Hercule Poirot ermittlet wieder!

Ein neuer Hercule Poirot! Selten habe ich einem Buch mit derartig ambivalenten Gefühlen entgegen geblickt. Denn es ist schließlich nicht Agatha Christie, die hier schreibt, sondern eine neue Autorin. Aber dann überwog einfach die Neugier…

[lightgrey_box]Als im Londoner Hotel Bloxham drei Gäste vergiftet aufgefunden werden, ist Hercule Poirots Scharfsinn gefragt. Wer steckt hinter den wohlinszenierten Morden? Und was hat es zu bedeuten, dass man bei allen drei Leichen einen Manschettenknopf mit dem Monogramm PIJ findet? Ein kniffliger Fall, der Poirot zu Höchstleistungen anspornt.[/lightgrey_box]

Maike

Alles beginnt damit, dass der Detektiv in seinem Lieblings-Restaurant „Pleasant’s Coffee House“ eines Abends einer verängstigten jungen Frau begegnet, die sich partout nicht von ihm helfen lassen will. Sie spricht dabei so rätselhaft, dass Poirots Spürsinn instinktiv geweckt wird, die Begegnung lässt ihm keine Ruhe. Zur gleichen Zeit sieht sich Catchpool in einem Londoner Hotel drei vergifteten Gästen gegenüber, jeder in seinem Zimmer und in einer gekünstelten Szene. Beide Männer treffen in der Pension, in der sie wohnen, aufeinander. Nachdem Catchpool von den seltsamen Vorkommnissen im Bloxham Hotel berichtet, ist sich Poirot sicher, dass zwischen den Morden und seiner Begegnung im  Coffee House eine Verbindung bestehen muss. 

Und damit beginnt eine Kette von Ereignissen, wie man sie aus klassischen Krimis von Agatha Christie kennt. Hercule Poirot hat sich vielleicht etwas verändert (aber er ist ja auch ein wenig älter geworden), seine Methoden sind aber gleich geblieben. Noch immer verlässt er sich auf seinen Kopf, wägt alle Möglichkeiten ab und wirft jedes Wort in die Waagschale. Trotz allem kam es mir dann aber etwas überheblicher, starrsinniger und auch ungeduldiger vor. Diese neuen Charakterzüge gefallen mir jedoch gut, ich hätte es der Autorin viel eher verübelt, wenn Poirot sich so gar nicht weiter entwickelt hätte.
Ihm zur Seite steht der junge Edward Catchpool, der mit den Ermittlungen zu den Bloxham-Morden betraut ist und (eigentlich ungefragt) in den Genuss von Poirots detektivischem Können kommt. Leider wirkt er sehr unerfahren, langsam und ist dabei auch noch mit nahezu keinem Selbstvertrauen ausgestattet. Dennoch war auch er mir sehr sympathisch, die beiden Männer stellen ein interessantes Team dar.

Der Fall der „Monogramm-Morde“ kann übrigens ohne Abstriche mit den anderen Fällen mithalten, die Hercule Poirot in seinem Leben lösen musste. Er ist hervorragend konstruiert, hält einiges an falschen Fährten und unerwarteten Details bereit und die Lösung ist mehr als überraschend. Beim Lesen habe ich immer wieder versucht, dem Mörder selbst auf die Schliche zu kommen und sein Motiv und die Vorgehensweise zu verstehen – habe es aber nicht geschafft. Dabei sind alle wichtigen Indizien im Text zu finden, aber ich bin halt kein Hercule Poirot.

Fazit: Auch nach diesem Fall, ist Hercule Poirot weiterhin der Detektiv, dem ich mich anvertrauen würde. Ich bin froh, dass ich das Buch gelesen habe und (so fühlt es sich nämlich an) die Auferstehung des Detektivs miterleben durfte. Zu Beginn vielleicht noch etwas holprig und ungewohnt, haucht Sophie Hannah der wohl berühmtesten Romanfigur Agatha Christies neues Leben ein, ohne die Autorin plump zu kopieren. Erst ihr eigener Stil ist es, der diesen Roman zu einem hervorragenden Krimi macht.

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Sophie Hannah – Die Monogramm-Morde
Verlag: Atlantik
368 Seiten, Hardcover, 19,99 €

Eure Maike

Rezensionsexemplar – vielen Dank!
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2 Kommentare

  • Antworten Anna 6. November 2014 um 15:38

    Vielen Dank für die interessante Rezension, Maike! Es ist immer eine Herausforderung, eine Geschichte von einen anderen Autor weiter zu verfolgen. Damit verstehe ich gut Deine „ambivalente Gefühle“ am Anfang. Dir ist sehr gut gelungen, diese Ambivalenz von dem Buch zu beschreiben. Würde ich sehr gerne mal lesen.

  • Antworten Anthony Horowitz – Das Geheimnis des weissen Bandes | Herzpotenzial 13. März 2015 um 16:45

    […] Grund habe ich Anthony Horowitz’ neue Holmes-Romane einfach ignoriert. Doch nachdem mir Sophie Hannahs neuer Poirot sehr gefallen hat und ich auch von “Der Fall Moriarty” begeistert war, war es nur eine […]

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