Ein wenig London-Liebe für alle: Christian Zaschke – Little Britain

[lightgrey_box]Großbritannien hat die Dramen Shakespeares, die Beatles, den maßgeschneiderten Tweed-Anzug und das undichte Fenster hervorgebracht. Christian Zaschke erzählt davon mit unnachahmlich lakonischem Humor und einer ganz besonderen Beobachtungsgabe. Und bringt uns so das stets erstaunliche Königreich näher – denn als SZ-Korrespondent erkundet er London und den Rest der Insel jeden Tag aufs Neue. Seine Kolumne „Little Britain“ gehörte zu den beliebtesten der deutschsprachigen Zeitungslandschaft. In diesem Buch sind die besten Beiträge versammelt. Enjoy![/lightgrey_box]

Little Britain von Christian ZaschkeAls großer London-Fan habe ich mich sehr auf diese Lektüre gefreut. Ich liebe die Insel und ihre Bewohner. Sie haben wohl den besten Humor, trocken und schwarz, von hier stammen Doctor Who und all die großartige Literatur, die Pub-Kultur und die wundervollen Dialekte sind hier Zuhause. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen und meine Vorfreude.
Es handelt sich bei diesem Buch um eine Auswahl aus den in der Süddeutschen Zeitung erschienenen Kolumne „Little Britain“. Der in London lebende Außenkorrespondent Christian Zaschke berichtete zwei Jahre lang jede Woche über seinen Alltag in Britannien.
Seine Kolumnen sind jeweils nur 2-3 Seiten lang und in einem charmant lockeren Stil verfasst. Sie lesen sich schnell und man ist immer versucht, noch eine Kolumne zu lesen und dann noch eine… Ich hatte dieses Büchlein also nach einem Nachmittag durchgelesen. Immer wieder tippte ich meinen Mann an und las ihm ein Kapitel vor und dann noch eins… Ja, am Ende haben wir das Buch gemeinsam gelesen. Mein Mann fragte mich danach: „Aber so richtig typisch Britisches kam da nicht, oder?“
Leider musste ich ihm zustimmen. Ich hatte auch mehr Britisches und weniger Privates erwartet. Es gibt durchaus einige Einblicke in den typischen Pub-Besuch, Beispiele für britischen Humor und einige lustige Episoden über den Linksverkehr. Aber insgesamt standen irgendwie eher der Autor, sein Alltag und seine zugige Wohnung im Fokus. Das ist nicht verwerflich, denn Zaschke beschreibt sehr humorvoll und pointiert. Ich habe häufig grinsen müssen. Schön ist, dass bestimmte Dinge immer wieder Erwähnung finden, wie der faustgroße Fleck Adlerscheiße auf seinem zugigen Fensterbrett. Es ziehen sich einige rote Fäden durch das Buch, dadurch fühlt es sich nicht so an, als würde man nur einzelne Kolumnen lesen. Deshalb würde ich sagen, dass die Auswahl der jeweiligen Beiträge durchaus gelungen ist, doch der thematische Schwerpunkt etwas darunter gelitten hat.

Fazit: Eine nette, kurzweilige Sammlung von Anekdoten von der britischen Insel. Leider nicht so britisch, wie ich es mir erhofft habe, aber durchaus eine unterhaltsame Lektüre.

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Christian Zaschke – Little Britain
Verlag: Goldmann

Gebunden, 192 Seiten, 14,99€

Eure Mareike

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1 Kommentar

  • Antworten lesenslust 23. Oktober 2014 um 20:32

    Wie schade, dass das Buch nicht mit typisch Britischem überzeugen konnte. Der Titel und das Cover sagen so vielversprechend aus. :-(

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