Andreas Neubauer – Meine feine Chocolaterie. Rezepte, die glücklich machen – nicht

[lightgrey_box]Ob Schoko-Milchschnitten, frische Zitronengrastörtchen mit weißer Schokolade oder Tiramisu-Cupcakes – in diesem Buch wird jeder Chocoholic fündig. Oliver Brachats neues Buch zeigt mit verführerischen Rezepten für lockere Kuchen, leckere Tartes und fruchtige Desserts, was sich alles Leckeres aus Schokolade zaubern lässt.[/lightgrey_box]


Feine_Chocolaterie_CoverChocolaterie_Schokolade_Rezension

 

 

 

 

 

 

Als bekennender Schokoliebhaber habe ich dieses Buch bereits auf der Frankfurter Buchmesse bewundert: Es ist liebevoll gestaltet, hat ein Lesebändchen, einen schönen Lackdruck auf dem Cover und die Seiten sind aus hochwertigem Papier. Bereits beim Blättern lief mir das Wasser im Mund zusammen, denn die Bilder sind nur noch ästhetisch, sondern auch kreativ und immer mit Liebe zum Detail gestaltet. Optisch lässt sich also an diesem Buch wirklich nicht meckern  und als es mich vor einigen Wochen erreichte, war ich voller Elan gleich einige Rezepte auszuprobieren.
Wer uns auf Instagram folgt, hat sicherlich den ein oder anderen Kuchen aus diesem Buch entdecken können.
Unterteilt ist das Buch in drei Kapitel, nämlich „Süße Kleinigkeiten – Cookies, Cupcakes & Konfekt“, „Für die Kaffeetafel – Kuchen, Tartes & Kuchen“ und „Cremige Desserts – Soufflés, Sorbets & Eiscreme“, was dem Buch eine grobe, aber nicht immer logische Struktur gegeben hat. Für mich gehört das alles auf die Kaffeetafel und in dem Kuchenkapitel fand man auch Dinge, die ich eher den Süßen Kleinigkeiten zugeordnet hätte.
Marmorkuchen_Chocolaterie_2Als ich mich an meine Einkaufsliste setzte, um die richtigen Zutaten mitzubringen, kamen mir erste Zweifel, ob das Buch wirklich etwas für mich ist. Gut ein Drittel der Rezepte fällt weg, weil sie exotische Zutaten enthalten, die man nur über Fachgeschäfte oder Onlinelieferanten beziehen kann. Das trifft auch auf die benötigten Gerätschaften zu, denn nein, ich habe keine Madeleine-Form in meinen Schränken und bei vielen Rezepten wäre auch ein Standrührer sehr zu empfehlen. Bei einem Rezept musste ich fast 30 Minuten mit meinem Handrührer einen unheimlich festen Teig zusammenkneten, das hat meinen Arm und das Gerät an ihre Grenzen gebracht. Am nächsten Tag hatte ich einen Muskelkater – holla, die Waldfee! Das schlimmste aber war: Es hat sich nicht mal gelohnt! Der Marmorkuchen triefte vor Fett und schmeckte sonst völlig fad. Da bin ich mit jedem schlichten Schmeiß-alles-in-eine-Schüssel-Rezept schneller und leckerer bedient.

Marmorkuchen_ChocolaterieViele Rezepte verlangen einen enormen Arbeitsaufwand, lange Ruhezeiten, aufwändiges Einschmelzen von Schokolade bei 30 Grad, dass ich im Gegenzug einen enormen Genussgewinn von den Ergebnissen erwartet habe. Stattdessen sind mir noch nie so viele Rezepte missglückt (ja, ich bin wirklich kein Profi, aber ich kann mich exakt an Rezepte halten), oder die Ergebnisse standen einfach nicht im Verhältnis zu dem investierten Arbeitsaufwand.

Chocolaterie_Schokokuchen_RezensionIch würde sagen, dass versiertere Hobbybäcker vermutlich bessere Ergebnisse erzielen und  mehr Freude an diesem Buch haben werden als ich, aber selbst die bekommen sicherlich schmackhaftere Rührteige, Amerikaner und Schokopuddings mit schlichteren Rezepten hin. Außerdem sollte man wirklich ein großer Fan von sehr süßen und teilweise fettigen Speisen sein, denn die Rezepte verschlingen Zucker, Butter und Schokolade in sehr hohen Mengen. 400 Gramm Zucker, wo auch 200 Gramm absolut ausgereicht hätten; 3 Tafeln Schokolade, wo man auch Kakaopulver hätte nutzen können – auf mich wirkte das alles zu mächtig und zu wenig erprobt. Von Rezepten in einem Kochbuch erwarte ich, dass sie wohl komponiert sind und häufig gebacken wurden, bevor sie in einem Buch landen. Ein Schokoladenkuchen, der vor lauter Schokolade und viel zu wenig Mehr gar nicht fest geworden ist, ist nur ein Beispiel. Ist das der Grund, warum der Autor dieses Buches nicht auf dem Cover erwähnt wird? Es keine persönlich anmutenden Anmerkungen an den Rezepten findet? Nichts, dass darauf hindeutet, dass hier ein Mensch mit Ideen und Vorlieben hinter dem Buch steht. Im Teaser-Text wird ausdrücklich der Fotograf genannt und nicht der Autor – das sagt hier für mich alles aus. Ich bin vielleicht von Büchern wie Königlich und Köstlich verwöhnt, und als Foodblogleserin erwarte ich etwas anderes von einem Rezept, aber ich greife nicht wieder zu diesem Buch.

Fazit: Ein wunderschön gestaltetes Buch, ich liebe die Bilder, denn sie sind wunderschön. Für mich als Backlaie sind die Rezepte meist zu aufwändig oder gelingen mir einfach nicht. Selbst als Naschkatze muss man sich hier auf sehr süße Kompositionen einstellen. Nichts für mich.

kleines Herz gefülltkleines Herz leerkleines Herz leerkleines Herz leerkleines Herz leer
Eure Mareike

Andreas Neubauer: Meine feine Chocolaterie – Rezepte, die glücklich machen 
Verlag: Hölker Verlag
Gebunden, 176 Seiten, 19,95€

 

Vielen Dank an BlogdeinBuch und dem Hölker Verlag für dieses Rezensionsexemplar.
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4 Kommentare

  • Antworten Anna 9. Dezember 2014 um 15:43

    Sehr schöne Shokorezension! Vielen Dank, Mareike! Das Buch ist bestimmt für solche Leute, wie ich, also, für Leute, die Süßigkeiten nicht essen, aber die Bilder von der Schokolade mögen:)) Hat mir Deine Anmerkung über den Buchautor am Ende sehr gefallen!

  • Antworten Petzi 9. Dezember 2014 um 20:22

    Da hatte ich ja mal einen guten Riecher, als ich mir dieses Buch gespart habe. Ich mag überhaupt keine Koch- oder Backbücher, deren Rezepte zu viele exotische Zutaten benötigen und nicht gelingen. Schade darum, aber danke für die informative Rezension.

    Liebe Grüße
    Petzi

    • Antworten Mareike 9. Dezember 2014 um 20:25

      Ja, das hat du richtig gemacht. Für mich ist das höchst unmodern, wenn ein Koch-/Backbuch so viele exotische Zutaten benötigt. Solche Bücher sollten viel näher an der Alltagswelt sein. Liebe Grüße
      Mareike

  • Antworten Lara 9. Dezember 2014 um 21:08

    Witzig dein Titel. ;) Aber einen guten Zweck hatte das Buch dann trotzdem noch: Deine lustige Bewertung habe ich sehr gerne gelesen :D
    Lg Lara

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