Alexandra Kleeman – A wie B und C

Schon lange hat mich ein Buch nicht mehr so ratlos zurückgelassen wie dieses. Dabei bin ich sehr beeindruckt von dem, was ich gelesen habe – auch wenn ich nicht genau sagen kann, WAS ich eigentlich gelesen habe.

A ist eine attraktive junge Frau. B ist ihre Mitbewohnerin, die um jeden Preis so aussehen möchte wie A. C ist As Freund und schaut mit ihr am liebsten Haifisch-Dokumentationen oder Pornos. Als A eines Tages verschwindet, ahnen B und C nicht, dass sie sie womöglich nie wiedersehen werden. A wie B und C erzählt mit scharfem Blick und hintergründigem Humor von unserer Obsession, perfekt zu sein: wie Realityshows, Werbung und abstruse Trends uns in Beschlag nehmen und zu Leibeigenen unserer Körper machen.

Alexandra KleemanDas Leben von A scheint sehr gleichförmig zu verlaufen: Job, Freund, Mitbewohnerin und dazwischen ein paar Brocken Alltag, die sie scheinbar mit Schlaf und Fernsehen füllt. Doch irgendetwas irritiert sie an ihrem eigenen Leben, auch wenn sie es nicht direkt erfassen kann. Auf der einen Seite ist da ihre Mitbewohnerin B, die alles tut, um so zu sein wie sie. Sie benutzt die gleiche Kosmetik, schneidet sich die Haare wie sie und schläft in ihrem Bett. Gleichzeitig ist sie von einer völligen Lebensunfähigkeit geprägt, kann sich morgens nicht mal einen Kaffee machen, geschweige denn sich eigenständig zum Essen motivieren. Dafür benötigt sie A und diese totale Abhängigkeit stört diese. Auf der anderen Seite ist da As Freund C, der zusammen mit ihr am liebsten Haifisch-Dokus und Pornos schaut, aber kein rechtes Interesse am Zusammensein mit ihr hat. Und dann sind da noch diese seltsamen Werbespots, die die Autorin in manischer Genauigkeit beschreibt. Auf abstruseste Art und Weise wird eine Süßspeise beworben, für die A nach und nach eine Besessenheit entwickelt.

Ich glaube, damit habe ich grob die Handlung umrissen. Und viel mehr kann ich eigentlich auch gar nicht sagen, denn ich weiß einfach nichts. Mir ist bis zur letzten Seite nicht klar geworden, worum es in diesem Buch eigentlich geht und was genau Alexandra Kleeman mir eigentlich sagen will. Die Autorin fokussiert sich sehr auf die Beschreibung von Einzelheiten, was die Handlung nicht so richtig in Schwung kommen ließ und mich zum immer schnelleren Lesen veranlasst hat.Und auch wenn ich mich nicht wie z.B. Evelyn durch den Roman durchquälen musste, ein besonderes Leseerlebnis war es jetzt nicht. Das Buch ist beim Lesen einfach an mir vorbei gewandert und hat mich nicht mal besonders nachdenklich gemacht. Doch um es mit mehr Zeit zu lesen, hat es mich einfach nicht genug gepackt. Am Ende bin ich einfach nur verwirrt von den schönen Worten und der wirren Handlung.

Fazit


Ein faszinierendes, wenn auch befremdliches Buch, das mich sehr zwiegespalten zurücklässt. Ich habe es gerne gelesen, aber es lässt mich ratlos zurück. Am Ende fehlt mir einfach der Mehrwert für mich oder irgendein Sinn. Auch wenn das etwas sehr Faszinierendes ist, als Leserin hat es mich am Ende eher deprimiert.

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Eure Maike


Alexandra Kleeman – A wie B und C
Verlag: Kein und Aber
352 Seiten, Hardcover, 21,95 €

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2 Kommentare

  • Antworten Andrea 30. Mai 2016 um 20:34

    Das muss ja echt ein seltsames Stück Text sein. Die Beschreibung für die Lovelybooks-Verlosung hatte mich damals schon neugierig gemacht, aber je mehr Rezensionen jetzt kommen, desto wirrer erscheint es.
    Es ist natürlich ein Problem wenn der Teaser zu einem Buch zwar interessant ist, aber im Buch selbst dann gar nichts anderes mehr kommt. So kommt mir das hier vor, oder?

  • Antworten Evi 30. Mai 2016 um 21:24

    Liebe Maike,

    ich bin wirklich froh, dass ich mit meiner Verwirrung über diesen Roman nicht alleine bin. Auch mir hat sich der Sinn nicht bis zuletzt erschlossen.
    Es freut mich aber, dass du dich trotzdem nicht ganz so schwer mit der Lektüre getan hast wie ich und auch positive Aspekte finden konntest.

    Liebe Grüße
    Evi

    P.S. Lieben Dank für die Verlinkung!

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