Annika Ziehen – Solotrip

Solo reisen liegt voll im Trend. Immer wieder hört man von Menschen, die allein die Welt umrundet haben (gerne in einem Kajak) oder ihre Erleuchtung in einem abgelegenen Bergdorf in Nepal gefunden haben. Doch muss jeder Solotrip in abgelegene Dörfer führen und ein möglich authentisches Erlebnis eines indigenen Volkes bekommen? Nein, sagt die Reisebloggerin Annika Ziehen – und stellt ihr Konzept eines gelungenen Solotrips vor.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Hauptbotschaft ihres Buches ist „Reist doch wie ihr wollt!“ Für sie kommt es nicht darauf an wie man reist, sondern dass man überhaupt reist. Und da ist es egal, ob man sich erst einmal in eine größere Stadt im Heimatland aufmacht, einen All-Inclusive-Urlaub auf Lanzarote bucht oder mit dem Rucksack durch die Anden tourt.

Warum tun sich eigentlich so viele Menschen so schwer mit dem Alleinreisen? Für die Autorin liegt die Begründung darin, dass das Alleinsein in unserer Gesellschaft negativ behaftet ist. Besonders auf Reisen, wenn man all die schönen Momente und Erlebnisse mit niemandem teilen kann. Und so verzichten viele auf eine ersehnte Reise, weil Partner oder Freunde nicht mitwollen oder keine Zeit haben, anstatt sich alleine auf den Weg zu machen. Dabei macht ein Solotrip genauso glücklich wie jede andere Reise – nur auf etwas andere Art und Weise. Wenn man sich erst einmal überwunden hat, sich allein auf den Weg zu machen, bereuen die meisten es nicht. Klar, auch hier kann einiges schief gehen, aber Ziehen betont, dass man durch gute Vorbereitung eine Menge Probleme umgehen kann. Beim Alleinreisen trägt jeder für sich selbst die Verantwortung. Wo ist mein Reisepass? Habe ich Geld in der Landeswährung? Funktioniert mein mobiles Internet im Zielland? Alles Dinge, die vorweg geklärt sein sollten. Angst vor Einsamkeit oder Langeweile? Dann gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, eine Gruppenreise zu buchen. Dort trifft man auf Gleichgesinnte (ob solo reisend oder nicht) und ist nicht allein.

Mein erster eigener Solotrip ging letztes Jahr nach Fuerteventura. Ich wollte meinen Geburtstag nicht in Deutschland verbringen und hatte jahrelang ein Ziel vor Augen – und mich dann doch spontan umentschieden. Eine Woche All-Inclusive in einem Hotel direkt am Atlantik, den ganzen Tag schwimmen, essen und lesen – ich fühlte mich pudelwohl. Das Schlimmste war noch, alleine in das Flugzeug zu steigen, ich hab nämlich leichte Flugangst. Doch einmal in der Luft war alles bestens und zum Glück hatte ich wahnsinnig nette und unterhaltsame Sitznachbarn. Eine weitere Herausforderung waren die Mahlzeiten. Ich esse zwar auch im Alltag häufig allein, aber es ist dann doch etwas anderes, allein in einem großen Speisesaal zu sitzen. Annika Ziehen hat hier einen tollen Tipp und ich ärgere mich, dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin: Einfach ein Buch mitnehmen! Zuhause lese ich schließlich auch am Tisch. Und im Notfall gibt es immer noch das Handy. Ich habe meinen Urlaub in vollen Zügen genossen und nein, ich habe nichts vermisst. Nach der Lektüre von „Solotrip“ hatte ich direkt wieder Lust, alleine loszuziehen. Die Autorin berichtet von so vielen tollen Orten, die sie besucht hat und hat so viele Anekdoten und Geschichten, dass man auch los möchte. Passenderweise gibt es am Ende des Buchs ein paar Ideen für mögliche Reisen zum nachtouren.Es gibt noch eine lange Liste an tollen Orten, die ich gerne sehen möchte – auch über Europa hinaus. Und im Gepäck hätte ich dann wahrscheinlich dieses Buch.

Fazit

Reiseratgeber gibt es viele, aber dieser hier ist anders. Annika Ziehen macht mit ihrem Buch Lust, den Koffer zu packen, zum Flughafen zu fahren und in das nächste Flugzeug nach Irgendwo zu steigen. Schöne Orte findet man überall, man muss sich nur auf den Trip einlassen – und in vollen Zügen genießen.

Eure Maike


Annika Ziehen – Solotrip. Vom Glück des Alleinreisens
Verlag: rororo
288 Seiten, Taschenbuch, 9,99 €

MerkenMerkenMerkenMerken

Vorherige Beiträge Nächste Beiträge

Vielleicht gefällt dir auch

1 Kommentar

  • Antworten Fräulein Julia 8. Juli 2017 um 22:12

    Ich bin ja passionierte Alleinreisende, hatte aber in der Vergangenheit auch immer wieder mal Probleme damit. Das Buch hatte ich auch schon in der Hand und werde es mir vor meinem nächsten Trip sicherlich noch zulegen… Man lernt ja nie aus! ;)

  • Kommentar verfassen

    %d Bloggern gefällt das: