Nur das Lesezeichen weiß Bescheid – Abgebrochene Bücher

Wir erinnern uns noch an die Zeiten, an denen wir Bücher auf Teufel komm raus beenden wollten. Ein Buch abbrechen, nur weil der Anfang schwer war, der Autor einen schwierigen Stil hat oder die Story langweilig ist? Das war nahezu undenkbar. Heute sieht das etwas anders aus. Wenn ein Buch uns nach einem Viertel oder einem Drittel noch nicht gepackt hat, dann war es das. Passiert zwar nicht so häufig, aber im vergangenen Jahr hatten wir doch beide solche Erfahrungen.

Maike


LOUISE DE VILMORIN | Der Brief im Taxi
Während Mareike das Buch wirklich mochte, habe ich einfach keinen Zugang gefunden. Die ersten 30 Seiten habe ich gelesen, war grauenhaft verwirrt und habe es einfach weggestellt. Dabei hatte es mich in der Vorschau noch wirklich begeistert. Ich hatte wohl irgendwie etwas anderes erwartet. Es gibt mit Sicherheit viele Leserinnen und Leser, die von der Autorin begeistert sind, aber ich gehöre nicht dazu.

 

 


MARY MCCARTHY | Die Clique

Ich habe dem Buch 2016 noch mal eine ernsthafte Chance gegeben, nachdem ich 2015 schon mittendrin aufgehört hatte. Ich finde die Idee, die unterschiedlichen Freundinnen zu begleiten weiterhin großartig… Aber es ist so schrecklich langweilig geschrieben. Ich kann nichts tun, nach drei Seiten bekomme ich die Krise und nach fünf schlafe ich ein. Seien wir realistisch: Das wird nichts mehr. Ich setze einen Haken dahinter und stelle es einfach ins Regal – ohne Lesezeichen.

 

Mareike


FRANZISKA GERSTENBERG | So lang her, schon gar nicht mehr wahr
Das vergangene Jahr stand für mich im Zeichen von Erzählungen. Ich habe viele gute Sammlungen gelesen. Leider aber auch einige nicht so gute. Wirklich gar nicht fesseln konnten mich die von Franziska Gerstenberg. Ich habe mehrere Geschichten angefangen und bin durch keine durchgekommen. Jedes andere Buch reizte mich leider mehr. Sehr schade, aber wir passen wohl nicht zusammen.

 

 

LINUS REICHLIN | In einem anderen Leben
Sehr wehleidiger Erzählton, in dem ständig betont wird, dass man ja nicht wehleidig sei. Ein Haushalt voller Alkoholiker, die leider bei mir keinen Funken Sympathie oder Interesse auslösen konnten, sorgt dafür, dass dieses Buch nun seit Wochen immer wieder beiseite gelegt wird. Ich denke, die Kehrwoche ist ein guter Moment, um das Elend zu beenden.

 

ELIZABETH POLINER| In einem anderen Leben

Im Sommer habe ich mich mit großer Begeisterung auf diesen Roman gestürzt, denn Cover und Inhaltsbeschreibung fielen genau in mein Beuteschema. Problem war nur: Die ersten 100 Seiten handelten ausschließlich davon wie wahnsinnig jüdisch die wirklich richtig jüdische Familie war. Ich hatte es bereits nach Seite drei verstanden, aber die Autorin wollte wohl sehr sicher gehen – oder hatte eigentlich nichts zu sagen. Zeit zum Abbrechen.

 

Nun seid ihr an der Reihe| Welche Bücher haben euch zuletzt so wenig Lesefreude beschert, dass ihr sie abbrechen musstet?

Eure Maike und Mareike

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15 Kommentare

  • Antworten Evi 11. Januar 2017 um 14:03

    Huhu ihr Beiden,

    ich möchte mich dieses Jahr auch wieder an eurer Kehrwoche beteiligen. Zuletzt habe ich „Meine geniale Freundin“ abgebrochen. Aber ich habe noch nicht aufgegeben und werde es mir wohl für die Lesenacht vornehmen. Bisher frage ich mich allerdings warum dieser Roman so gehypt wird. Ich finde ihn bisher einfach nur laaaaangatmig und dröge. Eine Freundin meinte allerdings, ab der Hälfte würde es spannend werden… Nun ja… Ich bleibe dran. Dank Kehrwoche…
    Danke, dass ihr diese wieder organisiert habt!

