Dennis Lehane – Am Ende einer Welt

Dennis Lehane ist ein Autor, dem man auf die ein oder andere Weise schon einmal begegnet ist. Schließlich sind einige seiner Romane verfilmt worden. Sei es „Mystic River“, „The Drop – Bargeld“ oder der ausgezeichnete „Shutter Island“: Man kennt die Sogkraft dieser ausgezeichneten Thriller. Man spürt einfach die literarische Substanz, die hinter diesen Filmen steckt. Nun habe ich mich endlich auch an diesen Ausnahmeautor herangewagt. Nicht zuletzt, weil mich dieses elegante Coverbild angesprochen hat und mir etwas die Hemmschwelle eines knallharten Thrillers genommen hat.
Bei „Am Ende einer Welt“ handelt es sich um die Fortsetzung von dem hochgelobten Prohibitionsepos im Mafiamilieu „In der Nacht“. Dieses Buch wurde damals so sehr gefeiert und als beeindruckendes Ausnahmephänomen betitelt, dass ich es mehrfach in der Buchhandlung in die Hand nahm – mich aber nicht zu einem Thriller überwinden konnte.
Bei der Fortsetzung habe ich mich nun auf das Experiment eingelassen und wurde nicht enttäuscht. Was für ein Buch!

Dennis_Lehane_Ende_Welt_Diogenes_Cover[lightgrey_box]Joe Coughlin, geachteter Bürger von Tampa, Florida, und Consigliere des Bartolo-Syndikats, hat seine kriminelle Vergangenheit hinter sich gelassen wie Amerika die Prohibition. Bis eines Tages aus heiterem Himmel ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt wird und auf dem Spiel steht, was ihm am wichtigsten ist: sein Sohn – und der einzige Freund, den er hat. Die atemlose Geschichte von ›In der Nacht‹ geht weiter.[/lightgrey_box]

Joe ist ein Geschäftsmann, der es geschafft hat: Er hat großen Einfluss in Tampa. Doch seine Vergangenheit zum Mafia-Milieu lässt ihn nie ganz los. Schließlich hat er Freundschaften für’s Leben geschlossen und die „Familie“ lässt man nicht ganz hinter sich. Doch für seinen Sohn, den er nach dem Tod seiner Frau allein großzieht, möchte er ein anderes Leben. Dieser hat tatsächlich keine Ahnung über die brutale Vergangenheit seines Vaters. Doch Joe wird von den Geistern der Vergangenheit eingeholt, als plötzlich eine Insassin aus einem Frauengefängnis nach seiner Hilfe verlangt und gleichzeitig beginnt er Dinge zu sehen, die nicht real zu sein scheinen – tatsächlich ein Geist aus seiner Kindheit?
Die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen, Joe wird in Revierkämpfe und Machtkämpfe verwickelt und weiß gleichzeitig, dass ihm nur noch wenige Tage bleiben, sich und seinen Sohn aus Tampa zu retten. Es wurde nämlich ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt und das Datum des Attentats steht fest. In einem Kampf gegen die Zeit und gegen die eigene Vernunft begibt er sich in die höheren Reihen der Mafialiga und sucht nach den Gründen für sein geplantes Ableben.

Lehane_Diogenes_Ende_Welt_Insta02
Klar, mit dichter, intensiver Sprache zieht Dennis Lehane in den Bann.
Zwar habe ich den Vorgänger „In einer Nacht“ noch nicht gelesen (das Buch liegt aber schon bereit), doch man muss es nicht gelesen haben, um mit diesem Gangster-Epos eine herrlich intensive Zeit zu haben.

Fazit


Keine einzige Minute habe ich bereut mich diesem für mich eher untypischen Buch eine Chance gegeben zu haben. Ich hatte einen zwei Tage anhaltenden Gangsterfilm mit Top-Besetzung in meinem Kopf und bin nun offizielles Dennis-Lehane-Fangirl – ein Ausnahmeautor mit Sinn für Stil und fesselnde Stoffe.

kleines Herz gefülltkleines Herz gefülltkleines Herz gefülltkleines Herz gefülltkleines Herz gefüllt

Eure Mareike


Dennis Lehane – Am Ende einer Welt
Verlag: Diogenes
Gebunden, 400 Seiten, 24,00€

Vorherige Beiträge Nächste Beiträge

Vielleicht gefällt dir auch

2 Kommentare

  • Antworten Hauke 15. Januar 2016 um 15:06

    Moin Mareike,
    ich freue mich, daß Du auch viel Freude mit dem Buch hattest, denn ich bin ein Fan von Lehane geworden.
    Danke für die schönen Erinnerungen an diesen „Leseschatz“.
    Herzliche Grüße, Hauke

  • Antworten Nanni 16. Januar 2016 um 10:41

    Hallo,

    ich bin ja nicht so die Thriller Leserin, mag aber eigentlich Filme, in der Art der Lehane Story. Deine Schwärmereien auf Twitter und Instagram haben mich ja schon ganz neugierig gemacht und nun diese Rezi … Ich glaube, ich werde mich in diesem Jahr auch mal an Lehane versuchen. Man sollte seinen Horizont ja öfter mal erweitern. Dazu gehört sicher auch mal ein Buch zu lesen, das auf den ersten Blick nicht in die übliche Leseschublade passt ;)

    Viele liebe Grüße
    Nanni

  • Kommentar verfassen

    %d Bloggern gefällt das: