[Rezension]: John Green – Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Das Schicksal ist ein mieser Verräter ist John Greens vierter allein verfasster Roman.
Es ist die Geschichte der 16-Jährigen Hazel Grace Lancaster. Hazel ist unheilbar an Krebs erkrankt, mit 14 Jahren wäre bereits fast daran gestorben. Aber durch eine Reihe medizinischer Wunder hat sie überlebt und muss jetzt, hauptsächlich wegen ihrer Mutter, regelmäßig zu Sitzungen einer Krebs-Selbsthilfe-Gruppe. Bei einem dieser Treffen lernt sie Augustus Waters kennen, der eindeutig an ihr interessiert ist. Im Buch berichtet Hazel aus der Ich-Perspektive von ihren gemeinsamen Erlebnissen. Es ist die Geschichte von zwei junger Menschen, die ihr Leben genießen wollen – trotz oder gerade wegen des Krebses, der immer präsent ist.

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Mehr will ich zur Handlung im Buch gar nicht sagen. Als ich angefangen habe, diesen Artikel zu schreiben, habe ich das Buch direkt noch einmal gelesen. Und ich musste wieder feststellen: Bücher von John Green lesen macht mir einfach Spaß. Wie auch beim ersten Mal habe ich das Buch in einem Rutsch gelesen. Und ja, ich habe auch diesmal wieder Taschentücher für das Ende benötigt. Denn auch wenn das Buch viele humorvolle Stellen hat ist es letzten Ende kein lustiges Buch. Dennoch ist es John Green gelungen, die ernsten Themen und die lustigen Abschnitte in Einklang zu bringen.

Zum Stil: Das Schicksal ist ein mieser Verräter ist ein Jugendbuch, das darf man nie vergessen. Dennoch behandelt es eine ganze Reihe ernster Themen. Green ist es jedoch gelungen, immer wieder unglaublich witzige Sequenzen einfließen zu lassen.
Die Charaktere sind toll gezeichnet und die Dialoge wirken nicht aufgesetzt. Dennoch hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass er versucht, viel zu viele Erzählstränge unterzubringen, was das Voranschreiten der Erzählung hier und da ein wenig hölzern erscheinen lässt.

Zum Cover: Der Schriftzug steht im Vordergrund, Autor und Titel nehmen ¾ des Covers ein. Am unteren Ende erkennt man eine Skyline, im Hintergrund sind Sterne (eventuell eine Anspielung auf den Titel des Originals The Fault In Our Stars?). Außerdem sieht man eine Pusteblume, die ich allerdings ein wenig deplatziert finde. Es wirkt, als hätte man noch schnell einen Hinweis auf die Vergänglichkeit des Lebens geben wollen.

Zum Layout: Die Schrift ist klar und hat eine angenehme Größe. In den Nummerierungen der Kapitel findet sich die Schrift des Covers wieder.

Verarbeitung: Die gebundene Ausgabe hat einen blauen Einband, das Papier ist angenehm dick und fühlt sich weich an.

Mein Fazit:
Ich mag John Green wirklich gerne und verfolge nahezu jedes seiner Projekte. Und ich hatte im Vorfeld ziemlich hohe Erwartungen an dieses Buch, die auch größtenteils erfüllt wurden. Die Hintergründe sind wirklich gut recherchiert. John Green war z.B. drei Monate in Amsterdam, da ein Teil der Geschichte dort angesiedelt ist.
Abgesehen von der Geschichte von Hazel und Augustus folgt man auch verschiedenen Nebenfiguren. Dadurch hatte ich zwischendurch immer wieder das Gefühl, die Geschichte soll in die Länge gezogen werden.
Ich bin jedenfalls gespannt, wie die angekündigte Verfilmung wird.

Einschub von Mareike:

Ich habe mich dafür entschieden das Hörbuch zu diesem Buch zu hören, weil ich dieser ganzen Teenie-Krebsthematik sehr skeptisch gegenüber stand und deshalb lieber ein Guthaben von meinem Audible-Abo eingesetzt habe, als das Buch für viel Geld zu kaufen. Bei dem im HörbuchHamburg Verlag handelt es sich um eine auf 6 Stunden gekürzte Fassung. Die Sprecherin Anna Maria Mühe hat eine sehr jugendliche Stimme, die zu der 16 jährigen Ich-Erzählerin passt. Sie verschleift regelmäßig die Endungen und hat wirklich eine recht lockere jungendlich klingende Sprechmelodie.

Für mich war es die richtige Entscheidung, denn das Buch hat mich wirklich nicht umgehauen. John Green baut durchgängig selbstreflexive Passagen über Rolle, Funktion und Sinn eines Buchautors ein. Als Literaturwissenschaftlerin stößt mir sowas übel auf. Was haben solche literaturphilosophischen Überlegungen in einem Jugendbuch verloren? Vorallem, wenn sie nicht konsequent oder in sich schlüssig sind? Es passt nicht zu den Figuren und wirkt einfach … unecht.
Die Krebsthematik wird hingegen wirklich sehr realistisch und ohne falschen Pathos erzählt. Ich musste einige Male schmunzeln, weil sich auch immer wieder sehr lustige Dialoge entspannen. Man fühlt sich nicht von dem sehr ernsten Thema erdrückt.
Ja, Hazel und Augustus sind süß und wirklich gut konstruierte Figuren, aber manchmal merkt man einfach zu deutlich, dass hier ein erwachsener Mann und kein junges Mädchen hinter der Geschichte steht. Gerade die sehr junge Stimme der Sprecherin macht das immer wieder deutlich: Es klingt phasenweise nicht authentisch. Sie stolpert selbst immer wieder über einige sehr altkluge Dialoge, die ihr einfach nicht so locker über die Lippen gehen, wie die sehr lustigen Passagen.

Einschub Ende 

Habt ihr auch schon Bücher von John Green gelesen oder gehört? Verfolgt ihr vielleicht auch andere Projekte von ihm?

 

Eure Maike

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