10 Bücher aus dem Frühjahrsprogramm, die Mareike lesen möchte

Wenn ich auf das letzte halbe Jahr zurückschaue, habe ich nur einige der Titel gelesen, die ich mir als Highlights herausgesucht hatte. Jedoch sind 6/10 Titeln kein überragendes Resümee. Interessant ist aber, dass jedes dieser sechs Bücher tatsächlich sehr gut waren. Vielleicht sollte ich dieses Mal auch wieder mehr auf meinen ersten Eindruck vertrauen und diese Highlights stärker im Blick behalten. Doch möchte ich mich nie sklavisch an diese Listen klammern. Das Leben und besonders mein Leseverhalten ist nicht festgefahren und wird ständig von anderen beeinflusst. Das ist auch gut so. Trotzdem ist es ein schönes Gefühl, sich auf diese Bücher zu freuen. Ein wenig, als würde ich mir einen weihnachtlichen Wunschzettel schreiben. 

 STEHPHANIE DANLER|Sweetbitter ( Erscheint: 11.04.17)

Das Buch, das vergangenen Herbst in Hollywood ganz schön für Furore gesorgt hat, erscheint im April auch endlich auf deutsch. Der Debütroman über ein junges Landmädchen, dass in einem der besten Restaurants New Yorks nicht nur ganz allein neu anfängt, Freunde und Liebhaber findet, sondern auch erwachsen wird, war ein unheimlicher Erfolg. Es geht um all die Möglichkeiten, die einem offen stehen – und um gutes Essen. Ob das Buch halten kann, was es verspricht, möchte ich gern herausfinden.

 

MARGARET ATWOOD| Das Herz kommt zuletzt (3. April 2017)

Ihr bedeutendster Roman „Der Report der Magd“ wird aktuell verfilmt und ist jetzt schon bei vielen Grund für Vorfreude. Bisher habe ich noch kein Buch von ihr gelesen, doch ihr im April erscheinender Roman „Das Herz kommt zuletzt“ scheint die ideale Gelegenheit dafür zu sein. Es geht um ein in Geldnot geratenes Ehepaar, dass sich auf ein mysteriöses „soziales Exeperiment“ einlässt und soziale Absicherung damit bezahlt, dass sie jeden zweiten Monat in einem Gefängnis verbringen. In dieser Zeit wohnt ein anderes Paar in ihrem Haus. Dann kommt es zu einer Verwechslung und plötzlich sind die beiden Paar in vermischten Konstellationen miteinander verbunden.
Eine düstere und durchaus spannende Szenerie, die einem direkt dazu anregt in sich selbst hineinzuhorchen: Wie würde ich mich verhalten. Ich bin gespannt.

MAJA LUNDE| Die Geschichte der Bienen (März 2017)

Ein Roman, der die Verbindung der Bienenzucht mit drei Schicksalen im Jahr 1852, 2007 und 2098 erzählt. Die Geschichten eines Biologen, eines Imkers und schließlich einer Samenbestäuberin werden miteinander verwoben und erzählen von der enormen Bedeutung der Bienen für den Menschen.
Ich glaube, dass es sich bei diesem Roman um ein ganz besonderes Stück Literatur handelt, der über den klassischen 3-Generationen-Familiengeheimnis-Plot weit hinausgeht. Vielleicht täusche ich mich da auch, aber reinlesen möchte ich unbedingt.

 

KENT HARUF| Unsere Seelen bei Nacht (22.März 2017)

Schlaflosigkeit, Geschichten, die erzählt werden müssen und ein tratschendes Dorf, das nur in Schubladen denken kann. Diese Mischung ergibt einen interessanten und hoffentlich ebenso humorvollen Roman. Unsere Seelen bei Nacht erzählt die Geschichte über Addie und Louis, beide über 70 und verwitwet und oft nächtelang wach. Sie beginnen ihre Nächte gemeinsam zu verbringen, ganz harmlos mit den Geschichten ihrer Leben. Dass sowas in einem kleinen Dorf nicht unbemerkt bleibt, ist nur logisch. Ein Buch mit nicht typischen Protagonisten und einer eher ruhigeren Handlung. Doch ich vertraue da dem Diogenes Verlag, der ein gutes Händchen bei gut erzählte Geschichten.

 

DAVID GARNETT| Mann im Zoo (25. Januar 2017)

Ein Mann gerät im Londoner Zoo in einen Streit mit seiner Verlobten. Sie bezeichnet ihn als eine Art Primat, der dringend ebenfalls im Affenhaus ausgestellt werden sollte. Es kommt zum endgültigen Bruch zwischen den beiden und John Cromadie beschließt Worten Taten folgen zu lassen und bietet sich dem Zoo als Ausstellungsstück an.
Basierend auf einer wahren Begebenheit ist diese wiederentdeckte Erzählung von David Garnett vermutlich ein weiteres Glanzstück des Dörlemann Verlags. „Dame zu Fuchs“ habe ich sehr gemocht.

 

SIMON VAN BOOY| Mit jedem Jahr (21.03.2017)

Vor fast drei Jahren habe ich „Die Illusion des Getrenntseins“ von Simon van Booy gelesen und es hat lange nachgeklungen. Ein zartes und sehr kunstvoll verschlungenes Buch. Nun erscheint der neue Titel des Autors und da wurde ich direkt hellhörig. Die Handlung spielt dieses Mal nicht während des zweiten Weltkriegs, sondern in der Gegenwart. Es geht um eine Vater-(Adpotiv)Tochter-Beziehung, die mit dem jähen Tod des eigentlichen Vaters beginnt. Der raue Biker Jason nimmt sich notgedrungen der kleinen Harley an. Nach und nach entspinnt sich eine zarte Bindung, die mit jedem Jahr stärker wird. Das klingt nach einem umwerfenden Buch – vor allem, weil ich weiß, dass Van Booy nicht kitschig schreibt.

 

LYNNE SHARON SCHWARTZ| Alles bleibt in der Familie (3.März 2017)

Bücher, die mich in den letzten Jahren zunehmend gut gefallen haben, handelten von den spannungsgeladenen Konstellationen innerhalb einer Familie. Jeder hat wohl mit seiner eigenen Familie genügend Beispiele für komplexe und schwierige Beziehungen untereinander. „Alles bleibt in der Familie“ geht aber noch einen Schritt weiter als die meisten Familienromane und lässt die gesamte Familie in einem Mehrgenerationenhaus wohnen – samt mehrerer Liebhaber, Ex-Männer und lesbischer Künstlerinnen. Das klingt für mich nach Modern Family in Buchform – also ziemlich perfekt.

 

IMBOLO MBUE| Das geträumte Land (26.Februar 2017)

Ein Debütroman über zwei Familien: Eine Einwandererfamilie und reiche amerikanische Familie geraten durch die Bankenkrise beide in Nöte: Der reichen Familie droht viele Annehmlichkeiten wie ihre vielen Angestellten zu verlieren. Wenn denn sie jedoch ihrem neuen Chauffeur Jende kündigen, ist die gesamte Existenz seiner Familie und ihr Traum vom Auswandern bedroht.
Diese Verflechtungen klingen spannend und weitsichtig: Dieser Roman kann – wenn er gut recherchiert und gut geschrieben ist – unheimlich erhellend sein. Es ist auf jeden Fall ein sehr brisantes und aktuelles Thema, auf das ich mich freue. Außerdem ist das Cover mutig und charmant – wenn das Debüt von Imbolo Mbue genauso ist, kann dieses Buch ein Highlight werden.

LENA ANDERSSON| Unvollkommene Verbindlichkeiten (April 2017)

Beziehungen sind selten perfekt. Dass sie aber idealer und weniger ideale Anfänge nehmen können, ist wohl jedem klar. Lena Andersson erzählt in ihrem neuen Roman von letzterer Variante. Die Protagonistin Ester hat mit Mitte Dreißig eigentlich der Liebe abgeschworen, doch dann verliebt sie sich Hals über Kopf in einen verheirateten Mann und bricht mit ihren Vorsätzen. An sich ein ganz simpler Plot. Die Tatsache, dass dieser Roman bei Luchterhand erscheint, macht mich unheimlich neugierig. Ich hoffe auf viel mehr als Kitsch und Herzschmerz. Kluge, ruhige Analysen und eine elegante Sprache könnten die Thematik enorm aufwerten. Ich werde es herausfinden.

ANDREW MILLER| Nachts ist das Meer nur ein Geräusch (20. Februar 2017)

Andrew Millers Buch „Der Friedhof der Unschuldigen“ hat einige völlig überraschenden historische Merkwürdigkeiten mit einer spannenden Geschichte verbunden. Die dichte, eigentümliche Sprache hatte mich so fasziniert, dass gleich mehrere ältere Titel des Autors auf meinem Wunschzettel gelandet sind. Dass ich es in den letzten drei Jahren nicht geschafft habe eines davon zu besorgen, ist schade. Gut, dass nun ein neuer Roman von ihm erscheint. In diesem Roman geht es um ein paar, dass durch einen Unfall zueinander findet und dann nach einigen Jahren auseinander gebracht werden durch den Tod der gemeinsamen Tochter. Eine völlig andere Art von Geschichte als bei „Der Friedhof der Unschuldigen“ (Frankreich kurz vor der französischen Revolution), doch vermutlich ähnlich Dicht geschrieben.

 

Das ist meine Liste. Zugegeben: Es sind viele Familien- und Beziehungsromane dabei. Romane, die über das Zusammenleben und das Lieben schreiben. Themen, die mich bewegen und in denen ich mich momentan am meisten wiederfinden kann.
Ich bin gespannt, wie viele dieser Bücher in diesem Jahr bei mir einziehen werden.

Welches sollte ich eurer Meinung nach unbedingt lesen?

Eure Mareike

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12 Kommentare

  • Antworten Karin 20. Januar 2017 um 17:16

    Margaret Atwood und Lena Andersson stehen bei mir auch ganz oben auf der Wunschliste. :)

    Liebe Grüße
    Karin

    • Antworten Mareike 21. Januar 2017 um 00:15

      Auf das freue ich mich auch von Tag zu Tag mehr. :)

  • Antworten Ulli 20. Januar 2017 um 17:22

    „Das Herz kommt zuletzt“ und/oder „Das geträumte Land“ sind meine Favoriten aus Deiner Liste. Schade, dass wir Normalleser noch bis April auf den Titel von Margaret Atwood warten müssen

  • Antworten Die Vorleser 20. Januar 2017 um 22:11

    Liebe Mareike,
    eine tolle Leseliste. Besonders „Der Mann im Zoo“ interessiert mich sehr. Bin schon gespannt, was du darüber schreibst.
    Viele Grüße von den Vorlesern

    • Antworten Mareike 21. Januar 2017 um 00:16

      Das Buch liegt sogar schon hier. Da gibt es ganz bald Neuigkeiten zu :)

      Liebe Grüße
      Mareike

  • Antworten Julia | Literameer 20. Januar 2017 um 22:44

    Hallo Mareike,

    die Bücher klingen alle sehr interessant. Den Titel von Margaret Atwood habe ich mir gleich mal auf die Wunschliste gesetzt und freue mich jetzt schon auf das Buch.

    Liebe Grüße,
    Julia

    • Antworten Mareike 21. Januar 2017 um 00:17

      Liebe Julia,

      das ist vermutlich einer der vielversprechendsten Titel auf meiner Liste. Davon werden wir sicherlich noch viel hören.
      LG
      Mareike

  • Antworten monerl 20. Januar 2017 um 23:17

    Liebe Mareike,
    „Das geträumte Land“ steht auch schon auf meiner Merkeliste. Auf dieses Debüt bin ich sehr gespannt! Mal sehen, wie du es findest.
    Wünsch dir noch ein schönes Wochenende,
    glg vom monerl

    • Antworten Mareike 21. Januar 2017 um 00:18

      Danke, liebes Monerl. Ich wünsche dir auch ein schönes Wochenende :)

  • Antworten Petzi 21. Januar 2017 um 17:25

    Eine ganz tolle Liste. Manche stehen auch schon bei mir drauf, allerdings habe ich noch gar nicht alle Vorschauen gesichtet. Das kommt noch. „Unsere Seelen bei Nacht“ liegt allerdings schon hier, das will ich nämlich auch unbedingt lesen und freu mich schon total drauf.

    Liebe Grüße
    Petzi

  • Antworten Rosa 23. Januar 2017 um 07:26

    Liebe Mareike,

    „Nachts ist das Meer nur ein Geräusch“ klingt sehr vielversprechend. Es erinnert mich von der Story her an „Das Gewicht des Wassers“ von Anita Shreve.

    Liebe Grüße

    Rosa

  • Antworten -Leselust- 10. Februar 2017 um 18:03

    Eine tolle Auswahl. Über einige der Bücher bin ich auch schon gestolpert, andere habe ich hier gerade entdeckt. Die werde ich mir jetzt gleich noch mal genauer anschauen.
    Liebe Grüße,
    Julia

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