Kunst im Regal

Was passiert mit euren Büchern, wenn ihr sie gelesen habt? Verkauft ihr sie? Oder stellt ihr sie ins Regal? Ich persönlich bin eher der Typ, der die Bücher zuhause ins Regal stellt. Und jedes Mal, wenn ich wieder eines an seinen Platz stelle, ärgere ich mich. Denn bei vielen Büchern würde ich viel lieber das Cover sehen statt nur die Bindung. Denn so manches Mal zeigt sich dort auf dem Einband ein kleines Kunstwerk, das mehr verdient, als ein tristes Dasein ungesehen im Regal.

Ich verwende auf Instagram gerne den Hashtag #coverliebe. Heutzutage gefallen mir sehr viele Cover und sind oftmals ausschlaggebend für den Buchkauf. Im Buchladen ist es tatsächlich so, dass ich den Rückentext nur lese, wenn das Cover mich anspricht. Wahrscheinlich sind mir so schon einige tolle Bücher durch die Lappen gegangen, aber ich kann hier einfach nicht aus meiner Haut. Wenn man sich in meinem Bücherregal umschaut, dann lässt sich nur schwer ein Muster erkennen, aber in letzter Zeit mag ich helle Farben, klare Strukturen und erkennbare Muster. Es gibt ziemlich viel Weiß und hellblau auf den Brettern meiner Regale.

Doch was mache ich nun mit den Büchern und ihren schönen Covern? Nun, die Lösung ist ziemlich einfach und naheliegend: Die Bücher mit den schönsten Covern aus dem Regal nehmen und so aufstellen, dass die Cover-Kunst zur Geltung kommt. So wird das Regal im Handumdrehen zur kleinen Ausstellung. Im Moment schlage ich dabei zwei Fliegen mit einer Klappe. Ich kann nicht nur meine liebsten Cover sehen, sondern fülle auch Lücken im Regal. bei meinem Umzug im letzten Jahr habe ich eine Menge Bücher aussortiert und die neuen Regale sind aktuell noch etwas leer. Am Anfang war es einfach nur praktisch, da ich nicht zu viel „Deko“ in den Regalen haben wollte, aber mittlerweile mag ich die Idee immer mehr. Von Anfang an haben sich drei Bücher heraus kristallisiert, die wohl immer mit „Cover nach vorne“ zu sehen sein werden.

Katharina Mahrenholtz & Dawn Parisi – Literatur!
Für mich ein absolutes Standardwek, das Literaturfreunde einfach im Haus haben sollten. Vor allem, weil es so schön anzusehen ist. Ich mag den Stil, in dem die kleine Figuren gestaltet sind und habe es nicht übers Herz gebracht, es einfach ins Regal zu stellen. Ich mag es, wenn Günther Grass und Oscar Wilde mich ansehen können!

Paula Fürstenberg – Familie der geflügelten Tiger
Das zweite weiße Buch. Das Cover besticht durch seine Schlichtheit. Kein Motiv, sondern nur die vier bunten Linien auf weißem Grund. Zusätzlich steht der Titel im Mittelpunkt dieses Covers und ist ein tragendes Element. Manchmal muss es halt Minimalismus sein.

Alessandro Baricco – Seide
Dieses Buch ist das totale Gegenteil zum vorherigen. Es ist fast wie ein kleines Gemälde mit diesen wunderschönen rosa Blüten und dem Mond. Gelesen habe ich eine andere Ausgabe des Buches vor vielen Jahren bei Mareike auf dem Sofa. Dieses hier habe ich noch nie aufgeschlagen. Ich musste es einfach haben, weil es so schön ist und steht seit Aufbau der Regale an einer gut einsehbaren Stelle.

 

Neben diesen drei Büchern gibt es aber noch mehr, die je nach Lust und Laune in mein kleines Museum wandern. „A wie B und C“ von Alexandra Kleeman (diese tollen kupferfarbenen Buchstaben in der Hardcover-Ausgabe sind ein echter Blickfang), „Villa America“ von Liza Klaussmann (das Cover erinnert mich ebenfalls an ein Gemälde), die Neuausgaben von Hemingways Werken aus dem Rowohlt-Verlag (große Typo-Liebe in dunklen Tönen) oder „Das Café der Existenzialisten“ von Sarah Bakewell (ich liebe Simone de Beauvoir und genau sie ist auf dem Cover mit abgebildet).

Im Endeffekt ist im Bücherregal eh alles erlaubt, was einem gefällt und das Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, ist ja allgemein bekannt. Steht bei euch Dekoration im Bücherregal?

Eure Maike

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7 Kommentare

  • Antworten Jennifer 16. Juni 2017 um 22:05

    Huhu Maike,

    bei mir passt vor lauter Büchern gar keine Deko mehr ins Regal :D
    Ich find die Idee aber total schön :) In letzter Zeit sind mir einige Cover aufgefallen, die wirklich superschön sind. Aber ich habe leider nicht den Platz, um es wie du zu machen. Ich muss wohl auch einmal kräftig aussortieren – denn deine Idee finde ich wirklich gut.
    Sie ist so einfach wie bestechend logisch :D

    Lässt du denn immer die gleichen Bücher hervorgehoben oder wechselst du dann immer mal wieder? Das wäre ja auch total witzig, besonders wenn die Bücher vielleicht sogar irgendwo stehen, wo Gäste die Unterschiede bemerken könnten :D
    VG Jennifer

