Elizabeth Graver – Die Sommer der Porters

Laue Sommernächte haben wir hier im Norden im Moment eher nicht. Seit Ende Juni ist es ständig am Regnen und kalt. Ich habe mittlerweile die Pullover wieder aus dem Schrank geholt, damit ich nicht so friere. Also bleibt nur eines: sich den Sommer mit passenden Büchern schön lesen. „Die Sommer der Porters“ aus dem Mare-Verlag ist genau der richtige Kandidat dafür. Das Buch stand auf meiner Vorfreude-Liste und versetzte mich beim Lesen in sommerliche Stimmung. 

Es ist der Sommer 1942. Die Porters verbringen wie jedes Jahr den Sommer in ihrem Haus in Ashaunt. Doch dieses Jahr ist es anders, denn in ihrer direkten Nachbarschaft wurde eine Militärbasis errichtet, die sie immer daran erinnert, dass Krieg ist. Nicht, dass das nötig wäre: Der einzige Sohn der Familie ist Soldat und die Familie – Mr. und Mrs. Porter, die Töchter Helen, Dossie und Jane sowie die Kindermädchen Bea und Agnes und Butler Stewart – ist zum ersten Mal nicht vollständig. Die Gefahr schwebt dauerhaft über dem Feriendomizil, dennoch wollen alle das Beste aus diesem Sommer machen und die Ferien in vollen Zügen genießen.

Die Sommer der PortersDamit beginnt der Roman von Elizabeth Graver. Auf diesen ersten Sommer folgen weitere Sommer, immer wieder kehren die Mitglieder der Familie nach Ashaunt zurück. Und so werden in der Zeit von 1942 bis 1999 die Erlebnisse verschiedener Familienmitglieder erzählt, jedes Mal steht ein Familienmitglied ganz besonders im Fokus. Dabei wird deutlich, welche Bedeutung dieser Rückzugsort an der Küste für die Porters hat, dementsprechend ist es nur natürlich, dass dies der Ort ist, an dem die Handlung spielt. Er ist Dreh- und Angelpunkt ihres Lebens und der wichtigste Rückzugsort. Das wird bereits nach kürzester Zeit deutlich. Man merkt beim Lesen, wie die Familie zur Ruhe kommt, unbeschwerter und freier wird. Es kommt dieses typische Hochgefühl auf, das ich als Kind zu Beginn der Ferien hatte. Ganz besonders, wenn diese auch mit einer Reise verbunden waren. All die Erwartungen an die kommenden Wochen und all die Hoffnungen sind regelrecht spürbar. Natürlich geht das nicht immer vollständig auf. Es mischen sich auch Sorgen in das leichte Leben und dennoch sind es gute Sommer. So gut, dass die Porters immer wieder mit Wehmut auf die vergangenen Sommer zurückblicken und den nächsten herbei sehnen.

Der Roman ist ein ruhiger Roman, ohne große Aufregungen, genau so, wie ein Sommer im Feriendomizil sein sollte. Dennoch geht es auch um große Gefühle: Neben Unbeschwertheit, Liebe und Freundschaft schweben auch immer wieder dunkle Wolken über Ashaunt und bringen Unglück und Krisen mit sich. Am Anfang hatte ich meine Schwierigkeiten mit dem Tempo des Buches, da einfach nichts passierte oder es nicht so voran ging, wie ich erwartet hatte. Im Nachhinein ist das zwar passend zum Thema, aber ich habe die Hälfte des Buches gebraucht, um wirklich in die Geschichte einzusteigen… Etwas zu lang für meinen Geschmack. Dass ich die zweite Hälfte dann einfach in einem Rutsch durchgelesen habe, hat mich dann aber wieder etwas versöhnt.

Fazit


Die Geschichte einer Familie, erzählt anhand ihrer Sommer in ihrem Ferienhaus. Ein spannendes Konzept und ein toller Roman, der zwar etwas braucht, bis er Fahrt aufnimmt, aber nicht enttäuscht. Solche Bücher braucht der Sommer.

kleines Herz gefülltkleines Herz gefülltkleines Herz gefülltkleines Herz gefülltkleines Herz leer

Eure Maike


Elizabeth Graver – Die Sommer der Porters
Verlag: Mare
464 Seiten, Hardcover, 22,00 €

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1 Kommentar

  • Antworten Cornelia 20. Juli 2016 um 16:17

    Das ist auch eines der Bücher, die ich schon so oft in der Hand hatte und dann doch nicht gekauft habe. Das muss ich jetzt mal ändern. ;-)

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