Bilderbuch Paule Pinguin allein am Pol

Kinderherzpotenzial | Paule Pinguin allein am Pol

Im Juli, kurz vor unserer Sommerpause erreichte uns – genauer gesagt das Goldkind – Überraschungspost vom Carlsen Verlag. Nach wenigen Augenblicken war klar: Hier geht es um Pinguine. Das Goldkind hat eine große Faszination für die schwarz-weißen Watschler. Weil sie immer so fein aussehen. Und spätestens nachdem wir „Happy Feet“ gesehen haben, war sie fest davon überzeugt, dass im tiefsten Eis des Südpols ziemlich fröhlich zugeht.
Nun, nennen wir es einen kleinen Kulturschock, als sie Paule Pinguin kennenlernte. Denn Paule Pinguin ist nicht, wie der Titel andeutet, allein am Pol. Im Gegenteil, er ist umgeben von Freunden, von Familie und jede Menge anderer Tiere. Doch er fühlt sich ziemlich allein. Und deprimiert.


Er ist genervt von der Kälte, vom Geschnatter der anderen. Im Eis ist es zu hell und unter Wasser ist es zu dunkel. Sprich: Paule Pinguin hat einen richtig miesen Tag. Seine Laune könnte wohl nicht viel schlechter werden. Er sieht in allem nur die negative Seite. Und sogar das Goldkind verlor langsam die Geduld mit diesem Frechdachs: „Was ist denn mit ihm los? Findet er denn GAR NICHTS schön?“, fragte sie stirnrunzelnd.
Paule beschwert sich zusehends über Selbstverständlichkeiten. Er watschelt? Ja, klar! So ist das als Pinguin halt. Dass er nicht Fliegen kann, demonstriert er mit sehr süßem Flügelgewackel. (Dies ist sehr niedlich gezeichnet.)
Dann tippt ihm ein Walross auf die Schulter und hält ihm einen sehr strengen Vortrag darüber, wie großartig all die Kleinigkeiten sind, die uns umgeben. Sei es das milde Sonnenlicht, die schönen Berge, die sich im Meer spiegeln – man kann in nahezu allem auch die schöne Seite entdecken.
Der kleine Griesgram hält zum ersten Mal inne und schaut sich um. Entdeckt er vielleicht doch noch die Schönheit der kleinen Dinge?
Wir können es nur hoffen. Denn das Ende bleibt etwas offen und genau das ärgert mich etwas. Ich weiß nicht, ob das so ideal für kleinere Kinder gelöst wurde. Denn im letzten Bild meckert der Paule erneut. So beende ich nicht gern eine Gute-Nacht-Geschichte. Ich hätte mir ein sympathischeres Ende gewünscht.

Dafür konnten uns der schöne Zeichenstil und besonders die außergewöhnliche Covergestaltung begeistern. Wunderschöne kleine Pinguine, schlichte, auf das Wesentliche beschränkte Bilder volle Charme treffen hier auf kurze, sehr angenehm von Andreas Steinhöfel (Autor von „Anders“ und „Rico und Oskar“) übersetzte Sätze.

Außerdem hat sich Carlsen noch eine nette Aktion überlegt. Unter dem Hashtag #postfürpaulepinguin werden in den kommenden Wochen Gründe für Paule Pinguin gesucht, warum das Leben gar nicht so schlimm ist, wie der kleine Griesgram meint. Was macht euer Leben lebenswert? Teilt es mit dem Hashtag auf Facebook, Twitter oder Instagram mit dem Carlsen Verlag. Es winken auch Gewinne.

Fazit

Richtig konnten wir uns mit diesem kleinen Meckerfritz nicht erwärmen. Auch wenn die Aktion rund um das Buch total schön und ein ungemeiner Mehrwert war: Das Buch an sich bleibt etwas fad. Ein Pinguin, der das gesamte Buch über schlechte Laune hat, erhält einen Vortrag über die Schönheit des Alltags, der nicht einmal zu wirken scheint. Joa, schade.

Eure Mareike

 


Jory John und Lane Smith – Paule Pinguin allein am Pol
Übersetzt von Andreas Steinhöfel
Verlag: Carlsen
Gebunden, 32 Seiten, ca. 14,99€

Da wir Pinguin-Bücher aber grundsätzlich lieben, haben wir hier einige weitere für euch:
Weggepustet
Die Pingine finden ihr Glück
Rauf und runter

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1 Kommentar

  • Antworten lottasbuecher 4. August 2017 um 08:06

    Liebe Mareike,
    Ich habe die Aktion rund um den Pinguin verfolgt und fand ihn eigentlich wirklich süß. Es ist ein bisschen schade, dass er so unbelehrbar scheint, vor allem weil auch die Illustrationen in dem Buch mir wirklich gut gefallen. :(
    Nun gut, ich werde es mir mal in der Buchhandlung anschauen, aber einziehen wird es bei mir wohl nicht. Wirklich schade. Ich mag keine Meckerköpfe, davon gibt es schon genug. ;)

    Liebst, Lotta

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