Ben Aaronovitch – Fingerhut-Sommer

Ende August erschien endlich der fünfte Band der „Die Flüsse von London„-Reihe. Nach der jährlichen Regelmäßigkeit der ersten Bände erschien dieser mit etwas Verzögerung, zusätzlich verschob der Verlag auch noch das Erscheinungsdatum – es war zum Haare raufen. Denn nach dem überraschenden Ende des vierten Bandes musste ich dringend wissen, wie es weiter geht. 

[lightgrey_box]Obwohl sich Police Constable Peter Grant schon unwohl fühlt, wenn er Londons Skyline auch nur ein paar Kilometer weit hinter sich lässt, wird er jetzt in die tiefste Provinz geschickt: in einen kleinen Ort in Herefordshire – wo sich Fuchs, Hase und der Dorfpolizist Gute Nacht sagen. Aber es werden zwei Kinder vermisst, und ihr Verschwinden erfolgte womöglich unter magischen Umständen. Also muss Peter notgedrungen sein angestammtes Biotop verlassen. Mit der Flusstochter Beverley Brook begibt er sich mutig nach Westen, hinein ins ländliche England …[/lightgrey_box]

fingerhut-sommerAaronovitch hat sich für diesen Band entschieden, die Handlung außerhalb von London anzusiedeln. Denn in London musste sich Peter Grant nach den Ereignissen im vierten Band einigen eher unangenehmen und vor allen Dingen anstrengenden Befragungen stellen. Doch ein neuer Fall erfordert seine Anwesenheit in Herefordshire – ein Ort, an dem sich Fuchs und Hase quasi Gute Nacht sagen. Dort sind zwei Mädchen spurlos verschwunden und wie immer, wenn es mysteriös wird, muss die Spezialeinheit aus dem Folly ran. Zu seiner mehr oder weniger großen Freude bekommt er Beverly Brooks, eine der Töchter von Mutter Themse, zur Seite gestellt und wie nicht anders zu erwarten, hat Peter binnen kürzester Zeit alle Hände voll zu tun.

Da die Handlung dieses Mal nicht in London angesiedelt ist, lernen wir dieses Mal auch eine Reihe neuer Personen kennen. An erster Stelle ist da Dominic zu nennen, cahrmanter Polizist aus Herefordshire. Er wird Peter zur Seite gestellt, einerseits als Aufpasser, aber vor allen Dingen als ortskundiger Führer. Er kennt alles und jeden vor Ort und hat hat auch keine Angst vor dem, was Peters Spezialgebiet ist. Denn Herefordshire ist aufgrund seiner Nähe zu Wales geradezu prädestiniert für Magie und magische Wesen.
Und dann ist da Hugh Oswald, ehemaliger Magier, der jetzt zusammen mit seiner Enkelin Mellissa einen Turm ganz in der Nähe des Ort des Verschwindens der Mädchen bewohnt. Seine Überprüfung war eh reine Überprüfung und passenderweise liefern er und seine Enkelin einige interessante Informationen – einerseits für den Fall, andererseits über Nightingales Vergangenheit.
Und auch wenn es durch die neuen Figuren nicht langweilig wird, so vermisse ich einige alte Bekannte. Allen voran natürlich Nightingale, der tatsächlich nur ganz zu Beginn auftaucht. Dadurch wird zwar deutlich, dass Peter mittlerweile auch ohne seinen Chef und „Meister“ zurecht kommt, aber die Dialoge der beiden haben mir gefehlt.

Eine angenehme Abwechslung zu den ersten Bänden war, dass die Handlung dieses Mal in sich abgeschlossen war. Denn in den ersten vier Bänden hat Aaronovitch derartig viele Handlungsstränge entworfen, dass man leicht den Überblick verlieren konnte. Da war dieser Band geradezu erholsam. Da nehme ich auch gerne für in Kauf, dass sich die Geschichte um den „schwarzen Magier“ nicht weiter entwickelt hat. Ich bin sicher, dass Aaronovitch da bereits Pläne hat…
Peter Grant muss nur erst wieder nach London.

Fazit


Wieder einmal beste Unterhaltung, auch wenn dieser Band ganz anders ist als die Vorgänger. Der Autor bleibt seinem Stil treu und schafft es gleichzeitig mal etwas Abwechslung und frischen Wind in die Story zu bringen. Ich bin gespannt, was er im nächsten Band vorhat.

kleines Herz gefülltkleines Herz gefülltkleines Herz gefülltkleines Herz gefülltkleines Herz leer

Eure Maike


Ben Aaronovitch – Fingerhut-Sommer
Verlag: dtv
416 Seiten, Taschenbuch, 9,95 €

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3 Kommentare

  • Antworten FM 28. September 2015 um 19:32

    Sounds like a nice read. Maybe it is worth having a look at the Shadow Police series of Paul Cornell (first book was called London Falling). Link: http://www.paulcornell.com/books/novels/london-falling/
    The topic seems quite similar, and interestingly enough Paul Cornell was, just like Ben Aaronovitch a writer for the Doctor Who TV-show. (sorry for writing in English…)

  • Antworten Buchiger Monatsrückblick September - Herzpotenzial 9. November 2015 um 18:39

    […] zum Monatsende wir sogar das schon schwierig. Absolute Pflichtlektüre war für mich natürlich „Fingerhut-Sommer“ von Ben Aaronovitch. Endlich ein neuer Band in meiner aktuell favorisierten Buchreihe! Genauso […]

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