Das Kleiderschrankprojekt – Mein Fazit

Wer bin ich und wie kann ich mich selbst so zeigen, wie ich gesehen werden möchte?
Wenn man sich etwas mit Soziologie auseinandersetzt, stößt man auf wichtige Erkenntnisse zur Kleidung und Selbstdarstellung. Kleidung ist ein Mittel zur Darstellung der eigenen Persönlichkeit. Sollte sie im idealen Fall zumindest sein. Denn von anderen wird sie unterbewusst als solches gelesen. Jeder kennt das Sprichwort „Kleider machen Leute“ und es ist sehr viel Wahres dran. Auf so vielen Ebenen, wie mir inzwischen immer bewusster wird. Kleidung, in der ich mich nicht wohl fühle, verändert meine Stimmung, mein Auftreten und meine Risikobereitschaft. Umgekehrt kann ein tolles Outfit meine Laune beflügeln und mich dazu bringen, dass ich über mich selbst hinauswachse. 

Natürlich möchte ich einer Jacke oder einer schönen Bluse nicht zu viel Macht einräumen. Es ist nur ein Faktor unter vielen. Doch in der Berufswelt merke ich immer wieder, wie wichtig der erste Eindruck bei Kunden ist. Wie entscheidend ein gepflegtes Outfit ist. Man wird anders wahrgenommen, wenn man sich aufrecht und offen gibt. Eine kneifende Hose oder eine spannende Bluse können dafür sorgen, dass du dich lieber im Hintergrund hältst.
Deshalb versuche ich schon eine ganze Weile meinen eigenen Stil für mich zu finden und mich in jedem meiner Outfits wohl zu fühlen. Ich möchte nicht nur das EINE Kleid, das eigentlich immer perfekt sitzt und mich happy macht. Nein, dieses Gefühl sollte eigentlich jeden Tag da sein. Oder wenigstens etwas öfter.

Aufgeschlagenes Kapitel 13 Ihre Garderobe überholen aus Das Kleiderschrank Projekt

So traf es sich sehr gut, dass ich bei Schonhalbelf und Die Liebe zu den Büchern auf „Das Kleiderschrank-Projekt“ gestoßen bin. Nach genau so einem Buch habe ich gesucht! Ein Ratgeber auf der Suche nach dem eigenen Stil. Anuschka Rees, langjährige Modebloggerin (hier) und Sozialpsychologin trifft mit ihrem minimalistischem Ansatz einen Nerv bei mir.
Sie sagt:

„Wählerisch sein: Nur Lieblingsteile haben Platz in Ihrem Kleiderschrank“

Aufgeschlagenes Kapitel 1 Grundlagen aus Das Kleiderschrank Projekt Aufgeschlagenes Kapitel 3 Was Kleidung über Sie aussagt aus Das Kleiderschrank Projekt

Ja, bitte! Ich mag es nicht, wenn unsere Wohnung vor Zeug überquillt. Bei Kleidung habe ich schon vor Jahren festgestellt, dass ich keine riesige Auswahl brauche. Im Alltag sind es immer wieder die selben Teile, die morgens schnell gegriffen werden. Warum sich also unnötig mit noch weiterem Schischi belasten? Doch aus Unsicherheit heraus kaufe ich beständig weitere Teile, die irgendwie „okay“ oder „praktisch“ sind. Dabei soll Kleidung und Mode Spaß machen – praktisch fühlt sich an wie ein fauler Kompromiss.

Genau das betont Anuschka Rees auch in ihrem Ratgeber. Keine halben Sachen machen! In sehr gut aufgebauten Kapiteln hilft sie einem Schritt für Schritt zur eigenen, von Altlasten befreiten Garderobe. Hier ist man selbst stets gefordert: Dokumentiere deinen Stil, sammle Bilder von schönen Outfits, entrümple deinen Kleiderschrank! Ja, dieses Buch ist nicht zum eben mal Weglesen. Nein, man soll sich den Aufgaben widmen, die sie einem stellt. Mit dem Buch arbeiten und sich selbst und das eigene Verhalten hinterfragen. Das hat bei mir einige Wochen gedauert.

Das Kleiderschrank Projekt neben Pflanze und Bild von Navucko

Ich habe jetzt nicht den perfekten Kleiderschrank – noch nicht. Aber ich arbeite daran. Denn Anuschka Rees hat mit ihrem klugen Buch einen Prozess angestoßen, der in meinen Alltag nachwirkt. Ich kleide mich bewusster, halte gezielter Ausschau nach ergänzenden Stücken. Doch vor allem hat es mich gelassener gemacht: Ich muss nicht jeder Mode und jedem Sale hinterherrennen. Es ist okay, wenn sich meine Outfits ähneln – denn das bin ich und das macht mich aus. Genauso ist es vollkommen in Ordnung, zu experimentieren und sich selbst neu zu erfinden.

Fazit

Dieses Buch ist jedem empfohlen, der sich selbst manchmal fragt, warum er dieses eine Teil gekauft hat, obwohl es ihm gar nicht passt. Für jeden, der findet, dass die beste Freundin immer perfekt gekleidet ist – man selbst aber nie. Für alle, die Spaß an Mode haben und für alle, die sie eher anstrengend finden. Dies ist für mich eines der wichtigsten Bücher des Jahres – vielleicht meines Jahrzehnts, weil es meinen Alltag so enorm beeinflusst.

Eure Mareike


Anuschka Rees – Das Kleiderschrank Projekt
Verlag: Dumont
Gebunden, 272 Seiten, ca. 28 Euro

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1 Kommentar

  • Antworten Die Vorleser 23. Juli 2017 um 09:40

    Liebe Mareike,
    das Kleiderschrankprojekt war auch für mich hilfreich. Ich nehme es immer mal wieder zur Hand, so ein Projekt ist wahrscheinlich nie richtig abgeschlossen.
    Liebe Grüße von den Vorlesern

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