Mary Lunde Die Geschichte der Bienen vor einem roten Hintergrund

KURZTIPP | Maja Lunde – Die Geschichte der Bienen

Der Debütroman der Norwegerin Maja Lunde hat in den vergangenen Monaten für große Begeisterung gesorgt. Nicht zuletzt, weil das Thema um die aussterbenden Bienen traurige Aktualität hat und immer stärker ins Bewusstsein der Menschen dringt.
Mary Lunde nimmt nun das Phänomen der rückläufigen Bienenpopulation und verwebt einen spannenden wie unterhaltsamen Roman darum.

Die professionelle Bienenzucht bildet den Rahmen für diese drei, nur lose verbundenen Geschichten: Ein frustrierter Ladenbesitzer sehnt sich nach seiner ehemaligen Forschungstätigkeit und erhofft sich hierbei Interesse und Anerkennung von seinem Sohn. Doch genauso wie die Bienen, lässt sich dieser nicht von seinem Vater bändigen.
In der Gegenwart hat ein Bienenfarmer längst die Verbindung zu seinem Sohn verloren und muss sich zugleich mit dem plötzlichen Sterben seiner Bienen befassen – unter den bitteren Vorwürfen seines Sohnes.
Und dann ist da noch die düstere Zukunftsversion von … deren geliebter Sohn nach einem mysteriösen Unfall in den Obstplantagen von der Regierung nach Hongkong genommen wird. Sie ist eine arme Baumbestäuberin (Bienen und andere Insekten gibt es schon lange nicht mehr, Menschen müssen für jedes Stück Obst oder Gemüse selbst per Hand bestäuben), doch opfert sie all ihre Ersparnisse, um ihren Sohn wiederzufinden.
Ein vielschichtiger Roman, der einiges an Interpretationspotenzial hat: Sei es die Beziehung von Vater/Sohn und Mutter/Sohn, die Sicht auf die Bienen und auf den Menschen. So unterhaltsam die Geschichte auch ist, sie hallt lange nach. Sie bleibt hängen und lässt einen anders auf die kleinen Schwarz-Gelben Wesen schauen, die da von Blume zu Blume fliegen. Wir sind untrennbar mi dem Schicksal der Bienen verbunden – doch schöner als Mary Lunde hat wohl noch nie jemand diese Tatsache in einer Geschichte verwoben.

Fazit

Wer „Der Wolkenatlas“ mochte, wird „Die Geschichte der Bienen“ lieben: Geschickt verwobene und doch getrennte Geschichten über die Sehnsucht nach Familie, Liebe und Anerkennung – alles verbunden vor dem brisanten Thema der Bienenzucht. Ein schönes, sprachlich elegant erzähltes Debüt, das auf viele weitere gut recherchierte Werke hoffen lässt. Behaltet Maja Lunde im Auge.

Eure Mareike


Maja Lunde – Die Geschichte der Bienen
Verlag: btb
Gebunden, 512 Seiten, ca. 20 €

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5 Kommentare

  • Antworten stefka 5. August 2017 um 21:52

    Ich habe „Die Geschichte der Bienen“ gerade als Hörbuch angehört, und mich hat es auch beeindruckt. Sicher keine leichte Kost, aber sehr spannend und teilweise sogar beängstigend.

    In Deinem Text habe sich zwei Fehler eingeschlichen: die Autorin heißt Maja (und nicht Mary) und sie ist Norwegerin, nicht Dänin.

    • Antworten Mareike 5. August 2017 um 21:56

      Lieben Dank – du hast natürlich recht. Ich habe es direkt korrigiert.

      Viele Grüße
      Mareike

  • Antworten Neri Flow 6. August 2017 um 19:10

    Das Buch landet definitiv in den nächsten Wochen auch bei mir!

    Neri,
    Leselaunen

  • Antworten Saskia 6. August 2017 um 21:24

    Bienen sind für unsere Welt so wichtig und ich finde es toll, dass mit solchen Büchern auch die Masse darauf aufmerksam wird, dass aktuell ein Biensterben stattfindet.
    Liebe Grüße
    Saskia

    • Antworten Mareike 7. August 2017 um 21:05

      Da hast du vollkommen recht. Momentan gibt es ja einige Bücher, die sich mit dem Thema befassen.

      LG
      Mareike

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