    Liebe Grüße
    Evi

    • Antworten Mareike 11. Januar 2017 um 14:14

      Hey Evi,

      wie klasse, dass du dabei bist. Tja, den Hype verstehen wir beide leider auch nicht. Maike hat bereits nach der Leseprobe aufgegeben. Und ich habe mich durch den ersten Band gequält – warum weiß ich auch nicht mehr.

      Liebe Grüße und bis Samstag
      Mareike

  • Antworten Friedelchen 11. Januar 2017 um 14:15

    Da muss ich doch gleich mal gucken, welche Bücher ich so abgebrochen habe. Da fällt mir sofort „Throne of Glass: Die Erwählte“ ein. Ich bin auch kritischer geworden und dank meiner Kinder ist meine Lesezeit sehr begrenzt, weshalb ich auch gar kein Problem damit habe, ein Buch abzubrechen, wenn es mich nicht mehr reizt.

  • Antworten Karin 11. Januar 2017 um 18:26

    „Ich hatte es bereits nach Seite drei verstanden, aber die Autorin wollte wohl sehr sicher gehen – oder hatte eigentlich nichts zu sagen.“ Sehr guter Satz! :D

    Tatsächlich habe ich bisher nur ein Buch abgebrochen, das liegt aber schon einige Jahre zurück (Das war damals „In einer Person“ von John Irving…). Ich versuch mich oft nochmal zu motivieren und das Buch noch zu Ende zu lesen. Manchmal gab es sogar freudige Überraschungen, manchmal allerdings hätte man sich die Zeit wirklich schenken können.

    Liebe Grüße
    Karin

  • Antworten Silvia 12. Januar 2017 um 15:36

    Ich habe S Das Schiff des Theseus aufgegeben. Die ganzen Anmerkungen verhinderten einen durchgehenden Lesefluss. Die Idee finde ich toll, aber es könnte mich einfach nicht packen.

  • Antworten Ingrid 12. Januar 2017 um 16:28

    Ich habe so viele abgebrochen … meine kostbare Lebenszeit ist mir einfach zu schade, um mich durch Bücher zu quälen. Da wäre z.B. das hochgelobte ‚Hool‘, das ich einfach nur klischeehaft fand, das ebenfalls gehypte ‚The Girls‘ und Shumona Sinhas ‚Kalkutta‘. Ein Kluftinger-Krimi fällt mir noch ein …
    LG, Ingrid

    • Antworten Mareike 12. Januar 2017 um 21:51

      Schade, The Girls mochte ich überraschend gerne :)

      • Antworten Ingrid 13. Januar 2017 um 09:29

        Die Geschmäcker sind eben verschieden

      • Antworten Ingrid 13. Januar 2017 um 09:30

        Die Geschmäcker sind eben verschieden, was di Bücherwelt ja auch so vielfältig macht.

  • Antworten dj7o9 12. Januar 2017 um 21:38

    Bei mir flog Knausgard in die Ecke – wir zwei sind partout nicht füreinander gemacht.
    George Saunders mit „Tenth of December“ hat es auch erwischt. Ich werfe nicht so schnell, aber wenn dann mit Schwung in die Ecke ;)

    • Antworten Mareike 12. Januar 2017 um 21:45

      Der Knausgard würde bei mir vermutlich auch in der Ecke landen…. Ich habe da so eine ernste Befürchtung ;)

  • Antworten Denise 12. Januar 2017 um 22:10

    „Die Clique“ von McCarthy habe ich noch auf meinem SuB. Ich hoffe sehr, dass ich es nicht ganz so langweilig finden werde wie du, denn eigentlich fand ich den Klappentext sehr ansprechend.

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