  • Antworten Ramona | El Tragalibros 17. Juni 2017 um 10:00

    Liebe Maike,

    mir geht es auch so. Ich platziere gerne Bücher im Regal mit dem Cover nach vorne, wenn es mir besonders gut gefällt, aber auch aus dem Grund, weil ich mein Regal dadurch etwas auflockern will als nur Buchrücken an Buchrücken. Ich hab in meinen Bücherregalen recht wenig Deko, hier und da eine Vase oder eine Figur, aber der Hauptanteil sind Bücher (logisch!). Deine Ausgabe von „Seide“ ist wirklich superschön. Ich habe noch eine viel ältere im Taschenbuch, aber den Inhalt liebe ich auch in dieser Form innig. (:

    Liebe Grüße, Ramona

  • Antworten letemeatbooks 17. Juni 2017 um 13:22

    Huhu Maike,

    ich muss zugeben, dass ich zwar Bücher optisch oft schön finde, aber einfach nicht den Platz habe, sie groß in Szene zu setzen. Im Gegenteil, partiell stehen Bücher bei mir sogar zweireihig, damit mehr reinpassen. Und Bücher, die ich nicht noch mal lesen werde, verkaufe ich mittlerweile immer, bzw. stelle sie in offene Bücherregale. (Wenn ich sie gut genug fand, als Bookcrossingbücher. Wenn ich mir denke ‚Jedes Buch findet seine Leser, aber bitte nicht mich‘, dann werden sie nicht registriert.)

    Auch Deko habe ich nicht wirklich. Bin kein großer Fan von. Ich hab eine kleine Sargschatulle, zwei mittelalterlich-fantastisch anmutende Kerzen und ein paar Souvenirs, die meine Familie jeweils aus dem Urlaub mitbrachte. Die versuch ich, thematisch zu den entsprechenden Büchern zu sortieren. Aber meist hält das System keine Woche, weil ich dann an was dahinter ran muss und umräumen muss. Daher habe ich die Optik ziemlich ignoriert, mittlerweile.

    Aber ich verstehe dich gut. Hätte ich den Platz, ich würde beispielsweise Fantastic Beasts und Magisterium auch mit dem Cover nach vorn stellen.

    Liebe Grüße
    Taaya

  • Antworten juliawunderland 17. Juni 2017 um 17:54

    Ich habe letzte Woche meine zwei Bücherregale etwas umsortiert und nun stehen auch einige Bücher mit dem Cover nach vorne im Regal. Die Red Rising Trilogie nimmt wohl am meisten Platz ein, da ich sie schön nebeneinander aufgestellt habe. Ich liebe die Bücher und finde Cover auch sehr passend zum Inhalt, weshalb ich sie einfach gerne anschaue. Manche Bücher verdienen eben einen kleinen Ehrenplatz im Regal :)
    Liebe Grüsse
    Julia

  • Antworten Tobi 17. Juni 2017 um 20:23

    Liebe Maike,

    ich kann Dich voll verstehen und bin auch jemand, der immer Ausschau nach schönen Büchern hält. Alte ranzige Ausgaben mag ich nur im Ausnahmefall und im Bücherladen greife ich auch nur zum schmucken Hardcover. Taschenbücher beachte ich im Laden gar nicht mehr (dennoch schaffen es immer wieder Taschenbücher auf meinen SuB, denn irgendwie flattern sie mir doch immer zu und der Inhalt ist dann doch entscheidend). Wobei ich auch nicht so schöne Bücher im Schrank habe, denn bei einigen gefällt mir das wieder ganz gut. Beispielsweise bei einigen dtv Klassikern, die haben durch mein Zerlesen erst so richtig Charakter gewonnen.

    Was ich gar nicht mag, das ist dieses Cover nach vorne hinstellen, was du beschreibst. Mein Bücherschrank ist ja keine Verkaufsfläche und ich bin eher der Typ, der ganz gern am Schrank vorbei wandert und sich schöne Bücher heraus zieht und bewundert. Aber wie du sagst, da hat jeder seine Vorlieben. Sehr schön finde ich es auf jeden Fall, dass du die schöne Buchkunst schätzt und ich glaube, das behaupten nicht viele Menschen von sich. Ein Blick in die Buchhandlungen zeigt auf jeden Fall, dass Taschenbuch und Paperback scheinbar die beliebtesten Formate sind. Oder gleich Ebooks.

    Liebe Grüße
    Tobi

  • Antworten nilibine70 20. Juni 2017 um 15:18

    Meine Regale sind schon mit allem möglichen dekoriert ;-) Aber auch mit Büchern, die mir etwas bedeuten. Zumindest die, die im Wohnzimmer stehen. Der RuB hat ja in einem anderen Raum seinen eigenen Bereich ;-)

    Es gibt halt Bücher, z.B. die signierten, die bei mir bleiben, oder die von den Lieblingsautoren, oder die mit dem farbigen Schnitt oder eben diejenigen, die mich sonst wie beeindruckt haben und Herzensbücher sind. Da wird dann die Sichtbarkeit schon mal verändert. Da stehen dann welche mit dem Cover nach vorne, damit sie sehr prominent gleich zu sehen sind :) Für mich! Wenn ich auf meiner Couch sitze, kann ich sie immer direkt anhimmeln. Und es sind auch mal „Trophäen“, die vielleicht uralt sind und ich mir einen Ast gefreut habe, weil ich sie irgendwo entdeckt habe und sie nun meine Sammlung zieren :)

  • Antworten Denise 22. Juni 2017 um 22:19

    Ich präsentiere auch immer meine schönsten Cover im Bus Regal und die Cover wechseln dabei häufig (es gibt einfach mehr schöne Cover als Platz im Regal :D) Dadurch wird mein Regal für mich noch mehr zum Highlight und um die schönen Cover raussuchen, gehe ich oft durch meine Regale und stöbere. Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen :-)

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