Andy Weir – Der Marsianer

Mit diesem Buch hatte ich schon eine Weile geliebäugelt, aber im Endeffekt ist es quasi eine Leseschatz-Empfehlung. Als ich Hauke, den Betreiber des Blogs, im Juli in seiner Buchhandlung besucht habe, legte er mir das Buch mit so warmen Worten ans Herz, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis ich es lese.

[lightgrey_box]Der Astronaut Mark Watney war auf dem besten Weg, eine lebende Legende zu werden: Als einer der ersten Menschen in der Geschichte der Raumfahrt betritt er den Mars. Nun, sechs Tage später, ist Mark auf dem besten Weg, der erste Mensch zu werden, der auf dem Mars sterben wird: Bei einer Expedition auf dem Roten Planeten gerät er in einen Sandsturm, und als er aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, ist er allein. Auf dem Mars. Ohne Ausrüstung. Ohne Nahrung. Und ohne Crew, denn die ist bereits auf dem Weg zurück zur Erde. Es ist der Beginn eines spektakulären Überlebenskampfes …[/lightgrey_box]

Der MarsianerWas tut man, wenn man aufgrund einer Verkettung unglücklicher Zufälle alleine auf dem Mars gestrandet ist? Ohne ausreichend Nahrung, ohne eine Möglichkeit zur Kommunikation? Mein erster Gedanke war: In Panik ausbrechen und die Sinnlosigkeit von all dem hier beklagen, eventuell mit einer Spur Selbstmitleid gewürzt. Mark Watney reagiert im ersten Moment ähnlich auf seine Situation, aber überraschenderweise nur ganz kurz. Denn als Astronaut der NASA ist er für die Lösung unmöglicher Situationen ausgebildet worden und so nimmt er die Mission „Überleben auf dem Mars“ an. Was dann folgt, ist wohl das größte Abenteuer seines Lebens. Eines, mit dem er niemals gerechnet hätte.
Ähnlich geht es übrigens auch den Menschen auf der Erde. Denn bei der NASA wird man irgendwann darauf aufmerksam, dass Watney ziemlich lebendig über den Mars spaziert. Binnen kürzester Zeit beginnt ein Team mit Mitgliedern auf dem ganzen Planeten, an Plänen für eine Rettung zu arbeiten.

„Der Marsianer“ ist ein Buch, das ich als technischen Sci-Fi-Roman beschreiben würde. Es ist vollgestopft mit technischen Details und Beschreibungen, Berechnungen und einer Menge Physik und Chemie. Das liest sich vielleicht eher abschreckend und langweilig, aber glaubt mir, das war es überhaupt nicht. Denn genau diese Darstellung von Sachverhalten und das Durchspielen seiner nächsten Schritte befördert den Leser ebenfalls auf den Mars. Die unglaublichen Anstrengungen, die nötig sind, um auf einem fremden Planeten zu überleben, werden hier greifbar. Der Autor versucht zu zeigen, wie weit der Überlebenswille eines einzelnen Menschen reicht und wozu er in der Lage ist. Und da Weir seinen Hauptprotagonisten mit einer Menge trockenen Humor und Improvisationstalent ausgestattet hat, ist das bei aller Ernsthaftigkeit der Situation sogar sehr komisch.
Das gilt auch für alle anderen Charaktere. Bei all ihrem Fachwissen haben alle einen Wesenszug an sich, der sie menschlich macht. Im Vordergrund steht dabei die Frage: Wie weit kann man gehen, um einen einzelnen Menschen zu retten? Die Frage, wie lange man mit purer Logik weiter kommt und wann es nur noch um menschliche Hoffnung geht, zieht sich durch den ganzen Roman. Und wie Watney auf dem Mars, mobilisieren auch seine Helfer auf der Erde ungeahnte Kräfte, um ihn aus seiner Misere zu befreien. Alles in allem wahnsinnig beeindruckend und ohne zu viel spoilern zu wollen: Es wäre schön, wenn die Menschheit öfter so handeln würde.

Fazit


Andy Weir nähert sich in seinem Roman der Grenze des menschlich Vorstellbaren und denkt das Szenario „Gestrandet im Weltraum“ weiter. Ich habe auf jeder Seite mit Watney mitgefiebert und bis zum Ende an seine Rettung geglaubt.

kleines Herz gefülltkleines Herz gefülltkleines Herz gefülltkleines Herz gefülltkleines Herz gefüllt

Eure Maike


Andy Weir – Der Marsianer
Verlag: Heyne
512 Seiten, Paperback, 14,99 €

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5 Kommentare

  • Antworten Ramona 10. September 2015 um 09:44

    Hallo Maike,

    mich hat schon der Kinotrailer sehr angesprochen und deine Rezension ist auch sehr lesefördernd.
    Ich packe das Buch auf meine Wunschliste! :)

    Danke dafür und liebe Grüße,
    Ramona

    • Antworten Maike 13. September 2015 um 18:37

      Hallo Ramona,
      das freut mich zu hören. Es war wirklich ein beeindruckendes Buch, ich kann es dir wärmstens empfehlen.
      Liebe Grüße, Maike

  • Antworten Hauke 10. September 2015 um 13:02

    Moin liebe Maike,

    jetzt freue ich mich aber sehr! Schön, wenn Du tollen Lesespaß mit meinem SF-Tipp hattest.
    Bis hoffentlich bald und viele liebe Grüße,
    Hauke

    • Antworten Maike 13. September 2015 um 18:36

      Moin Hauke,
      und wie ich den hatte!! Vielen Dank noch einmal für den Tipp.
      Liebe Grüße, Maike

  • Antworten "Der Marsianer" - Andy Weir | Brösels Bücherregal 1. Mai 2016 um 15:11

    […] Meinungen: Maike von Herzpotential: Andy Weir – Der Marsianer The Read Pack: Rezension: Der Marsianer von Andy Weir Nordbreze und so.: Der Marsianer von Andy […]

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