich auf „Der geheime Garten“, aber auch die modernen Märchen von Oscar Wilde standen hier eindeutig für die in die Handlung eingebetteten Märchen Pate. Allein diese eigenständigen kleinen Geschichten machen das Buch zu etwas Besonderem für mich. Die Märchen sind ein wichtiger Teil der Buches und autobiographischer Ausdruck von Eliza. Auf der Spurensuche in der Gegenwart sind es gerade die Märchen, die entscheidende Hinweise auf das Leben von Eliza, Rose und deren Tochter Nell geben. Diese Vermischung von Genres, die wirklich originelle Spurensuche und eine spannende Geschichte über eine Freundschaft, die unter keinem guten Stern stand, haben mich auch beim erneuten Lesen vollkommen gefesselt.

Dieses Buch war für mich der erste historische Roman, den ich gelesen habe. Bis dahin habe ich dieses Genre eher belächelt und auch heute gibt es nicht viele Bücher, die in ihrer literarischen Substanz und Feinfühligkeit mit diesem Buch mithalten können. Auch die anderen Bücher von Kate Morton waren … durchwachsen. Aber hier stimmt für mich einfach alles: Die Figuren sind durchdacht, perfekt motiviert, die Handlung ist glaubwürdig, aber überraschend, die Einbettung in den historischen und literarischen Kontext ist einfach beispiellos gut gelungen. Und die Märchen sind, ähnlich wie bei J.K. Rowling, schon für sich allein bezaubernd schön.

Kurz und gut: Auch nach vielen weiteren historischen Romanen ist dieser einfach die unangefochtene Nummer 1 für mich.

Kate Morton – Der verborgene Garten
Verlag: Diana
640 Seiten, Taschenbuch, 9,95 €
Zur Leseprobe geht es hier lang.

Wie steht ihr eigentlich zu historischen Romanen?

Eure Mareike

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