[Rezension] Hugh Howey – Silo

[lightgrey_box]Drei Jahre nach dem mysteriösen Tod seiner Frau Allison setzt Sheriff Holston seiner Aufgabe ein Ende und entschließt sich, die strengste Regel zu brechen: Er will das Silo verlassen. Doch die Erdoberfläche ist hoch toxisch, ihr Betreten bedeutet den sicheren Tod. Holston nimmt das in Kauf, um endlich mit eigenen Augen zu sehen, was sich hinter der großen Luke befindet, die sie alle gefangen hält. Seine Entdeckung ist ebenso ungeheuerlich wie die Folgen, die sein Handeln nicht zuletzt für seine Nachfolgerin Juliette hat … Hugh Howeys verstörende Zukunftsvision ist rasanter Thriller und faszinierender Gesellschaftsroman in einem. »Silo« handelt von Lüge und Manipulation, Loyalität, Menschlichkeit und der großen Tragik unhinterfragter Regeln.[/lightgrey_box]

Cover Hugh Howey Silo

Hugh Howey hat eine beängstigende Welt geschaffen. In einer fernen Zukunft leben die letzten Menschen in einem unterirdischen Silo und das schon seit vielen Generationen. Niemand kann dieser eingeschränkten Welt entfliehen, denn die Luft draußen ist giftig. Also haben sich die Menschen ein Zivilisationssystem überlegt, mit dem sie ihr (Über-)Leben auf dem begrenzten Raum organisieren können. Es gibt ein Klassensystem, je weiter oben man im Silo lebt, desto höher steht man sozial. Eigene Farmen sichern den steten Nachschub an Lebensmitteln. Und um die Population stabil zu halten, gibt es eine strikte Form der Geburtenkontrolle. Überwacht wird alles von einer kleinen Elite, die bei Nichteinhaltung der Regeln strenge Strafen verhängt. Denn wer sich nicht in das System einfügt, muss den Silo verlassen. Und genau da beginnt das Buch: Der oberste Gesetzeshüter entschließt sich, das Silo zu verlassen und in den sicheren Tod zu gehen. Dadurch wird eine Kette von Ereignissen mit ungeahnten Ausmaßen in Gang gesetzt.
Eine Zivilisation in einem Silo, ohne Möglichkeiten, einfach ausbrechen zu können – was für ein ungewöhnliches Szenario. Genau das hat mich an diesem Buch gereizt. Wie überleben Menschen dauerhaft auf so begrenztem Raum und wie organisieren sie ihr Zusammenleben, ohne sich gegenseitig umzubringen? Ein Silo beinhaltet eine komplett funktionierende Stadt, da drängen sich Parallelen zu realen Gesellschaftsformen auf. Die ersten Kapitel haben mich doch noch etwas verwirrt (besonders da von Anfang an fest stand, dass die Person, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, sich gerade auf den Tod vorbereitet), aber mit der Zeit habe ich das Konzept des Autors besser verstanden. Das liegt auch an seinem sehr flüssigen Schreibstil, dem man gut folgen kann.
Howeys Charaktere sind alle sehr gut ausgearbeitet, die Geschichte hangelt sich an ihren Charakterzügen geradezu entlang. So werden nach und nach immer mehr Geheimnisse des Silos enthüllt, während sich die Hauptcharaktere immer weiter Fragen stellen und immer weiter forschen. Doch genau da lag ein kleines Problem des Romans: Es geht immer nur um die Frage, was eigentlich verschwiegen wird. Und gegen Ende des Romans wurde das ein wenig langweilig, so dass ich die letzten Kapitel schon mit einiger Anstrengung lesen musste. Schade, es wirkt, als sei dem Autor hier die Luft ausgegangen.

Fazit: Hugh Howey erzählt vor allen Dingen eine Geschichte, die mich beim Lesen fasziniert hat. Doch leider fehlte mir dieser gewisse Kick, den ich von Dystopien erwarte, die Angst, dass sich die Welt wirklich dahin entwickeln könnte (wie z.B. bei Aldous Huxleys „Schöne neue Welt). Diese ganz andere Form des Zusammenlebens wurde mir zum Ende leider zu vorhersehbar.

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Hugh Howey – Silo
Piper Verlag
560 Seiten, E-Book, 8,99€
Leseprobe

Eure Maike

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