How to be Parisian wherever you are

„How to be Parisian wherever you are“ geisterte über meine persönlich Wunschliste, seit das Original erschienen war. Im Internet und in diversen Blogs wurde das Buch mehr als euphorisch gelobt. Ich selbst habe aber nie einen Blick hinein geworfen – bis jetzt. Denn vor einigen Wochen ist die deutsche Übersetzung dieses Buches erschienen, das gerne das neue Standardwerk des französischen Lebensstils werden will.

[lightgrey_box]Millionen Frauen überall auf der Welt wollen so sein wie sie: die Pariserin. Denn nur sie schafft es, mit Stil, Charme und beneidenswerter Lässigkeit durchs Leben zu gehen. Sie sieht immer gut aus – obwohl sie sich keine Gedanken darüber macht, was sie morgens aus dem Kleiderschrank zieht. Sie ist eine liebevolle Mutter – und fährt trotzdem auch ohne Anhang an die Côte d‘Azur. Sie stellt toujours strikte Regeln auf – nur um jede einzelne von ihnen mit Genuss zu brechen …
In How to be Parisian enthüllen vier Pariser Lifestyle-Ikonen mit viel Selbstironie und Witz den Mythos der Pariser Frau: ihre Allüren, ihre Nonchalance, ihren Style, wie sie liebt und wie sie ihre Tage und Nächte verbringt. Ihre wichtigste Lektion: Um eine echte Pariserin zu sein, kommt es nicht auf die Herkunft an – sondern allein auf die Einstellung![/lightgrey_box]

Und beim ersten Durchblättern war ich auch noch mehr als euphorisch. Das Buch handelt auf den ersten Blick viele verschiedene Themen ab, selten sind die Texte länger als über zwei Seiten angelegt. Doch wesentlich häufiger wird in Form von Stichpunkten geschrieben, welche die Seiten nur bedingt gut ausfüllen, weswegen ich bei diesem Buch tatsächlich nicht von „lesen“ sprechen kann. Dazu ist das Buch noch reichlich bebildert, als Motiv dienen häufig Aufnahmen der vier Autorinnen. Und fast auf jeder Seite finden sich Tipps: zum Verhalten beim ersten Date, was im How to be parisianKleiderschrank sein sollte oder auch Rezepte – alles natürlich so, wie die „echten“ Pariserinnen es machen. Grundthema ist dabei immer die Liebe bzw. das Finden dieser. Das scheint ein großes Thema im Leben der Pariserinnen zu sein… oder ein sehr problematisches? Denn scheinbar verbringen Frauen in Paris SEHR VIEL Zeit damit, darüber nachzudenken, wie sie der Männerwelt am besten gefallen können. Außerdem finde ich, dass sich hier eine gewisse Oberflächlichkeit zeigt, die ich auch in vielen der Tipps und Ratschläge wiederentdeckt zu haben meine. Wenn man die etwas genauer betrachtet, fällt immer wieder auf, wie widersprüchlich sie die Pariserinnen wirken lassen und für mich war das etwas desillusionierend. Für mich waren sie immer stark, sicher und etwas besonderes – nicht unsicher, egoistisch und vor allen Dingen anstrengend. Der berühmte Mythos um die Pariser Frauen wird hier nicht erklärt, sondern eher auf eine ungewöhnliche Art weiter erzählt. Das ist nicht schlecht, aber nicht das, was ich erwartet hatte.

Fazit


Für mich ist „How to be Parisian“ keine neue Livestyle-Bibel, sondern ein hübsches Büchlein zum Blättern und vielleicht Schmökern. Vielleicht bin ich einfach nicht die Zielgruppe oder ich habe das gewisse Etwas übersehen, aber für mich ist es eher ein dekoratives Buch als etwas fürs Regal.

kleines Herz gefülltkleines Herz gefülltkleines Herz leerkleines Herz leerkleines Herz leer

Eure Maike


Berest, Diwan, Mas, de Maigret – How to be Parisian wherever you are
Verlag: btb
272 Seiten, gebunden, 14,99 €

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7 Kommentare

  • Antworten Evy 2. September 2015 um 10:30

    Ich habe eine Leseprobe in einer Frauenzeitung gesehen und war nicht angetan. Ich habe das Buch nicht verstanden und dachte mir „Wenn Leute diese Frauen mit Paris assoziieren, dann ist das nicht gut!“ Paris ist eine tolle Stadt – hat sie so ein Buch verdient?

  • Antworten Janine (@Kapri_zioes) 13. September 2015 um 09:11

    Hallo Maike,
    ich habe mir schon gedacht, dass dieses Buch außer hübschen Bildchen nicht viel Inhalt zu bieten hat. Aber vielleicht hast du ja doch ein paar Ratschläge mitnehmen können? Kannst du mir deine liebsten 3 Tips verraten aus dem Buch verraten?
    Viele Grüße,
    Janine

    • Antworten Maike 13. September 2015 um 18:32

      Hallo Janine,
      das ist wirklich schwierig. Ich fand die Film-Tipps für das Paris-Feeling im heimischen Wohnzimmer schön. Das Rezept für die Crêpes fand ich auch schön. Aber von den richtigen Tipps fand ich keinen so gut, dass ich ihn hier nennen würde…
      Liebe Grüße, Maike

  • Antworten BuecherFaehe 15. September 2015 um 16:28

    Hallo :)
    Ich hatte ebenfalls die Leseprobe gelesen und dank dieser für mich festgestellt, dass das Buch definitiv nichts für mich ist.
    Mir ging es da ähnlich wie dir: ich dachte, hier würden selbstbewusste Frauen vorgestellt werden – zumindest in der Leseprobe war das eine komplette Fehlanzeige. Gerade die Tipps in Bezug auf Männer waren meiner Meinung einfach nur lachhaft und kindisch.
    Viele Grüße

    • Antworten Maike 20. September 2015 um 13:06

      Du sprichst mir aus der Seele! Ich bin froh, dass es auch anderen so ging wie mir.
      Viele Grüße, Maike

  • Antworten Nicole WAgner 26. September 2015 um 22:02

    Hallo Maike,

    ich habe soeben deine Rezension entdeckt und bin jetzt etwas ernüchtert. Bisher habe ich gedacht, es ist ein absolutes Must-Have für mich, aber es schaut eher so aus, als ob ich wohl doch besser die Finger davon lassen sollte. Die typische Pariserin ist für mich schick, selbstbewusst und zielstrebig und das hat für mich nichts mit Männerjagd auf Französisch zutun …

    Danke für die Einschätzung!

    Liebe Grüße,
    Nicole

    • Antworten Maike 27. September 2015 um 16:50

      Hallo Nicole,

      ich finde es zwar schade, dich um ein Buch gebrachte zu haben, aber andererseits auch froh, dass du nicht im Nachhinein enttäuscht wirst. Da gibt es einfach schönere Bücher. Kennst du Nina Garcia? Ich habe hier auf dem Blog „Der perfekte Kleiderschrank“ rezensiert (siehe unter „Alle Rezensionen“), aber die Autorin hat noch einiges mehr veröffentlicht und ich glaube, das könnte dir gefallen.

      Liebe Grüße, Maike

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